Ime Keller: Ongeuerlich funff fuetter weins in sechs vassen, ein achzehen eimerig leer vas, sieben halb fuetterige vas, sieben vesslein ongeuerlich 2. 3. oder 4 eimer, ein grosser ablashanne.

Schwarzenberg.

A. Mörath.


Initial vom 11. Jahrhundert.

In der Miniaturensammlung des germanischen Museums befindet sich als Nr. 22 ein Pergamentblatt eines Kleinfoliomanuscriptes, welches auf der Rückseite einen zweispaltigen Text in Schriftzeichen des 11. Jhdts., auf der Vorderseite aber in einer Umrahmung einen großen Anfangsbuchstaben B trägt, an welchen sich in kleiner Schrift die Widmung (B) „eatissimo pape Stephano Ambrosius Autbertus presbiter“ anschließt. Die äußeren Linien des Rahmens haben eine Länge von 17,8 bei einer Höhe von 24,7 cm. Der Rand sowie der Buchstabe B sind mit Minium gezeichnet, vier Brustbilder in den Eckfeldern, hinter welchen der Grund grün angelegt ist, mit schwarzer Tinte, ebenso die vier Brustbilder von Heiligen mit goldenem Nimbus in silbernen Kreiseinfassungen auf blauem Grunde; rothe Punkte auf den Wangen, sowie bei dreien unter den letzteren Brustbildern goldene Gewandsäume und Spangen vervollständigen den Farbenschmuck. Auch im Initial selbst ist das Grüne und Blaue, theilweise Gelb, verwendet, um den Hintergrund zwischen den Ornamenten auszufüllen. Goldene Bänder sowie zwei Goldrosetten halten die Ranken zusammen. Der Grund hinter dem Initial ist rothbraun gefärbt, wovon sich die Majuskeln der Schrift in weißem Auftrage abheben. Die Figürchen in den Ecken, welche keine Nimben tragen, sind bezeichnet: G. E. G. (radiert), Engelo, Cunr̄, Teodor̄; sämmtliche sind durch die Tonsur als Kleriker bezeichnet. Welchem Kloster sie entstammen und welcher Zeit, geht jedoch daraus nichts hervor. Das obere Brustbild in Mitte ist als Sanctus Vitus, das untere als Sancta Maria bezeichnet. Die beiden Heiligen zur Seite, von welchen der eine durch die Tiare als Papst charaktrisiert ist, haben keine Beischrift. Auch die Spruchbänder sind leer. Der Charakter des Ornaments erinnert noch an die zur Zeit der Ottonen übliche Ornamentik der Initialen; ebenso der Hintergrund, der sicher nur schlechter und deshalb verschossener Purpur ist. Die um den senkrechten Stamm des B kriechenden Drachen, der aus Ornament gebildete Mensch und das Fratzenhafte mit Thierklauen sind aus anderen ähnlichen Werken des Mittelalters bekannt genug; das ganze Blatt zeigt kaum etwas Neues, aber es ist ein gutes Beispiel der Buchverzierung des 11. Jhdts.

Der Text der Rückseite beginnt mit einem kleinen Initial S, gleich dem großen mit Mennig gezeichnet, und theils blauer, theils gelber Bemalung des Grundes. Er lautet, in Majuskeln fortgesetzt: Sanctorum ecclesia, que corpus redemptoris sui est, cujus tu quoque pontificalis ordinis primatum sortitus es inter cetera sua miracula verbo, (worauf in Minuskeln der Text sich fortsetzt) predicationis eminet. Vt enim........

Das Blatt kam mit der frhrl. v. Aufseß’schen Sammlung in das Museum und enthält von der Hand des Herrn v. Aufseß die Notiz mit Bleistift: Ambrosius Autbertus † 778, Abt zu St. Vincenz in Abruzzo. Homelien. Sind gesammelt Martène Tom. IX., Zeit K. Heinrichs II. Mit letzterer Angabe als Zeitbestimmung für die Herstellung des Codex, dem das Blatt angehörte, stimmen auch wir vollständig überein. Die Notiz über den Verfasser genügt, um diejenigen Leser, welche sich für dieselbe interessieren, auf den richtigen Weg zu lenken, ihn zu suchen. Wir haben blos die Absicht, in der beistehenden Abbildung die charakteristische Zeichnung, wenn auch zur Hälfte verkleinert, als Beitrag zur Buchverzierung der romanischen Kunstperiode wiederzugeben, die uns so viele kostbare Schöpfungen hinterlassen hat. Auf einige ältere Initialen, die das Museum besitzt, werden wir gelegentlich hinzuweisen haben; auch jüngere sollen folgen.

Nürnberg.