Carte d’Afrique du Ptolemée de 1522. — Compte rendu des actes de la société.
Literatur.
Neu erschienene Werke.
7) Stammtafel des Gesammthauses Hohenzollern. Nach authentischen Quellen zusammengestellt von R. G. Stillfried. 1 Tafel Photolithogr. von A. Reissing. Berlin.
8) Hohenzollern’sche Goldchronik von Dr. R. G. Stillfried. Berlin. Gedruckt bei Jul. Sittenfeld. 1879. 8.
Bekanntlich hat sich der Verfasser die Erforschung und Erschließung der Quellen, wie die Darstellung der Geschichte des Hauses Hohenzollern zur Lebensaufgabe gemacht und eine stattliche Reihe von Bänden ist das Ergebniß dieser Forschungen, durch welche nicht nur für die Biographie aller einzelnen Mitglieder des Hauses jedes nur erreichbare Material zusammengestellt worden ist, sondern auch für die politische wie Kulturgeschichte, insbesondere auch für die Kunstgeschichte, reiche Quellen erschlossen wurden. Sowohl Schwaben als Franken und die Mark Brandenburg wurden nach jeder Richtung durchforscht und außer den schriftlichen Denkmälern auch die Kunstwerke hervorragend berücksichtigt und durch Abbildungen erläutert. Wir erinnern nur beispielsweise an die Arbeiten über Kloster Heilsbronn, dessen interessante Architektur und Denkmäler ebenso eingehende Erforschung fanden wie die Geschichte und in Wort und Bild dargestellt wurden, ein Werk, welches die Kunstgeschichte außerordentlich bereichert, und stets genannt werden muß, wenn die politische oder Kulturgeschichte Frankens oder jene des Hauses Hohenzollern in Frage kommt, und das sicher auch durch keine späteren Arbeiten überflüssig gemacht wird.
Als ein Hauptresultat dieser Forschungen erscheint die Stammtafel, wie sie heute vorliegt und sich ebenso durch äußere praktische Anordnung, wie durch Zuverlässigkeit und Sicherheit des Inhaltes auszeichnet, indem sie die 28 Generationen klarer hervortreten läßt, als dies bei der gewöhnlichen Anordnung der Stammbäume möglich ist, und zugleich die wichtigsten Daten aus dem Leben der einzelnen Glieder, Abbildungen von Siegeln u. s. w. gibt. Bereits vor mehreren Jahren erschienen, ist die größere Ausgabe dieser Stammtafel nicht blos vergriffen, sondern auch sehr umfangreich, so daß der Verfasser nunmehr eine verkleinerte photolithographische Kopie der ganzen größeren Tafel hat herstellen lassen, die in handlichem Formate uns vorliegt. Sie wird in dieser Gestalt Aufnahme finden in die „Hohenzollern’sche Goldchronik“, in welcher der Verfasser seine Studien in populärer, gedrängter Form zusammenzustellen beabsichtigt. Bereits liegt uns ein Heftchen als Probe derselben vor, das die Abbildung des Tympanons der Kirche zu Alpirsbach in Lichtdruck wiedergibt und durch kurzen Text erläutert. Auf demselben ist als Stifter Adalbert von Zollern und seine Gemahlin, eine Eberstein, abgebildet, die älteste Darstellung von Mitgliedern des Hauses Hohenzollern, wie in der Stiftungsurkunde von Alpirsbach die erste urkundliche Erwähnung des Namens Zollern enthalten ist.
9) Beitrag zur Kenntniß der Bolzen und Pfeilformen vom Beginn der historischen Zeit bis zur Mitte des XVI. Jahrhunderts, von Rud. Ritter von Haidinger. Wien, 1879. W. Braumüller und Sohn. 8. 24 Stn. u. 2 Tafeln.
Noch wird es nöthig sein, eine große Anzahl von Zweigen der Kultur in ihrem Entwickelungsgange zu verfolgen, ehe das Gesammtbild, welches uns die Kulturgeschichte bieten kann, auch in allen einzelnen Zügen richtig ist. Wir kommen mitunter auf Gebiete, die uns zu unscheinbar sind, als daß man glauben sollte, daß auch da ein Entwicklungsgang stattgefunden habe, daß dessen Erforschung interessant sei, und daß Resultate für die gesammte Kulturgeschichte sich ergeben. Ein solches kleines Gebiet hat der Verfasser durch diese Beiträge zu erhellen gesucht. Es ist ihm sicher auch gelungen, beim Leser das Interesse für diese kleinen unscheinbaren Denkmäler des Waffenwesens zu erwecken, die trotz ihrer Unscheinbarkeit so oft den Erfolg der Schlachten bewirkt haben mögen. Es geht daraus hervor, daß auch hier ein Entwicklungsgang stattgefunden, der mit der Gesammtgeschichte des Waffenwesens im Zusammenhange steht; daß auch dieses kleine Gebiet der Erforschung werth ist, daß es aber nicht angeht, heute schon ein abschließendes Resultat zu erwarten, dies vielmehr erst nach einer Reihe von Arbeiten möglich ist, zu denen der Verfasser um so mehr anregen wollte, als diese kleinen Denkmäler bisher sehr stiefmütterlich behandelt wurden. Insbesondere weist der Verfasser auf die Nothwendigkeit hin, bei jedem Stücke festzustellen, auf welchem Schlachtfelde es gefunden, und ob nur eine oder mehrere Schlachten in verschiedener Zeit dort stattgefunden, welche Gegner sich dort getroffen haben, um daraus feste Schlüsse ziehen zu können.