168) In Assens fand man, wie der Abdruck eines Artikels aus der Gazette de Lausanne im Anzeiger für schweizerische Alterthumskunde ersehen läßt, im Mai d. J. burgundische Gräber, die der Mitte des 5. Jahrhdts. unserer Zeitrechnung angehören.
169) Unter dem 18. November wird der Nordd. Allg. Ztg. aus Hannover gemeldet, daß ein Mann in Rabber bei der Gartenarbeit ein merovingisches Goldstück aus dem 7. Jahrh. gefunden habe, die erste Münze dieser Zeit, die dort zu Tage gekommen, während römische dort häufiger gefunden wurden.
170) Gernsheim, 16. Juni. Bei der Fundamentierung des neuen Chorbaues an hiesiger Kirche fanden sich sowohl Grundmauern einer älteren Kirchenanlage, als auch mannigfache Reste von gothischen Baugliedern, wie Bruchstücke von Maßwerk und Rippen mit Birnstabprofil, so daß danach eine gothische Kirche und wol ein Bau des 14. Jahrhunderts an derselben Stelle gestanden hat. Eine dabei gefundene Goldmünze wurde leider verschleppt, ohne daß ihr Alter und Gepräge näher bestimmt werden konnte. Zahlreiche an der Baustelle gefundene Hufeisen rühren, wie behauptet wird, aus der Schwedenzeit her. Eine Turnose mit dem Avers: † PHILIPPVS REX und dem Revers CIVISTVRONVS (sic!) war früher schon an der Stelle gefunden worden.
(Correspondenzbl. d. Gesammtver. d. deutsch. Geschichts- u. Alterthumsvereine, Nr. 9.)
171) Nachdem die bauliche Restauration des St. Stephansdomes zu Wien bisher zum größten Theile auf Staatskosten bestritten wurde, hat sich nunmehr dortselbst ein Dombauverein gebildet, um die Mittel zur vollständigen würdigen Herstellung, insbesondere des Inneren der Kirche, zu beschaffen.
172) Die Restaurierungs- resp. Conservierungsarbeiten an der Barbarakirche in Kuttenberg werden mit Energie betrieben. Zunächst wird ein Fenster in der Smisek’schen Kapelle auf Staatskosten hergestellt.
(Mittheil. d. k. k. Centr.-Comm. f. kunst- u. histor. Denkmale, VI. Bd., 4. Heft.)
173) Basselland Muttenz. Wie dem „Landschäftler“ geschrieben wird, soll eine Wiederherstellung der Muttenzer Kirchhofmauer und der beiden Thorthürme in Aussicht genommen worden sein. An der Westwand der Kirche sind nun die in der „Gesch. der bild. Künste in der Schweiz“, S. 663, Nr. 2 erwähnten Wandgemälde, eine ausführliche Schilderung des jüngsten Gerichtes, vollständig abgedeckt worden.
(Anzeiger f. schweiz. Alterthumsk., Nr. 4, n. d. Allg. Schweiz. Ztg.)
174) In der oberen, nur selten benützten Sakristei der Stadtkirche zu Guben (einer Hallenkirche in Backsteinbau, deren älterer Theil in seiner jetzigen Gestalt zwischen 1300 und 1400 entstanden ist) hat der gegenwärtige Custos Lehmann eine größere Zahl von Steinfliesen (etwa 15 cm. im Quadrat) mit eingepreßten Bildern entdeckt. Diese stellen dar: einen Baum mit langen, herabhangenden, schmalen Blättern und je einem langhalsigen Vogel zu beiden Seiten, einen Hirsch, hinter welchem der Jäger mit einem Hunde, ein regelmäßiges Fünfeck mit kaum mehr erkennbarer wappenartiger Zeichnung u. A.