Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins. Herausgegeben von.. Dr. Wilh. Crenelius... u... Dr. Wold. Harleß... Vierzehnter Band. (der neuen Folge vierter Band.) Jahrgang 1878. Bonn, 1878. 8.

Der Cermonienstreit in Lennep und die damit zusammenhängenden Zerwürfnisse in der Unterbergischen Lutherischen Synode. IV. Von A. W. von der Goltz. — Religionsbeschwerden der Protestanten zu Köln (Mai 1594). Mitgeth. v. Dr. F. Stieve. — Urkunde, betreffend die Hofaue bei Elberfeld (1649). — Briefwechsel zwischen Kurfürst Johann Friedrich von Sachsen und Graf Wilhelm von Neuenahr (1533–36). Von Dr. C. A. Cornelius. — Die Landwehr (limes imperii Romani) von Velbert bis Schloß Landsberg und von Barmen nach Hückeswagen. Von A. Fahne. — Culturhistorisches aus authentischen Quellen. Von dems. — Ein Clevisches Fürstengemälde. Von W. H. — Bücher-Anzeigen. — Bericht.

Jahrbücher des Vereins von Alterthumsfreunden im Rheinlande. Heft LXV. Register zu den Jahrgängen I-LX und den zu Winckelmann’s Geburtstage ausgegebenen Festschriften. Verfaßt von Dr. Bone.... Bonn, 1879. 8. 211 Seiten.


Literatur.

Neu erschienene Werke.

15) Gießen vor hundert Jahren. Kulturgeschichtliche Bilder aus der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts von Dr. Otto Buchner. Mit 1 Ansicht von Gießen aus dem Jahre 1775. Gießen, Verlag von Emil Roth. 1879. 8. IV u. 130 Stn.

Das vorliegende Bändchen ist aus einer Reihe von Vorträgen entstanden, die der Verfasser im Winter 1878–79 im oberhessischen Vereine für Lokalgeschichte hielt. Die Veröffentlichung derselben, welche alle möglichen Gebiete umfassen, ist um so dankenswerther, als aus den Resultaten solcher Specialforschungen manche neue Gesichtspunkte für die allgemeine Kulturgeschichte sich ergeben, deren Aufbau ja nur auf Grund derselben möglich ist. Einige der interessantesten Abtheilungen sind die über die Schulanstalten, gelehrten Gesellschaften, die Universität und namentlich über das Gießener Studentenleben, das durch seine besondere Roheit berüchtigt war. In der That beweisen die gegebenen drastischen Beispiele, daß dieser Ruf wohlverdient war, und daß unter den damaligen Studenten solch abscheuliche Roheiten an der Tagesordnung waren, daß man sie heute kaum glaublich finden kann. Als Hauptquelle für diesen Theil hat der Verfasser Friedr. Christ. Laukhard’s (gestorben 1832 als Privatlehrer in Kreuznach) Schriften benützt, der im Jahre 1775 als Studiosus der Theologie die Universität Gießen bezog, „unter vielen Lüderlichen und Rohen am lüderlichsten und rohesten“ war und in einem seiner Werke über die Studierenden selbst bemerkte: „Schusterjungen sind heutzutage delikater und gesetzter.“ Auch die mitgetheilten Universitätsgesetze, welche natürlich nicht beachtet wurden, geben Zeugniß von dem lüderlichen, seelenmörderischen Leben und Treiben der Studenten jener Zeit. — Aus dem reichen Inhalte des Schriftchens sind noch zu erwähnen die Nachrichten über die Stadt selbst, ihre Bevölkerung, die Stadt als Festung, über Göthe in Gießen, die Polizei, den Luxus (Kaffee), die Gesellschaft, die Vergnügungen, Gesundheitsverhältnisse, Phänologisches, Kirchliches, über den Ackerbau, die Viehzucht, den siebenjährigen Krieg und die Franzosenzeit 1796 u. 1797. Enthalten diese kulturgeschichtlichen Bilder auch meist nur wenig Erfreuliches, so werden sie doch als wahrheitsgetreue Schilderungen aus dem Leben einer kleinen Universitätsstadt des vorigen Jahrhunderts nicht allein bei den heutigen Bewohnern Gießens, sondern sicher auch in weiteren Kreisen besondere Beachtung finden.


Vermischte Nachrichten.