Jaarsverslag in te twee en twintigste algemeene vergadering op Maandag 24 Mei 1880, uitgebracht door den voorzitter. 8. Mit 6 autograph. Tafeln.


Vermischte Nachrichten.

123) Nachdem eine Reihe von Jahren hindurch auf der Insel Sylt Ausgrabungen veranstaltet, die jedoch 1878 und 1879 ausgesetzt worden waren, hat Professor Hantelmann aus Kiel dieselben im abgelaufenen Sommer wieder aufgenommen und manche interessante Funde gemacht.

124) Passau, 1. Oktober. In Jochenstein bei Oberzell wurde ein werthvoller Fund gemacht. Das „Augsb. Anzbl.“ schreibt darüber: Einem Bauern von Jochenstein fiel, so oft er seine Waldung begieng, eine Steintafel auf, welche mitten im Holze lag, 1,30 Quadratmeter groß; er beschloß diesen Stein zu heben, hob ihn wirklich dieser Tage und war sehr erstaunt über den Fund, den er machte, für ihn zwar werthlos, für Historiker aber von unendlichem Werth. Es waren unter dem Stein sechs kupferne Kopfringe, vier Armbandspiralen mit je neun Gängen und zwei Streitäxte, alles reines, hartes Kupfer. Sämmtliche Gegenstände sind gut erhalten; dieselben hat Herr Säcklermeister Nolde in Obernzell in Verwahr.

(Südd. Presse, Nr. 235.)

125) Einen seltenen Fund machten in diesen Tagen Steinsprenger auf dem benachbarten Gute Weidenau. Ein großer Stein, welcher einen Hügel deckte und durch Sprengung beseitigt wurde, legte ein sechseckiges Hünengrab offen. Dasselbe war 2,30 Meter lang, unten ein Meter breit, am Kopfende 30 Centimeter weit, und enthielt sechs Urnen, anscheinend aus blauem Thon, worin Knochenreste und Asche befindlich. Das Grab war nicht vollständig gefüllt. Herr Gymnasiallehrer Dr. Tappe hat sich der Mühe unterzogen, die Urnen sorgfältig herauszuheben, um weitere Untersuchungen anzustellen. Da in unmittelbarer Nähe dieser Grabstelle ein zweiter, größerer Hügel vorhanden ist, wird beabsichtigt, auch diesen offen zu legen, weil man darunter ein größeres Grab vermuthet.

(Nordd. Allgem. Ztg., Nr. 428.)

126) In der Umgegend von Harpstedt und Wildeshausen wurden in der ersten Hälfte des vorigen Monats durch Dr. Hostmann in Celle und Studienrath Müller in Hannover zunächst in der Gemeinde Wohlde 14 Grabhügel, die rings um einen kleinen, jetzt ausgetrockneten See gruppiert waren und sich als bis dahin unberührt erwiesen, sorgfältig nach allen Regeln der Kunst durchgegraben und untersucht. Es fanden sich jedoch in denselben theils gar keine kenntlichen Reste, theils kleine Knochenhaufen ohne Urnen, nur in einem eine gewöhnliche Urne ohne Inhalt. Sodann wurden auf der Ochsenbergsheide, anderthalb Stunden westlich vor Harpstedt, auf einem Platze, wo sich sechzig altgermanische Erddenkmäler auch um einen kleinen See gruppieren, einige derselben mit ähnlichem Resultate wie in Wohlde umgegraben, hierauf eine andere, etwa eine Viertelstunde östlicher gelegene Gruppe von 50 Hügeln untersucht, in deren einem allein 60 Gefäße, das kleinste 10 cm. hoch, 18 weit, das größte 31 cm. hoch und 41 weit, von den verschiedensten Formen, theilweise mit Henkeln, Deckeln, Linienverzierungen u. s. w. gefunden wurden, während ein anderer deren 50 enthielt, wieder andere nur wenige Urnen umschlossen; aber auch an die Hügel anstoßende „Beete“ fanden sich vor, deren eines, 30 Met. lang, gleichfalls untersucht und auch als Grabstelle durch eine Anzahl Urnen bezeichnet wurde. Sodann zog sich die Expedition in die Gegend von Beckum und Büdebusch mit ihren imponierenden Steindenkmälern und zahlreichen Grabhügeln, wo südlich von letzterem Orte eine Gruppe von 16, theilweise vorher schon geöffneten Hügeln die Thätigkeit der Forscher in Anspruch nahm. Ein Hügel ergab 16 Gefäße, darunter ein verziertes, mehrere mit Deckeln oder Henkeln, meist ansehnlich groß, eines 40 cm. hoch; andere zeigten solche in geringer Zahl.

Die sämmtlichen an den verschiedenen Orten untersuchten Hügel waren von reinem Sande aufgeschüttet; Gestein zeigte sich verhältnißmäßig sehr selten; doch schienen ein paarmal kleinere Haufen von Geröllsteinen absichtlich angeordnet zu sein. Ein einziges Mal befand sich ein Stein von ziemlicher Größe in einem Gefäß selbst, ein Vorkommen, das in den dortigen Urnenfriedhöfen bekanntlich sehr häufig ist. Die Stellung der Urnen selbst in dem Hügel war verschieden; meistens zeigten sie sich isoliert, seltener nebeneinander, resp. aufeinander. Der Inhalt war immer derselbe, Sand mit gebrannten Knochen vermengt; in manchen Fällen waren kleine Beigefäße hinzugefügt; in zweien fanden sich spärliche, formlose kleine Stückchen von Bronzebeigaben. Im Ganzen wurden 172 Urnen ausgegraben, so daß deren 10 Kisten voll an das Provinzialmuseum in Hannover gesendet werden konnten.