40) In Pritzwalk und in der Umgegend hat sich ein Komité gebildet, um in der Stadt Pritzwalk in den Tagen vom 15. bis 23. Mai eine Ausstellung von Alterthümern aus der Priegnitz und den angrenzenden Kreisen zu veranstalten. Die Ausstellung soll in den Sälen des Garnatzschen Lokals stattfinden und sich erstrecken auf das kulturgeschichtliche Gebiet des Alterthums, des Mittelalters und der Neuzeit; auf Fundstücke aller Art; auf kirchliche Gegenstände; auf Waffen- und Rüststücke; auf Haus- und Wirthschaftsgeräthe; auf Richt-, Straf- und Folterwerkzeuge; auf Raritäten jeder Art; endlich auf das naturgeschichtliche Gebiet der Mineralogie und Geologie, der Botanik und Zoologie. Das Komité richtet an die Freunde des Alterthums, an Behörden, Kirchen, Schulen, Korporationen, Vereine, Innungen und Familien, besonders an die Rittergutsbesitzer, die Bitte, es durch leihweise Hergabe der in ihrem Besitz befindlichen Gegenstände der obenbezeichneten Arten zu unterstützen. Die Kosten für den Transport werden nach Maßgabe der bei der Ausstellung zu erwartenden Einnahmen auf Wunsch gerne vergütet, auch ist das Komité erbötig, die Gegenstände selbst abholen zu lassen und nach Schluß der Ausstellung den Eigenthümern unversehrt wieder zuzustellen. Der Reinertrag des Unternehmens dient der Unterstützung des Johanniter-Kreiskrankenhauses in Pritzwalk. Anmeldungen von Gegenständen mögen unter Bezeichnung des Ursprungs, soweit dies eben möglich ist, an den Schriftführer, Bürgermeister Beyer in Pritzwalk, gerichtet werden.

(Deutscher Reichs-Anzeiger, Nr. 55.)

41) Die Société Dunkerquoise pour l’encouragement des sciences hat je eine goldene Medaille von 200 Fcs. Werth für die beste Studie über das Leben und die Arbeiten des Charles Coquellin, sowie die Geschichte der Wissenschaften, Literatur und Künste in Seeflandern ausgeschrieben. Einreichungstermin 1. Okt. 1880.

Oeffentliche Bitte an Bibliothekvorstände. Im Begriffe, den in genauer, von dem Bibliothekar des Prämonstratenser-Stiftes Tepl, Hrn. Philipp Klimês, besorgter, Abschrift vorliegenden Tepler Pergament-Codex s. a. (1350?) (sig. ψ VI. 139), welcher eine Deutsche Uebersetzung des Neuen Testaments enthält, herauszugeben, gestattet sich die Unterfertigte an die TT. HH. Bibliothekvorstände und B.-Besitzer die ergebene Bitte zu richten, ihr von dem Vorhandensein weiterer, vor der ersten gedruckten deutschen Bibel geschriebener deutscher Uebersetzungen des Neuen Testaments gefälligst Kenntniß zu geben, damit dadurch der Entscheidung der Frage, ob es mehrere selbständige oder nur eine deutsche Hauptübersetzung gewesen, welche den vor Luther gedruckten deutschen Bibelübersetzungen zu Grunde gelegen, von der die übrigen nur als mit mannigfachen Veränderungen im Ausdrucke gefertigte Abschriften sich erweisen dürften, näher getreten werden könne. Für eine genauere Beschreibung der fraglichen Codd. würden wir ganz besonders dankbar sein.

Die Verlagshandlung des Literar. Instituts von Dr. M. Huttler in Augsburg.


Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.

Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.


Gedruckt bei U. E. Sebald in Nürnberg.