32) Bei Gelegenheit der Arbeiten zur Wiedergewinnung der Teplitzer Quellen wurden im Quellenhause verschiedene Münzen und sonstige Alterthümer gefunden; unter den ersteren auch eine römische, woraus man schließen will, daß schon zu Zeiten des Kaisers Hadrian die Thermen bekannt und benützt waren.

33) Dem Berichte über die Thätigkeit der k. k. Central-Commission für Kunst- und historische Denkmale im Jahre 1878 entnehmen wir die Nachricht, daß bei Schluß von Ausgrabungen in D. Altenburg im Jahre 1878 eine kleine Badeanlage mit 3 Absiden, das Fundament eines größeren Gebäudes, vielleicht des Prätoriums, ein ausgedehntes Leichenfeld, die Anlage der Porta decumana mit den Grundmauern eines quadratischen Thorthurmes bloßgelegt waren. Professor Hauser legte eine Fundkarte an, in welche auch künftig alle zu Tage tretenden Funde eingetragen werden sollen.

34) Zur Restauration der sehr schadhaften gothischen Kirche zu Maria-Neustift in Steiermark sind je 1500 fl. ö. W. im Staatsvoranschlag für 1880–81 eingestellt worden.

35) Aus dem in den Mittheilungen etc. enthaltenen vierten Berichte über die Thätigkeit der Central-Commission für Erforschung und Erhaltung der Kunst- und historischen Denkmale im Jahre 1878 erhalten wir nachträglich Kunde über einen am 30. Oct. v. J. in Verbindung mit mehreren Skeletten erhaltenen Fund von 30 Goldmünzen aus der Zeit vom Schlusse des 13. bis Schluß des 14. Jhdts., der in Krems an einer Stelle gemacht wurde, die als vormaliger israeliitscher Friedhof gilt, und Münzen der Städte Florenz und Lübeck, ferner Albrechts I. v. Oesterreich, Johanns von Luxemburg, des ungarischen Königs Karl Robert (1308–42) und 12 Stück von dessen Sohn, Ludwig d. G. (1342–82) enthält.

36) Görlitz. Am 28. März wurden in der ehemaligen Küsterwohnung, die vor einiger Zeit käuflich an Herrn Kaufmann Burghardt übergegangen ist, beim Aufreißen des Fußbodens gegen 200 alte Goldmünzen, wahrscheinlich aus der Zeit des Kaisers Sigismund, aufgefunden. Dieselben sind noch ganz gut erhalten, haben zum Theil die Größe eines jetzigen 5-Markstückes und sollen nach ungefährer Schätzung einen Werth von einigen Tausend Thalern repräsentieren.

(Saxonia.)

37) Cottbus. Mitte März a. c. wurde in Lindau bei Neustädtel in dem Garten des Herrn Gutsbesitzers Bürger ein interessanter Fund gemacht. Zwei Dienstjungen fanden nämlich etwa 1½ Fuß tief in der Erde einen Topf, welcher beim Anfassen zerbarst und 18 alte Silbermünzen, je von der Größe eines Fünf-Mark-Stückes, und 10 alte Goldmünzen, wovon neun die Größe eines 1 Mark-Stückes und eine die Größe eines 50-Pfennig-Stückes hatte, enthielt. Die Münzen sind in den Jahren von 1618 bis 1649 geprägt worden und tragen auf dem Avers verschiedene Namen, als: „Ferdinand II. König von Oesterreich, Philipp I. König von Spanien und Indien, Valenzia“ und Andere.

(Saxonia, Nr. 7).

