à 30 Sgr., in 5 Raten bis zu geschehener Vollendung zahlbar, ausgesetzt, außerdem ein Schock kieferne Bretter und endlich kostenfreie Translocation von Schweidnitz nach Bunzlau zugesichert. —

An der Stirnseite der Kirche ist seit einigen Jahren ein Steinbild, die Dreifaltigkeit darstellend, eingemauert worden, welches ursprünglich den Schmuck des Oberthors (zur Straße nach der Herrnhutercolonie Gnadenberg führend) bildete; es hatte die Jahrzahl 1533 und trägt in Minuskeln die Inschrift:

Si incole bene morati, pulchre opidum (!) munitum[247]. — Das vielfach renovierte Rathhaus ist in der Hauptmasse ein spätgothischer Bau aus dem Zeitraum von 1525–35, wie die Inschriften bezeugen; besondere Beachtung verdient darin das complicierte, kühn geschwungene Gewölbe des Rathskellers. Ueber dem Eingange zur ehemaligen Gerichtsstube steht der Hexameter: Jus cole, perniciosa viris iniuria res est; zwischen dem preußischen Adler und dem Stadtwappen auf der Südseite des Gebäudes das Distichon: Alarum illarum degent secura sub umbra Curia, jura, salus, gensque, Bolesla, tua. Der Thurmkranz wurde laut Inschrift 1776 unter dem Kämmerer und Bauherrn Gottlob Liebner errichtet. Die Kuppel setzte der Schieferdecker Flügel aus Harpersdorf (b. Goldberg). (Bergemann, a. a. O. S. 17.) —

Die ältesten Steinskulpturen in der Stadt finden sich am Gasthofe zu den drei Kränzen am Markte, bestehend in drei Köpfen und einem Jäger hinter zwei wilden Schweinen, welche Bilder die Tradition mannigfach gedeutet hat. So sollen die beiden Frauenköpfe ungarische Pilgerinnen vorstellen, welche 1442 auf der Wallfahrt nach Aachen in genanntem Wirthhause starben. (Bergemann, a. a. O. S. 80). Ueber das Jahr 1450 dürften diese Alterthümer sämmtlich keineswegs hinausgehen. — Von Architekturen aus der Renaissancezeit sind gegenwärtig nur noch zwei Façaden auf der Südseite des Marktes vorhanden: die 1558 von Heinrich Weißkopf angelegte Apotheke (Bergem. S. 49), welche über dem Eingang 1672 datiert ist, und das ältere anstoßende Gebäude, muthmaßlich ein altes Patrizierhaus, mit Ritterköpfen, welche aus den Zwickeln des reich skulpierten Portals herausschauen. Wahrscheinlich ist ihr Erbauer der „wälsche Maurer“ Antoni Tußkant (Toscano?), welchen die citierte Handschrift zweimal erwähnt, (f. 112 u. 43 der Continuatio). Er wohnte 1672 am Ringe in der Nähe des alten Röhrtrogs neben dem Magister Heinisch; in seinem, früher dem Franz Böer gehörigen Hause logierte 1546 der Prinz Maximilian, als er Montag nach Jubilate (17. Mai) mit seiner Mutter Anna und zwei Schwestern in Bunzlau verweilte.

In den namhaft gemachten Quellen finden sich noch folgende Notizen über ältere bildende Künstler. Die Maurerinnung soll 1499 von König Wladislaus privilegiert worden sein. Die Steinmetzenzunft bildeten 1549 N. Holstein, C. Beer, St. Namsler, N. Schuhmann, H. Lindner, M. Maywald (B. S. 66). 1563 ertrinkt der Stadtzimmermann Wenzel, als er das Niederwehr gegen den angeschwollenen Bober zu erhalten sucht; (H. f. 128). 1566 verschleppte ein Perlhefter (Paramentensticker) aus Naumburg a. d. Saale die Pest nach Bunzlau, weshalb die Seuche das Perlhefter-Sterben genannt wurde. (ebendas. f. 133). Um 1588 ließ der Magistrat zwei neue Feldstücke von dem Glockengießer Stephan Götz zu Breslau herstellen; (ebendas. f. 153). 1614 arbeitete in Bunzlau der Maurer Mich. Gierbig; (Cont. f. 37). In demselben Jahre beginnt der Maurermeister Leonhard Muth den Kirchthurmbau in dem unweit der Stadt gelegenen Tillendorf; der Baumeister Georg Weigmann aus Sagan vollendet 1616 das Werk (B. S. 95). 1620 starb im Kretscham zu Klitschdorf (Kr. Bunzlau) der Goldschmied Hans Kestner; „denn er sich im Bier und Branntwein so vollgesoffen, daß er vom Schemmel gefallen und bald todt blieben ist. Sicut vixit, ita morixit (!)“ (Cont. f. 45). 1625 wird die Falschmünzerei des Uhrmachers David Wiehl und des Malers Elias Meyer entdeckt. Die Schuldigen entkamen; (ebendas. f. 54).

Bunzlau.

Dr. Ewald Wernicke.

Fußnoten:

[241] An einem Strebepfeiler des Chors gewahrt man zwei, bereits verwitterte, eingegrabene Abbildungen von Kirchen, anscheinend romanischen Stils; vielleicht Reminiscenzen der ursprünglichen Gestalt des Gebäudes. Romanisch sind noch die Dorfkirchen von Giesmannsdorf und Großhartmannsdorf (Kr. Bunzlau).