; Greif im Perlenkreise. Rev. Durchgehendes, schmales Kreuz mit einem kleinen Greifen im rechten Oberwinkel; außerhalb des Perlenkreises die eingetheilte Umschrift: (Stern) ⱭIV — ITAS —

— NOP (Vgl. Evers: „Meklenburgische Münzverfassung“ Theil II, S. 391.)

F. Drei getriebene, runde Perlen, 12 mm. im Durchmesser, welche aus einer oberen und einer unteren Hälfte zusammengelöthet und oben und unten mit einem Oehr versehen sind. Die Oberfläche der Perlen ist durch sechs senkrechte Furchen in sechs Felder eingetheilt, von denen abwechselnd drei glatt, die andern drei aber mit kleinem perlförmigen Buckeln verziert sind. An zwei Perlen hängt je ein 17 mm. langer, bis 8 mm. breiter, blattförmiger Hängezierrath, auf dem mit eingegrabenen Strichen die Aderung eines Blattes angedeutet ist. Von Silberblech, vergoldet.

Endlich die Hälfte einer ähnlichen Perle von vergoldetem Silberblech, welche mit drei kleeblattförmigen Ausschnitten verziert und gleichfalls mit einem Oehr versehen ist.

Da das Alter des Fundes durch die schon beschriebenen Münzen bestimmt wird — derselbe kann nicht wohl früher als um das Jahr 1415 niedergelegt sein —, so möchte ich zum Schluß nur darauf hinweisen, daß unter all diesen Schmucksachen durchaus keine Spur von Filigranarbeit vorkommt. Danach erscheint es mir vorläufig noch allzu gewagt, daß man anderseits[54] einen ununterbrochenen Zusammenhang zwischen der heimatlichen (baltischen) Silberfiligran-Industrie der Neuzeit und dem orientalischen Silberschmuck des sog. jüngeren Eisenalters hat annehmen wollen.

Kiel.

Heinr. Handelmann

Fußnoten:

[53] Im II. Theil der illustrierten „Sveriges historia“, S. 57 u. Fig. 58–60. Insbesondere Fig. 59 zeigt einen dreieckigen, von zwei aufgerichteten Löwen gehaltenen Schild, worauf ein Pelikan, der sich die Brust aufreißt, dargestellt ist. Dieser Schild verbirgt den eigentlichen Verschluß.