Literatur.
Neu erschienene Werke.
17) Quellen zur Geschichte Siebenbürgens aus Sächsischen Archiven. I. Band. I. Abtheilung. — Rechnungen aus dem Archiv der Stadt Hermannstadt und der Sächsischen Nation. I. Band von c. 1380–1516. Hermannstadt, 1880. 8.
Je mehr die Magyaren gegen alles Deutsche bei sich und unter ihnen vorgehen, desto standhafter stellt sich, was gut deutsch ist und bleiben will, festgeschlossen um das geistige, keinem entreißbare Erbe der heimischen Geschichte.
Die Veröffentlichungen des „Vereins für siebenbürgische Landeskunde“ bezeugen dieses in steter und vermehrter Folge wissenschaftlicher Schriften. Eine hervorragende Arbeit liegt nun eben vor, als Beginn eines umfassenden Planes, welchen ein Ausschuß besagten Vereines mit Mitteln der sächsischen Universität auszuführen entschlossen ist.
Der stattliche und sorgsam gehaltene Band siebenbürgischer Geschichtsquellen ist für alle Deutschen in mehrfachem Betracht beachtungswerth. Er enthält, wie man sieht, nur öffentliche Rechnungen über Steuern, Gefälle, Zollabgaben u. a., meistens aus dem 15. Saeculum; allein man weiß heute, was solche statistische Belege in sich bergen, und welch wichtige Erhebungen aus ihnen gewonnen werden: ein gut Theil des bürgerlichen, wirthschaftlichen und gewerblichen Lebens spiegelt sich aus diesen, in unseren Städten schon frühzeitig und mit Recht wohlgeordneten Papieren. Nicht gering erscheint die Ausbeute für die Sprache jener Zeit. Ein reiches Personenregister und ein Glossar kommt hiebei erwünscht zu Hilfe.
Eine Beigabe von 7 Tafeln mit den Wasserzeichen der Schriftstücke verdient eigenes Lob. Solche Zusammenstellungen sollte jedes Archiv sich anlegen; ich habe bei meinen früheren Arbeiten auf der Münchener Bibliothek gar manchmal diesen Mangel gefühlt; oft könnte aus dem Wasserzeichen des Papiers die Herkunft einer Handschrift bestimmt werden. Auch künstlerisch sind diese Kennzeichen gar nicht bedeutungslos. Ich finde hier manchen alten Bekannten vertreten.
Die deutsche Wissenschaft wird dieses ernste Unternehmen berufener Männer würdigen und benützen, wie es ihr zusteht.
München.
G. M. Thomas.