A. Essenwein.


Hausordnung für die 12 Chorschüler in der Spitalschule zu Nürnberg vom Jahre 1343.

(Schluß.)

Avch sol vnter den zwelf korschulern allweg ein epistler vnd ein ewangelier sein vnd wer niht priester werden wil, den sol man zu korschuler niht nemen. vnd wenn ein priester stirbt, so sol man dem paz gelersten vnd aller endlichstem,[57] der vnter den zwelf korschulern ist, die selben pfruͤnt leihen. Wer aber daz ein erberger[58] bewerter man koͤm, der die pfruͦnt pezzern wolt vnd das spital gefodern[59] moͤht, dem moͤht man die pfruͤnt verleihen.

Die korschuler suͤllen auch einem schulmaister in dem kor helfen singen, wenn er sie fodert, pey sechs hallern.

Avch suͤllen sie mess vnd tagczeit gleich mit einander singen, niht daz ainer sing vnd der ander zu seh, sie suͤllen pey einander vor dem puch sten.

So sol ir dheiner in dem kor in der priester stuͤl niht sten, noch vber dez stifters grab niht lainen.[60]

Avch sol dhein korschuler in den sagrer[61] niht geen on des custers vrlaub, denn[62] die zu der mess ministriren muͤzzen oder der probst, wenn er fragen muz, waz man singen sol.

So sol ir dheiner auf holczschuhen niht gen in die kirchen noch vͦber den ganck vͤber die siechen.