38) Die „Historische Kommission der Provinz Sachsen“ trat in den herrlichen Räumen des neu erbauten Rathhauses zu Erfurt zu ihrer 5. Sitzung zusammen. Die Verhandlungen gaben im Ganzen wie im Einzelnen ein höchst erfreuliches Bild über die Thätigkeit und die Erfolge der immerhin noch sehr jungen Institution. Während des letzten Geschäftsjahres war nicht nur das Erscheinen zweier neuer Bände der „Geschichtsquellen“: des von Direktor Holstein in Geestemünde bearbeiteten Urkundenbuches des Klosters Berge und des von Dr. Hertel übernommenen Urkundenbuches des Klosters U. L. Fr. in Magdeburg, sowie die Ausgabe eines neuen in 500 Exemplaren namentlich an die Schulen der Provinz vertheilten Neujahrsblattes, die von Dr. Jacobs verfaßte Darstellung des Brockens in Sage und Geschichte enthaltend, sondern auch die Eröffnung der weiter aussehenden, für größere Kreise bestimmten und durch seine Ausstattung mit Abbildungen sich empfehlenden Publikation der „Beschreibenden Darstellung der älteren Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz“ durch die Versendung des ersten, die kunstgeschichtlichen Alterthümer des Kreises Zeitz zur Darstellung bringenden Heftes zu verzeichnen. Nicht minder günstige Aussichten konnten auch für das nunmehr beginnende Etatsjahr eröffnet werden; denn schon befindet sich ein neues Heft des letzteren Werkes, die Beschreibung der Denkmäler des Kreises Langensalza und zwei Bände der Geschichtsquellen, der 2. Theil des Halberstädter Stadt-Urkundenbuches von Direktor Schmidt und die Denkwürdigkeiten des Halleschen Rathsmeisters M. Spittendorf, von Professor Opel bearbeitet, unter der Presse, und sind ferner die Denkmälerbeschreibungen der Kreise Weißenfels, Weißensee, Schleusingen, Mühlhausen und Worbis, die Herausgabe der Erfurter Studenten- und Baccalaureenmatrikel von 1392 bis 1500 durch Prof. Weißenborn und der Halberstädter Kirchenvisitations-Protokolle von 1564 und 1589 nebst einer kurzen Geschichte der Reformation in Halberstadt durch Superintendent Nebe daselbst so weit gefördert, daß die Drucklegung derselben unmittelbar nach Abschluß der obenbezeichneten Stücke in Angriff genommen wird. Zur Wiedergabe einiger der hervorragendsten Miniaturen, mit denen die Originale der Matrikeln Seite für Seite ausgeschmückt sind, wurde zudem eine höchst ansehnliche Summe im Etat der Kommission ausgeworfen. Daneben wird an der Herstellung des Manuskriptes zum Pfortaischen Urkundenbuche und dem des Stiftes Naumburg rüstig weiter gearbeitet und wurde nunmehr beschlossen, Verhandlungen über die Herausgabe der Chronik des Erfurter Rathsmeisters Hartung Kammermeister mit Dr. Reiche in Königsberg in der Neumark, über Bearbeitung eines Eichsfeldischen Urkundenbuches mit Dr. Jäger in Duderstadt und betreffs einer Veröffentlichung der Halleschen Schöppenbücher mit Dr. Hertel in Magdeburg einzuleiten; vor allem aber gelang es, durch das bereitwillige Eintreten der Hendelschen Buchhandlung eine geeignete Grundlage zu gewinnen, durch die das Erscheinen von zwei Heften der „vorgeschichtlichen Alterthümer“ bis zum 1. Oktober dieses Jahres gesichert ist. Letzteres Werk ist dazu bestimmt, durch Wort und Bild die vorzüglichen Resultate der bisher vorgenommenen Ausgrabungen prähistorischer Grabstätten zur Anschauung zu bringen und verspricht eine Reihe wichtiger Aufschlüsse über die ältesten ethnographischen und Kulturverhältnisse unserer Heimat. Professor Klopfleisch wird neben diesen Bearbeitungen auch die praktischen Ausgrabungen weiter fortführen und für dieselben namentlich mehere durch die landwirthschaftlichen und Kulturarbeiten bedrohte Punkte in Aussicht nehmen. Selbstverständlich setzt Bauinspektor Sommer seine Vorarbeiten für die Denkmälerbeschreibungen fort, während von nun an Pfarrer Otte die endgültige Redaktion handhabt. Für den schnelleren Fortgang des ganzen Unternehmens wird es von besonderer Wichtigkeit sein, daß sich außerdem in höchst dankenswerther Weise Professor Müller in Magdeburg, Superintendent Nebe in Halberstadt, Pfarrer Warnecke in Loburg, sowie die Geschichtsvereine in Erfurt und Nordhausen zur Vornahme der Vorarbeiten in den ihnen am nächsten liegenden Gebieten bereit erklärt haben. Als Neujahrsblatt für 1880 wird Direktor Schmidt eine Abhandlung über die „Halberstädter Schicht des Jahres 1423“ veröffentlichen, auch traf die Kommission schon jetzt geeignete Maßnahmen, das in den Juni 1880 fallende 200 jährige Jubiläum der Vereinigung des Erzstiftes Magdeburg mit dem brandenburgischen Churstaate durch die Veröffentlichung einer entsprechenden Festschrift zu begehen. Mit dem Beschluß, mehrere kleinere Alterthümersammlungen anzukaufen, sowie mit Besprechung einer Reihe innerer Angelegenheiten endete die reichhaltige Sitzung unter lebhaftem Danke für die von Seiten der städtischen Behörden gewordene freundliche Aufnahme, und es verband sich damit die Hoffnung, daß die Kommission, wenn sie im Mai k. J. zu Merseburg zu ihrer 6. Sitzung zusammentritt, auf eine gleich erfolgreiche Thätigkeit zurückblicken werde, wie dieses Mal.

(D. Reichs-Anz., Nr. 85.)