Freistadt (Regb. Liegnitz). Jost Köpper von der Freistadt[138], Maler, wurde 1521 in Görlitz Bürger, zog aber heimlich davon. (Bürgercatal. v. G.)
Glatz (Hauptstadt der Grafschaft G.). Innerhalb der Jahre 1464 und 66 malt im dortigen Augustiner-Chorherrenstift Meister Wilhelm Kalteysen von Aachen; pictor sollempnis nennt ihn die Klosterchronik. (Zeitschr. für Gesch. etc. Schlesiens X, 140.) — 1679 lebte der Maler Caspar Paumgarten in Glatz. (ebenda 141.) Der ebendort ansäßige Steinmetz Wenzel Krobener trat 1571 mit dem Magistrate von Brieg in Unterhandlungen wegen Arbeiten am dortigen Rathhause und erhielt am 18. Sept. 70
auf Abschlag. (Brieger Rechnungsb. von 1563.) — Das Schloß in Glatz wurde 1557 von Meister Lorenz Krischke errichtet. (A. Schultz, Schlesiens Kunstleben II, S. 17, nach Aelurius’ Glaciographia.)
Gr. Glogau a. d. Oder. Ein Cunczelinus murator wird genannt als Zeuge in einer Urkunde von 1326. (Liber cum cruce, p. 18.) — Am Rathsthurme arbeiteten 1678, resp. 1720, die Zimmermeister Caspar Mücker aus Bunzlau und M. Freudenberg aus Breslau. (Minsberg, Glogau II, 144 ff.) — Ein Maler aus Breslau — leider ist der Name nicht angegeben — vollendete nach mehrjähriger Arbeit 1493 für das Glogauer Domkapitel einen Schnitzaltar (unam novam tabulam) für den Chor. Man hatte dem Künstler dafür 150 ungar. Floren gegeben. (Annales Glogovienses, S. 64.) — Ein Madonnenbild (1518) von Lucas Cranach in der Collegiatkirche erwähnt Büsching in seiner „Geschäftsreise durch Schlesien“, S. 107. — Melchior Heinrich von Freiberg, Maler zu Glogau, malte 1595 die Kanzel der Dorfkirche zu Diebau (Kr. Steinau) laut Inschrift. — Im städtischen Archiv zu Brieg befindet sich eine Urkunde von 1710, worin die Geschwornen und Aeltesten des löblichen Mittels der Goldschmiede, Maler und Bildhauer zu Großglogau Joh. Ferd. Schamaranski und George Anton Nicke bekennen, daß letzterer, Malerältester, am 14. Nov. mit seinem „Lehrknaben“ Joh. Sebastian Neubert erschienen sei und bekannt habe, dieser habe seine 5 Jahre ausgestanden und sich in Allem aufrichtig und ehrlich verhalten; nunmehr werde er seiner Lehrjahre ledig gesagt und allen Berufsgenossen empfohlen. Unterzeichnet ist dies Document von dem Oberältesten (Goldarbeiter), wobei Wappen (im Schilde und auf dem Helme ein Vogel mit Ring im Schnabel und G. S.), und dem Malerältesten, wobei das allgemeine Malerwappen; auf dem Helme aber zwischen Geweih eine weibliche Figur. — Ein Münzmeister Konrad von Glogau wird 1310 erwähnt. (Minsberg I, 181.)[139]
Hirschberg (Regb. Liegnitz). Im Buche der Petrusfigur eines Schnitzaltars zu Wünschendorf bei Lähn (1865 in Breslau renoviert) hat sich der Maler durch folgende Inschrift verewigt: hec tabula consumata est per me David Grossmann pictorem de Hirsberc aō. partus virginei M.CCCC.LXI. die XVI. Februarij. Deo gratias.[140] — 1479, 15. Oct. richtet der Rath von Hirschberg an den von Danzig einen Brief, worin er den Steinmetzen Martin Frey, der Schlösser, Kirchen und Thürme köstlich gebaut und allenthalben seine Meisterschaft bewährt habe, für den Bau der dortigen Marienkirche empfiehlt. (Schles. Kunstleben, S. 40.) — Die Orgel in der kath. Pfarrkirche zu Hirschberg erbaute Casparini, während Röder, Erbauer der Magdalenenorgel zu Breslau, die in der Gnadenkirche 1725–27 errichtete. (Knie, Uebersicht der Dörfer etc., S. 837.) Adam Horatius Casparini stammte aus Padua, verfertigte 1709, resp. 1715, die Orgeln zu Bernhardin und Christophorus in Breslau. (Schles. Vorz. II, 260. 261.); auch in Görlitz hat er gearbeitet. — In H. arbeitete am Anfange des 18. Jahrh. der Glockengießer Ch. Friedr. Seifert. (Schles. Vorz., 29. Ber., S. 66.)
Hoyerswerda (in d. Wendei). In der sehr alten Pfarrkirche soll sich das Epitaphiumsbild eines Herrn von Maltitz mit der Darstellung „Christus segnet die Kinder“ erhalten haben, woran sich ein Monogramm in der Art des Dürer’schen (nur daß statt D Ↄ steht) nebst der Inschrift fecit 1582 zeige. (Katal. d. Wolf’schen Sammlung in der Bibl. d. Lausitz. Gesellsch. z. Görlitz, S. 151.)
Löwen (bei Brieg). 1663, resp. 1689, arbeiteten dort die Maurermeister Georg Pfalman und Adam Scholtze. (Urkunden der Brieger Bauhandwerker-Lade.) — 1257 wird erwähnt ein Walterus monetarius de Lewin. (Reg. z. schles. Gesch., Nr. 955.) Andere Münzmeister des 13. Jahrh. finden sich: 1261 Arnold in Löwenberg (ebenda Nr. 1091), 1290 Petzmann in Schweidnitz (Reg. d. Bresl. Staatsarchivs).
Münsterberg (Regb. Breslau). Dem Maler Herzog Karls[141] gibt die Stadt Brieg 1536 2 Flor. für Entwürfe zu den neuen Gebäuden an den Brotbänken; wahrscheinlich hieß er Laubener, wie der Name des gleichzeitig in dieser Stadt beschäftigten Künstlers lautet. (Urk. v. Br., S. 200.)
Namslau (Regb. Breslau). Die kath. Pfarrkirche soll 1401 von Meister Peter Steinmetz erbaut worden sein; doch kann ich diese Angabe nicht urkundlich erhärten. — Um 1471 lebte daselbst Meister Niclas der Maler. (Zeitschr. X, 142.) Denkmäler mittelalterlicher Malerei und Holzsculptur finden sich mehrfach in der Umgegend von Namslau in den Dörfern Altstadt, Strehlitz, Proschau, Belmsdorf, Kreuzendorf.