Eigenhändiges Original in der k. Hof- und Staatsbibliothek zu München: Cod. Germ. 2210, Fol. 53.
2.
Erzherzog Maximilian an Herzog Maximilian.
1604, August 15.
Wir haben einen Knaben, unsers underthanen kind, von Mergentheimb, mit nahmen Martin Mitternacht, der nit ein bose inclination zu der Mahlerkunst hat, sich auch in derselben albereit vor sich selbsten zimlich angelassen, daher wir bewogen, ihnen ferner lernen, auch derentwegen mit E. Ld Mahler Hansen Werle handlung pflegen lassen, daß er ihne auf eine Zeit zu sich nehmen und unterweisen wolle. Wann[155] aber Werle sich mit dem entschuldigt, daß er außer E. Ld bewilligung niemand aufnehmen und lehren dörfe alß gelang an E. Ld hiemit unser ganz freundlich gesinnen,[156] sie uns diese freundschaft erzeigen und ihrem Maler erlauben wollen, daß er obbemelten knaben zu sich nehmen und in der Kunst anbrengen[157] möge. — Geben zu Insprugk den 15 Augusti aº 1604.
Original im k. Staats-Archiv zu München.
3.
Albrecht Dürer.
Der churpfälzische Rath Georg Michael Lingelsheim an Jakob Bongars.
Heidelberga 7 novembris 1607.
Cäsar cognovit in superiore Palatinatu esse picturam Dureri artificiosissimam in arce quadam Papebergi, quod exiguum est oppidulum ad Eschebachum; ea deposita jacebat in angulo obscurissimo situ peritura. Caesar cum magnis precibus ab Anhaltino et electore[158] petit, pro magno murere, quod se artificiosis hujusmodi tabulis oblectare soleat. Metus est, ut jam producatur ad superstitionem: nihilominus Caesaris desiderio satisfiet.
Jacobi Bongarsi et Ge. Mich. Lingelsheim epistolae, Argentor. 1660, pag. 235.