[18] Vergl. die Abbildung des Wappens in H. Kurz, Gesch. d. deutsch. Lit. I (6. Aufl. Leipzig 1873), S. 747, wonach Niclas v. Wyle auch drei Sterne im Wappenschilde führte.
[19] Vgl. Ad. v. Keller, Niclas v. W. Translationen, S. 113 f.
[20] Sattler, a. a. O. V, 273.
[21] Fr. v. Stälin, a. a. O. III, 596.
[22] Fr. v. Stälin III, 763 f. u. 758.
[23] Ad. v. Keller, Decameron v. Heinr. Steinhöwel (51. Publ. d. lit. Vereins. Stuttgart 1860), S. 675. H. Kurz, Nicl. v. Wyle, 10. Translat., S. 5.
[24] Vgl. über diesen A. v. Keller an dem, Note 22 angeg. O., S. 574 ff. u. Pfeiffer-Bartsch’s Germania, 14. Jahrg. (neue Reihe 2. Jahrg.) 1869, S. 411 f.
Ein Buntdruck aus dem 14. Jahrhundert.
Im St. Georgs-Hospital am Harz befindet sich unter einigen anderen Denkmälern der Vergangenheit eine alte Stola, welche aus einem Stück grober Leinwand gefertigt ist, die ursprünglich offenbar für einen anderen Zweck bestimmt war. Der geringe Werth des Stoffes deutet darauf hin, auf wie untergeordnetem Boden des Gewerbsbetriebes dieses kirchliche Gewandstück entstanden ist. Doch war dieser offenbar Anlaß, daß ein Verfahren der Ausschmückung gewählt wurde, welches es interessanter macht, als manches ähnliche, weit kostbarer ausgestattete. Die Leinwand ist nämlich durch Buntdruck gemustert und zwar in folgender Weise: Inmitten befindet sich ein breiter, schwarzer Streifen, in welchem ein gerader, weißer Stab hinaufsteigt, dessen Kanten an beiden Seiten von schwarzen Linien im Innern des Stabes begleitet werden. In regelmäßigen Abständen setzt der Stab Knoten an, welche um schwarze, ovale Felder rechts und links gleichmäßig hervortreten. Ueber diesen zweigen sich symmetrisch kurze, gebogene Aeste mit hängenden, lilienförmigen Blumen ab, deren Kelch, soweit sich noch erkennen läßt, abwechselnd eine weiße, rothe und gelbe Färbung zeigt. Gleichzeitig setzen sich zu mehrer Belebung der schwarzen Fläche kleine Kleeblätter an die Aeste an, während zu selbem Zwecke von den Außenrändern des Streifens weiße, kleine Kugeln an dünnen Stielen nach innen vorschießen. In kräftigem Rothbraun ausgeführt, begleitet den mittleren Streifen rechts und links ein Rankenwerk mit Blättern, Blumen und eingeflochtenen Löwen. Diese letzteren nun, wie die Blumen an den Ranken, erinnern so sehr an ähnliche Zeichnungen auf den bekannten maurischen Geweben aus dem 13. u. 14. Jhdt., daß ein Zusammenhang zwischen beiden sofort in die Augen springt und auch die Entstehungszeit unseres Druckes nicht zweifelhaft sein kann, — um so mehr, als die Blätter die ebenso bekannte Form der ins Romanische übersetzten griechischen Palmette zeigen.