Zeugniss.

Vor Jedermenniglich so diser briff vurgetragen, gezeiget adir gelesen wirt, Bekennen Wir Burgirmeister vnd Rathmannne der Stadt Görlitz, das Vnsere Geschworne Eldisten der Neuzeche fur vns dem Sitzenden Rathe bekand vnd angesagt haben, Wie das fur etzlichen Jaren Veit Stoß seliger Merten Stoßen, seinen son, in der zeche vnd das handwerge der goltschmide bey vns, funff Jahre nacheinander, bei seinem sone Florian Stoßen zw lernen, laut des gemelten knaben eigener handschrifft, in irem Zechregister vorzeichnet, angedinget habe, Doruff er den von dem handwergke vnd Eldesten angenommen, vnd doch nicht lenger denn drey Jare seiner lernung ausgewartet. Des zw Vrkundt besigelt an Dinstag nach leonhardi 1534.

Kuntschaft Meister Hansen Kelner Buchssenmeister vnd Rodgisser.

Vor allen vnd iglichen so dieser brief getzeiget adder gelesen wirt In besundern vor euch Erbaren Ersamen wolweisen hern Burgermeister vnd Radmannen der Stadt Nurnbergk vnsern besundern freunden vnd gutten gonnern, Bekennen wir Burgermeister vnd Radmanne der stadt Gorlitz, mit erbietung Vnser freuntlichen und willigen Dinste, Demenach Meister Hans Kelner... etzliche Jar lang bey vns gewonet, vnser vnd gemeiner stadt Buchssenmeister er gewesen, der selbige noch vnsern willen vorsorget, sich auch erlichen vnd fromlichen doran vorhalden, des ehr nuhmols von vns einen gutlichen abschied gebethen, den wir Ime, vmb seines besten willen, der er sich anderswo vnd sunderlichen bey euch zu Nurnbergk vortrostet nicht haben mögen wegern vnd Ime den selbigen hiemit gutliche gegeben vnd folgen lossen Freundlichs vleis bitten, Ime, auf sein ziemlich ersuchen, günstige hülffe vnd furderung zu ertzeigen, Inen vnser furschrifft vnd seines erlichen verhaltens hirynnen genißen lossen. Das wollen etc. (1533).

Die Concepte vorstehender vier Schreiben sind enthalten in einem Bande der im Stadtarchive zu Görlitz aufbewahrten Briefbücher (libri missivarum).

Görlitz.

Heinrich,
Stadtsekretär.

Fußnoten:

[190] Vergl. über denselben: Anzeiger, 1877, S. 139.

[191] Es ist wol erbnemen oder erbnemern (Erbempfänger; s. Schmeller-Frommann I, 137. Grimm, Wbch. III, 733) zu lesen. Vgl. das folgende Schreiben, Zeile 9 v. u.