Progenerant aquilae columbam.“
Stolze Adler erzeugen
Keine wehrlose Taube.
Es ist dieselbe Inschrift, die, wenn wir nicht irren, vor wenigen Jahren in dem Knopfe des Nikolaikirchthurms zu Berlin gefunden wurde. In der oberen und unteren Reihe sehen wir zwölf Münzen von Ferdinand II., als Erzherzog von Oesterreich; in der mittleren dagegen acht mit dem Bildniß Leopolds aus den Jahren 1620–1624. Daran schließen sich je zwei Münzen von Christian und Johann Georg von Sachsen; Ersteren wählten die Protestanten nicht zum Haupte der Union, und er stand deshalb zu Oesterreich; Letzterer hat während des dreißigjährigen Krieges, wenige Jahre abgerechnet, treu zu Ferdinand II. und III. gehalten.
Wie aber der Pokal seinen Weg nach Moskau gefunden, darüber lassen sich kaum Vermuthungen, geschweige denn ein sicherer Nachweis aufstellen.
(Nordd. Allg. Ztg. Nr. 43.)
19) Als König Friedrich I. am 18. Januar 1701 den hohen Orden vom Schwarzen Adler stiftete, bestimmte er zugleich, daß die alte Kapelle im königlichen Schlosse als Ordenskapelle für die Ceremonien des Ordens benutzt werden sollte. Diese Kapelle und die Schloßkirche zu Königsberg in Preußen werden auch in den Statuten des Ordens ausdrücklich als Ordenskapellen bezeichnet. Bis zum Tode des Königs Friedrich I. sind auch, wenn nicht bauliche Veränderungen daran hinderten, die Ordenscermonieen darin gehalten worden. Unter den folgenden Königen hatten weder Investituren, noch Kapitel des Ordens statt; erst König Friedrich Wilhelm IV. belebte den Orden aufs neue. In den revidierten Statuten blieb die frühere Bestimmung in Kraft, daß die alte Kapelle Ordenskapelle sein solle; die Einrichtung derselben zu diesem Zweck unterblieb aber zunächst, während die Paradekammern an der Lustgartenseite sämmtlich wieder in Stand gesetzt wurden. Auf besonderen Befehl seiner Majestät des Kaisers und Königs ist nun im verflossenen Jahre die Restauration der Kapelle vorgenommen worden. Die Stuckarbeiten, die Vergoldungen, die Anstreicherarbeiten u. s. w. wurden auf das sorgfältigste wiederhergestellt. Alles Vorhandene ist dabei unverändert beibehalten, nur die Seite gegen die Bildergallerie, deren Architektur und Ornamentierung früher nur gemalt war, ist plastisch, den drei anderen Seiten entsprechend, und unter Verwendung gleicher Materialien ausgeführt worden. Zum Schmuck des Frieses über den Säulen ist en relief vergoldet die Kette des schwarzen Adlerordens angebracht worden. Das Deckenbild der Laterne ist restauriert, die Deckenbilder der Voute aber sind, da die vorhandenen zerstört und ganz unkenntlich waren, vom Professor E. Ewald neu gemalt worden. Den Statuten des Ordens gemäß, sind nach Angabe des Ober-Ceremonienmeisters Grafen Stillfried-Alcantara die Wappen der lebenden Ritter des Ordens in dem Fries zwischen den Kapitälen der Wandpilaster angebracht worden. Zur weiteren Charakterisierung der Kapelle soll ein Bild des Stifters über dem Kamin und ein großes Bild der Stiftung des Ordens unter Benutzung einer vorhandenen Skizze von Pesne den Fenstern gegenüber an der Wand seine Stelle finden.
(D. Reichsanz., Nr. 9.)
Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.