[242] Es wird wol Kamenz in der Lausitz gemeint sein.

[243] Die Handschrift beruft sich auf ein Stadtbuch der Verträge; von diesem und ähnlichen Urkundenbüchern ist an Ort und Stelle nichts mehr vorhanden.

[244] und zwar in mißverstandener Nachahmung der Gothik, obgleich, wie unten gezeigt werden soll, sich schon damals ein Renaissancekünstler in der Stadt eingebürgert hatte.

[245] nämlich in einer zwischen zwei Strebepfeiler eingebauten Vorhalle.

[246] Dieser merkwürdige Name erscheint auch 1376 in Schweidnitz.

[247] Außerdem bemerkt man daran zwei erhaben gearbeitete Künstlermonogramme.

Ulrich Gossembrot.

In der Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins XXV, 36–69 habe ich den Augsburger Bürgermeister Sigismund Gossembrot als eifrigen, begeisterten Vorkämpfer des Humanismus geschildert, und schon früher ebenda XXII, 83–85 einige Reden und Briefe seines Sohnes Ulrich nachgewiesen, der in Ferrara ein eifriger Schüler des Guarinus von Verona gewesen war, 1459 in Padua studierte; am 23. Februar 1459 erbat der Vater ein Benefiz für ihn vom Bischof von Augsburg (S. 89). Es scheint, daß weder Vater noch Sohn es an Aufwand und Anstrengungen haben fehlen lassen, daß aber ein früher Tod Ulrichs seine Laufbahn vorzeitig abgeschnitten hat; denn sonst wäre es kaum zu erklären, daß Paul von Stetten in seinen Nachrichten von den Augsburger Geschlechtern von ihm gar keine Kunde hat. Eine letzte Spur von ihm habe ich in dem unten folgenden Briefe gefunden. Acht Jahre hatte er in Italien den Studien gewidmet, zuletzt in Padua der Rechtswissenschaft, und war dem Ziele nahe, als Kränklichkeit, die ihn schon immer gehindert hatte, ihn nöthigte, heimzukehren. Bevor er nun nach Padua zurückkehrt, hält er es für zweckmäßig, sich eine praktische Ausbildung und angesehene Bekanntschaften zu verschaffen. Deshalb wendet er sich an den kaiserlichen Rath Ulrich Riederer, einen alten Gönner seiner Familie, mit dem Wunsche, in seiner Umgebung sich aufhalten zu dürfen. Er lobt diesen unmäßig, mit aller Wohlredenheit der Schmeichelei, welche den Humanisten eigen ist; vorzüglich auch als Freund und Beförderer des Humanismus. In ähnlicher Weise rühmt ihn auch Aeneas Silvius als sehr gelehrt, rechtskundig und von großer Beredsamkeit, in seinen Commentarien (ed. Francof. 1614) S. 243, wo er berichtet, daß Ulrich nach dem Aufstand der Wiener 1462, wenige Tage nach geschlossenem Frieden, in W. Neustadt erschlagen gefunden wurde, wahrscheinlich von einem eifersüchtigen Ehemann umgebracht. Als seinen Fehler habe er selbst seine große Habsucht bezeichnet, was dann freilich mit Gossembrots Schilderungen nicht ganz übereinstimmt. Natürlich hat Ulrich Gossembrot in diesem Briefe alle Kunst seiner Stilistik aufgeboten, und wenn er auch keineswegs fehlerfrei ist, so zeugt er doch von eifrigen und nicht erfolglosen Studien. Er ist denn auch von Zeitgenossen unter die Vorbilder und Musterstücke aufgenommen; in dem Cod. LXXVI (7) der Bibliothek des Collegiatstifts in Zeitz findet er sich fol. 108 mit verschiedenen Schriften des Aenas Silvius u. a. Unmittelbar vorher geht eine Rede zur Feier der Wahl des „rex Centipolitanus“, eines Königs, der mir ganz unbekannt ist, und die kurze Rede gewährt auch keinen Aufschluß; sie scheint aber scherzhaft zu sein. Der Brief, welchen ich nun hier folgen lasse, ist leidlich correct geschrieben, nur das Datum (aus Rom) kann nach dem Inhalt unmöglich richtig sein. In Bezug auf e statt ae und ci statt ti bin ich aus Achtung vor der Schule des Guarinus von der mittelalterlichen Schreibung der Handschrift abgewichen; ebenso setzte ich nihil und mihi, wo die Orthographie derselben schwankend ist.


Clarissimo ac spectatissimo viro, domino Ulrico Riderer, doctori praestanti, Frederici Caesaris divi Augusti secretario ac oratori famosissimo, Udalricus Gossenbrot se humillime plurimumque commendat.