4) Nach einer Mittheilung des Conservators Jenny an die k. k. Cent.-Comm. f. K. u. hist. Denkm. zu Wien, wurde in Nüziders in Vorarlberg ein Bronzecelt gefunden.
5) Conservator Hraše berichtet derselben Commission über Fund und Eröffnung heidnischer Grabhügel im Walde Sáka bei Opočno und von 4 erhaltenen Gräbern bei Přepich.
6) Im Schlußhefte des 5. Bandes der Mittheilungen der k. k. Cent.-Commission f. K. und hist. Denkmale gibt E. Richter Notizen über die seit 1823 am Dürenberge bei Hallein gemachten keltischen Funde, worin auch neuerer dort gemachter Funde Erwähnung geschieht. Wenn auch einzelnes zersplittert worden sein mag, so ist doch die Mehrzahl in das Museum zu Salzburg gekommen und von dem genannten Berichterstatter daselbst geordnet worden. Derselbe erhofft von systematischen Ausgrabungen wichtige Ergebnisse.
7) Zu Salzburg wurde nach einer Nachricht desselben Berichterstatters ein römischer Votivstein gefunden, welcher die Inschrift trägt: I(ovi) O(ptimo) M(aximo) et om(nibus) dibus (sic statt diis) M(arcus) Ulp(ius) Philippius B(eneficiarius) Egnati(i) Prisci proc(uratoris) Aug(usti) v(otum) so(lvit) l(ibens).
8) Conservator Hauser hat der genannten Commission über Aufdeckung von Mauerresten zu Wartmannstetten, unweit Neunkirchen berichtet, die den Eindruck des Profurniums eines römischen Hauses machten.
9) Xanten, 15. Januar. Dem hiesigen, seit drei Jahren bestehenden niederrheinischen Alterthums-Verein ist es gelungen, an der Nordseite der Stadt, vor dem Clever Thore, wichtige Aufdeckungen zu machen. Auf dem sogenannten Steinacker sind nämlich großartige Fundamente bloßgelegt worden, auf denen noch Mauerreste von 0,5 bis 1 Mtr. Höhe stehen. An einer Stelle, an der man bis auf das Ende des Fundaments gehen wollte, reicht dasselbe in eine Tiefe von fast 5 Mtrn. Eine Längsmauer, in der mehrere Thoröffnungen bemerkbar sind, erreicht bis dahin schon die Länge von 60 Mtrn.; die Dicke dieser Mauer, welche nicht überall gleichmäßig ist, beträgt 1,5 Mtr., die des Fundaments 2 Mtr. Dabei ziehen sich gewaltige Quermauern nach beiden Seiten hin. Das Mauerwerk selbst scheint römischen Ursprungs zu sein. Davon zeugen die im Schutte massenhaft vorkommenden quadratischen Dachziegel, sowie drei römische Münzen aus der Zeit der Antonine. Das Baumaterial ist ein harter Schiefer, welcher durch einen mit Ziegelmehl oder zerstoßenem Tuffstein gemengten Kalk verbunden ist. Die Maurerarbeit ist vortrefflich. Vielfach findet man die Wände mit einem steinharten Beton beworfen, fein geglättet und tapetenartig bemalt. Jetzt hat durch den Frost die Aufdeckungsarbeit eingestellt werden müssen; aber allen, welche sich dabei betheiligten, wird es klar, daß diese gewaltigen Substruktionen sich sehr weit erstrecken werden und der Schwerpunkt der Colonia Trajana sich demnach weniger am Fuße des Fürstenberges, sondern vielmehr im Norden der Stadt Xanten befunden habe. Auffallend ist es, daß kein Ziegel, wie sonst, ein römisches Legionszeichen an sich trägt, vielmehr vielfach auf der einen Seite Wellenlinien zeigt, welche dem Ziegel in seinem nassen Zustande etwa mit einem scharfen Besen beigebracht worden sind. Hoffentlich werden bald kundige Männer die Fragen nach Ursprung und Zweck dieser großartigen Mauerreste zu lösen wissen, auch die Frage, welche schon aufgetaucht ist, ob wir es hier nicht vielleicht mit einem germanischen Werke zu thun haben, das aber nach römischer Art gebaut ist. Das Nibelungenlied und der Volksglaube, daß im Norden Xantens die Sigfriedsburg gestanden habe, rückt diese Frage nahe.
(Voßische Ztg., Nr. 21. nach d. Köln. Ztg.)
10) Ueber die gelungene Erneuerung des mit Mosaiken der altchristlichen Periode geschmückten Gewölbes der Domkirche zu Triest enthält dasselbe Heft der Mittheilungen eine, den technischen Vorgang beschreibende kurze Notiz, in welcher Weise erst durch eine innere Lage von Papier und Gips auf einer Unterlage das Mosaikgemälde festgehalten, hierauf das Gewölbe Stein um Stein weggenommen und erneuert, sodann durch einen Cementguß eine feste Verbindung des neuen Gewölbes mit dem Mosaikbild hergestellt, dann die innere Stütze nebst Gips und Papier weggenommen wurde.
11) Im Monate Oktober v. J. wurden in Wien an der Ecke des Bauernmarktes und der Goldschmiedgasse Baureste einer spätromanischen Kirche gefunden, Pfeilerstücke, Kapitäle u. A., theilweise mit der ehemaligen Bemalung. Auch eine freigelegte Feuermauer eines Hauses zeigte romanische Technik.