Das Aufziehen der sämmtlichen Domglocken mittels hydraulischer Presse ist in der Zeit vom 13. Juli bis 7. August 1878 durch die kölnische Maschinenbau-Aktiengesellschaft zu Bayenthal ohne jeden Unfall zur Ausführung gekommen, und es gelangte die 540 Centner schwere Kaiserglocke am 7. August v. J. auf die Höhe des 55 m. über dem Fußboden der Kirche belegenen neuen eisernen Glockenstuhls.
Nach mehrfachem Probeläuten, wobei sich die Stabilität des neuen Glockenstuhls allseitig bewährt hatte, indem eine Uebertragung von Stößen weder auf die Blechbalken des Unterbaues, noch auf die Umfassungswände des südlichen Thurmes bemerkt wurde, erklang am 26. September 1878, gelegentlich der Feier der Enthüllung des Standbildes König Friedrich Wilhelm’s III., beim Einzuge Ihrer Majestäten des Kaisers und der Kaiserin in die Stadt Köln, zum ersten Male wieder seit dem im Jahre 1876 erfolgten Abbruche des alten hölzernen Glockenstuhles das nunmehr nach Einhängung der Kaiserglocke aus fünf großen Glocken bestehende und nahezu 50,000 kg. wiegende Domgeläute.
Neben der Ausführung der Steinkonstruktion zu den Thurmhelmen und den großen Kreuzblumen ist die rechtzeitige Vollendung der Thürme wesentlich von der Aufstellung der letzten drei Gerüstetagen abhängig und erfordern diese umfangreichen und in einer Höhe von 160 m. über dem Erdboden den Sturmwirkungen in erhöhtem Maße ausgesetzten Baugerüste eine besonders solide und sorgfältige Konstruktion und Ausführung.
Da das Aufschlagen von Gerüsten in solcher Höhe erfahrungsgemäß nur bei gutem Wetter und völliger Windstille geschehen kann, so lassen sich nur die Sommermonate von Mai bis September für derartige Rüstungsarbeiten mit Sicherheit in Aussicht nehmen, und es bleibt somit die Aufgabe der Bauleitung, im Laufe dieses Sommers die fünfte und sechste Gerüstetage zu vollenden, um dann im Jahre 1880 nach Errichtung der siebenten und achten Gerüstetage die Krone beider Helme zu versetzen.
Als planmäßiger Reinertrag der 14. Dombau-Prämienkollekte ist die Summe von 557,000 m. in die Kasse des Central-Dombauvereins geflossen; es beträgt der für das Etatsjahr vom 1. April 1878/79 von Seiten der Vereinskasse zum Fortbau des Domes in die Königliche Regierungshauptkasse eingezahlte Betrag im Ganzen 630,000 m.
Laut Nachweisung der Regierungs-Hauptkasse zu Köln sind für den Dombau zu Köln verausgabt im Etatsjahr 1. April 1878/79 im Ganzen 780,842 m. 32 pf.
Verantwortliche Redaction: Dr. A. Essenwein. Dr. G. K. Frommann.
Verlag der literarisch-artistischen Anstalt des germanischen Museums in Nürnberg.