(Nürnb. Presse, Nr. 301.)

133) Trier, 24. October. Bei der Erweiterung des Eisenbahnplanums stieß man heute, laut der „Tr. Ztg.“, oberhalb des Stadtbaches auf einen Mosaikboden, der ein Teppichmuster bildet, wohl erhalten ist und jedenfalls wol für das Museum gehoben werden wird.

(Nordd. Allg. Ztg., Nr 471.)

134) Gera, 9. November. Ein merkwürdiger Fund ist beim Grundgraben zu einem Neubau dicht hinter der Tonhalle, der Jahr’schen Eisengießerei gegenüber, gemacht worden. Derselbe besteht aus einem sehr fein gearbeiteten römischen Wehrgehänge aus Bronze. Wie dasselbe hier ca. 1 m. tief in die Erde gekommen, ist ein Räthsel, für welches freilich eine sofortige Lösung gefunden wäre, wenn man Berechtigung hätte zu der Annahme, daß die Römer seiner Zeit — etwa unter Germanicus — bis an die Ufer der weißen Elster vorgedrungen seien. Zu gleicher Zeit wurde an der genannten Stelle eine sogenannte Fibula, eine zum Zusammenstecken des römischen Gewandes dienende Nadel, gefunden.

(Nordd. Allg. Zeit., Nr. 499 nach dem Naumburg. Kreisblatt.)

135) In der „Vegesacker Wochenschr.“ schreibt Herr S. A. Poppe in Bremen: In der Sitzung des naturwissenschaftlichen Vereins zu Bremen am 3. d. Mts. wurde von Herrn Lehrer F. Borcherding eine Urne vorgezeigt, die derselbe für die städtische Sammlung in Bremen erworben hatte. Dieselbe ist ziemlich gut erhalten, aus Thon an schwachem Feuer gebrannt und, obwohl sie nicht auf der Drehscheibe hergestellt ist, doch regelmäßig geformt und mit Buckeln und Linienornamenten sehr geschmackvoll verziert. Neben verbrannten Menschenknochen fanden sich darin ein aus 2 starken um einander gewundenen Bronzedrähten hergestellter Armring, ein eisernes Messer von ungewöhnlicher Form und eine eiserne Nadel. Die Urne stammt von dem bei Gelegenheit der Sandgewinnung für den Bau der Blumenthaler Kirche auf dem der Heidmann’schen Sommerwirthschaft zunächst gelegenen Grundstücke des Herrn Gloistein aufgedeckten Urnenfriedhof. Es war dem Unterzeichneten leider nicht vergönnt, diesen interessanten Friedhof zu untersuchen, doch wurden die zuerst gefundenen Urnen von dem Besitzer für die städtische Sammlung erworben und Herr Heidmann schenkte derselben eine Urne von dem in seinen Besitz übergegangenen Grundstück. Auf dem angrenzenden Terrain sind dann verschiedene Urnen beim Bau der Häuser gefunden worden, von denen die Sammlung einige erworben hat, während sich andere noch im Privatbesitz befinden sollen. Somit befindet sich der größte Theil des Fundes in Bremen an einer Stelle, wo er den Alterthumsforschern und dem sich dafür interessierenden Publikum zu jeder Zeit zugänglich ist.

In den Urnen des Blumenthaler Friedhofes haben sich mancherlei Beigaben gefunden, die jedoch durchweg schlecht erhalten sind, weil sie zugleich mit den Leichen auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurden. Neben Messern und Nägeln aus Eisen und Heften aus Knochen finden sich Spangen, Pfriemen, Gürtelschnallen und Ringe aus Bronze, Glasperlen, eine Menge verschmolzenen Glasschmelzes von grüner, rother, gelber und blauer Farbe, sowie Stücke von Weihrauch. Die meisten Urnen sind geschmackvoll mit Buckeln und eingedrückten Ornamenten versehen, doch finden sich auch solche von einfacherer Form. Eine genauere Datierung des Fundes ist erst nach sorgfältiger Vergleichung der Beigaben mit denen anderer Urnenfriedhöfe möglich; doch ist schon jetzt mit Bestimmtheit zu sagen, daß derselbe nicht älter als 1700 Jahre ist.

(Bremer Courier, Nr. 311.)

136) Hohenhameln, 28. Juli. Das bei der Windmühle von Clauen jüngst aufgefundene Leichenfeld ist gestern von dem Studienrath Müller aus Hannover in Begleitung des Rechnungsraths Dressel ebendaher und des Dr. med. Köhler von hier einer vorläufigen Untersuchung unterzogen. Der Friedhof zeigt, wie man dem „Hann. Cour.“ schreibt, Verwandtschaft mit den bei Rosdorf in der Nähe von Göttingen aufgedeckten Reihengräbern und fällt in das achte Jahrhundert nach Christus. Bis jetzt sind 15 Skelette bloßgelegt, und zwar auf einem Raume von circa 22 Fuß Länge und 4 Fuß Breite, so daß also die Lagerung derselben eine ungemein dichte ist. Die Schädel zeigen den gewöhnlichen Reihengräbertpyus. Die Todten sind in der Regel von Westen (Kopf) nach Osten gestreckt, so daß sie mit dem Gesicht nach Osten gerichtet sind. Doch zeigte sich abweichend auch ein Skelett fast in der Richtung von Norden nach Süden. Sie lagern auf dem hier sehr mächtigen Kies unter einer Humusschicht von 1 bis 1½ Fuß und sind, nach dem bisherigen Befunde, mit nur wenigen Beigaben ausgestattet. Ein Messer und eine Schnalle von Eisen zeigen Rosdorfer Formen. Außerdem haben sich Gefäßscherben und calcinierte Knochen gefunden. Die Erhaltung der Gebeine ist, da der Boden lange die Feuchtigkeit hält, nicht besonders, indessen hat Studienrath Müller auf Anordnung des Landesdirectoriums die Vorbereitungen getroffen, das anscheinend früher nicht berührte Leichenfeld allmählich — dasselbe ist zur Zeit größtentheils bebaut — in wissenschaftlicher Weise aufzudecken.

(Correspondenzblatt d. Ges.-Ver. d. d. Gesch.-u. Alt.-Ver. Nr. 10.)