12) Die interessante romanische Paulskirche in Worms, welche gegenwärtig Ruine ist, wird wiederhergestellt und im Innern entsprechend ausgestattet werden, da sie der dortige Geschichts- und Alterthumsverein auf 30 Jahre gemiethet hat und in derselben eine Sammlung von Alterthümern und Geschichtsdenkmalen aufstellen wird. Wir begrüßen mit Freude dieses Unternehmen, durch welches sowohl der fernere Bestand der Paulskirche gesichert ist, als auch für die zahlreichen in Worms befindlichen und daselbst und in der Umgegend fortwährend zu Tage tretenden Gegenstände ein passender Zufluchtsort gegründet wird.

13) Das k. k. österr. Unterrichtsministerium hat einige bauliche Restaurierungen des Domes zu Trient, insbesondere die Erneuerung des Dachstuhles, auf Grund der Aeußerungen der k. k. Cent.-Comm. f. K. u. hist. Denkm. und des Hochbaudepartements des Ministeriums des Innern genehmigt.

14) Die Verhandlungen über den Abbruch des Rathhauses zu Alsfeld in Hessen, eines gothischen Holzbaues von 1512 sind nun wohl definitiv zu Ende und das Bauwerk gerettet. Es war nicht eine administrative Behörde, sondern eine parlamentarische Versammlung, der Provinzialausschuß der Provinz Oberhessen, worin auch die Stadt Alsfeld vertreten war, welcher die Entscheidung in Händen hatte und, nach eingeholtem Gutachten von 4 Sachverständigen, nicht blos der Gemeinde das Recht absprach, das seit einigen Jahren durch Vernachlässigung schadhaft gewordene Rathhaus zu zerstören, sondern ihr auch die Pflicht auferlegte, das Versäumte nachzuholen und das Gebäude dauernd in gutem Stande zu erhalten, so daß der Stadt und dem Lande ein historisch denkwürdiges Kunstwerk und eine hervorragende Zierde erhalten bleibt, deren Werth nicht einmal der Vertreter der Stadt im Provinzialausschusse anzufechten gewagt hatte, da in der That kein anderes Motiv von der Stadtgemeinde geltend gemacht worden war, als die Absicht, jetzt die nur wenige hundert Mark betragenden Herstellungskosten, in Zukunft aber die Erhaltungskosten, zu sparen, und die deshalb erst das Kreisamt, nach dessen Weigerung den Kreisausschuß und zuletzt den Provinzialausschuß zur Behandlung der Angelegenheit genöthigt hatte.

15) Im Hafen von Chatham ist kürzlich bei den Arbeiten zur Erweiterung der dortigen Werfte der Ueberrest eines alten holländischen Kriegsschiffes aufgefunden worden, und es hat sich herausgestellt, daß dies der Rest eines jener Schiffe ist, welche zur Zeit Karls II. unter Trump und Ruyter die Themse hinaufsegelten und die Londoner in Schrecken setzten. Von den auf dem Schiffe gefundenen Geschützen sollen einige in nachbarlicher Höflichkeit der niederländischen Regierung als historische Andenken zum Geschenk gemacht werden; die übrigen dürften im Arsenal zu Woolwich bleibende Aufstellung finden.

(Staatsanz. f. Württemberg., Nr. 4.)

16) Bei Lehmke, Amt Oldenstadt, in einer Gegend, die den Archäologen durch Funde schöner heidnischer Alterthümer sehr bekannt ist, wurde, so wird dem „Hann. Cour.“ geschrieben, vor einiger Zeit auch ein werthvoller mittelalterlicher Fund gemacht. Ein Knecht, mit Kulturarbeit beschäftigt, stieß auf ein Gefäß mit s. g. Bracteaten, dünnen und nur einseitig geprägten Silbermünzen, die für den Numismatiker großes Interesse haben. Der Schatz soll ursprünglich aus ca. 1600 Stück derselben bestanden haben; über 1200 Stück wurden dem Herrn Kreishauptmann zu Oldenstadt eingeliefert. Dieselben zeigen meistens das Bild eines Löwen, theils von der rechten, theils von der linken Seite, stehend oder über einen Thurm hinwegsetzend, über Mauerzinnen stehend etc. Andere Gepräge sind im Funde nur durch wenige Stücke vertreten, so einige mit einem Brustbilde, das in den Händen Schwert und Fahne hält, und unter dem ein horizontal liegender Schlüssel sich befindet.

