154) Viele Zeitungen bringen die erfreuliche Nachricht, daß die kgl. Regierung zu Danzig angewiesen worden ist, für die Wiederherstellung des Hochmeisterschlosses zu Marienburg, des glänzendsten deutschen Profanbaues aus dem Mittelalter, einleitende Schritte zu thun.

155) Bielefeld, 17. Oktober. Wir lesen in der „Ess. Ztg.“: Mit der Restauration der bei unserer Stadt gelegenen Burg Sparenberg, welche in diesem Jahre wieder in den Besitz der Stadt übergegangen ist, hat man bereits begonnen. Die unansehnlichen Wirtschaftsgebäude, welche die herrliche Aussicht nur hinderten, sind abgebrochen, und die Parkanlagen in dem angrenzenden Terrain werden nach dem Plane des rühmlichst bekannten Gartenkünstlers Jürgens zu Hamburg ausgeführt. Da die Aussicht von dem Berge aus jedenfalls eine der schönsten von ganz Norddeutschland ist, so kann man annehmen, daß der schon jetzt beträchtliche Fremdenverkehr immer mehr zunehmen wird. In den Räumen der Burg selbst beabsichtigt der historische Verein ein Museum Ravensbergischer Alterthümer anzulegen.

(Nordd. Allgem. Zeitung, Nr. 492.)

156) Bei der Restauration eines geputzten Hintergebäudes ist in Frankfurt a. M. eine ganz in Holz geschnitzte Façade des 16. Jahrhunderts bloßgelegt worden. Die Fenster sind von Hermen flankiert; an einer dieser Hermen ist die Jahreszahl 1590, an dem in Stein gehauenen Portal die Zahl 1587 angebracht.

(Kunst u. Gewerbe, Nr. 46.)

157) Die Sammlung älterer Malereien, die, obwohl mehrfach in Werken früherer Zeit ihrem inneren Werthe nach gewürdigt, doch in ganz vernachläßigtem Zustande, bis zur Unkenntlichkeit mit Rauch und Staub überzogen, sich bisher auf dem sogenannten Marter- (richtiger wol Märtyrer-) Chore der Marien- oder Oberkirche zu Frankfurt a. O. untergebracht fand, ist endlich durch den statistisch-historischen Verein der genannten Stadt, der unter der kundigen und thätigen Vorstandschaft des Prorectors Schwarze, sich die größten Verdienste um die Geschichte und die Alterthumsdenkmäler Frankfurts erwirbt, hervorgezogen und wird durch Maler Mühle gereinigt und in schonender Weise restauriert. Die Sammlung mit einer Stückzahl von etwa 40 Bildern verschiedenster Größe enthält keineswegs blos kirchliche Darstellungen; sie ist offenbar von mehreren Orten zusammengetragen und ohne anderen Zweck aufgestellt, als um die einzelnen Stücke vor dem unmittelbaren Untergange zu bewahren. Es kommen darunter ziemlich viele Porträte vor, welche, vom 16. bis in das 18. Jahrhdt. reichend, interessante Beispiele zur Kostümgeschichte liefern und noch aus der späteren Zeit werthvolle Malereien aufweisen. Die ältesten reichen bis in das Ende des 15. oder den Anfang des 16. Jahrhunderts zurück. Unter ihnen fällt namentlich ein umfangreiches Rosenkranzbild in schön geschnitztem, gothischem Rahmen auf. Etwas jünger ist ein großes Todtentanzbild, das zugleich als Kostümstück hohes Interesse bietet. Ueberhaupt sind in den älteren Malereien allegorisierende Beziehungen mit Vorliebe betont und haben neben den legendarischen Darstellungen zu märchenhaften, wie in der Sage von den dankbaren Todten, oder zu genreartigen, wie in der Begegnung der Blockflöten tragenden Musikanten mit dem büßenden Hiob, Anlaß gegeben, der in jener Zeit selten wiederkehrt und gewiß die Aufmerksamkeit der Kunstforscher verdient. In den Mittheilungen des genannten Vereines werden die wichtigsten dieser Gemälde behandelt werden; leider fehlt es in Frankfurt an jeder Oertlichkeit, wo dieselben nach ihrer Restauration entsprechend aufgestellt und weiteren Kreisen zugänglich gemacht werden könnten.

von Eye.

158) In Fetzelhofen bei Höchstadt a. A. machte ein Oekonom einen Münzfund. Derselbe befand sich angeblich in einer eisernen Kiste und besteht aus ca. 11000 Stück sog. Schwarzpfennigen aus dem 14. und 15. Jahrhundert. Es sind dabei, soviel ersichtlich, namentlich Henneberg, Mainz und Würzburg vertreten. Das kgl. Münzkabinet in München steht mit dem Finder in Kaufunterhandlung.

G.

159) In Leonberg (bei Regensburg) ist ein kleiner Münzfund gemacht worden. Derselbe besteht aus ca. 100 Schwarzpfennigen oder Denaren des 14. Jahrhunderts und sind dabei: 50 Regensburger Herzogsmünzen, 40 Regensburger Conventionsmünzen vom Herzog und Bischof, 7 Rupert von Amberg und ein Böhme.