Vorstehende Notiz findet sich nebst Beschreibung der einzelnen Typen von M. Bahrfeldt in Nr. 12. des numismatisch-sphragistischen Anzeigers.

17) Die Blätter für Münzfreunde bringen in Nr. 81 Nachrichten über folgende, in jüngster Zeit in Franken gemachte Münzfunde: Aus Kulmbach wird die Auffindung einer Anzahl Goldmünzen vom 11.-15. Jhdt., aus Abtsweier die Auffindung von 6 Goldmünzen des 14. Jhdts., aus Stübach bei Neustadt a. A. ein Fund von 19 Gold- und 157 Silbermünzen der ersten Hälfte des 16. Jahrh., aus Neumarkt die Auffindung von 75 Kipperzwanzigern und einigen Thalern des 17. Jhdts. gemeldet; in Bruckberg wurden 250 Gulden oder Zweidrittelsthaler von 1660–1700 gefunden, worunter große Raritäten sich befunden haben sollen, in Ansbach ein Schatz von Zwanzigern, Zehnern, Fünfern und Batzen des 18. Jhdts.

18) Moskau. Wie seiner Zeit berichtet, fand der Moskauer deutsche Konsul bei einem Antiquar einen seltenen Pokal aus dem 17. Jahrhundert, einen sogenannten Thalerhumpen, aus verschiedenartigen Münzen zusammengesetzt. Einzelne der Münzen bieten durch ihr Alter und die Beziehungen zur deutschen und brandenburgischen Geschichte ein besonderes Interesse. Dieser Umstand war es besonders, der in mehreren deutschen Reichsangehörigen den Wunsch weckte, ihren Kaiser durch diesen Fund zu erfreuen. Durch die Vermittelung der deutschen Botschaft gelangte der Pokal trotz der Kürze der Frist noch rechtzeitig auf den kaiserlichen Weihnachtstisch. Der Pokal besteht aus 24 Thalerstücken, während eine große Denkmünze aus der Zeit des großen Kurfürsten den Deckel bildet. Die Vorderseite derselben zeigt den gewaltigen Herrscher in einer so vorzüglich scharfen Prägung, wie wir sie bei deutschen Denkmünzen der letzten Jahrzehnte leider vergeblich suchen. Sie ist geschlagen im Jahre 1663, um die Besitzergreifung Preußens, und zwar des unabhängigen Herzogthums, zu feiern; wir finden deshalb in der Umschrift bereits den Titel: Superior Dominus, dux Prussiae. Der Revers der Medaille ist ebenfalls diesem Ereigniß gewidmet. Wir sehen den kurbrandenburgischen Adler, auf dessen Flügeln sich zwei kleinere erheben, wahrscheinlich um auf Erwerbungen der Jahre 1637 und 1648 hinzudeuten. Brandenburg weiß zu vertheidigen, was es einmal erworben, das besagt das Schwert in der rechten Adlerklaue mit der Devise: „defendit“; es versteht aber auch Neues zu erwerben „et auget“; deshalb hält die Linke eine Krone mit der obigen Inschrift: „Dom. sup. Prussiae“ fest umspannt. Der äußeren Form nach zu schließen scheint es die sogenannte kaiserliche Hauskrone zu sein; ob und welcher Gedanke jedoch dadurch ausgedrückt werden soll, lassen wir dahin gestellt. Um das Ganze schlingt sich der Vers:

„Nec imbellem feroces