Oels (Regb. Breslau). Ein Maler Nicolaus de Olsina (vgl. A. Schultz, Bresl. Malerinnung) wird zum Jahre 1401 erwähnt im Anzeiger 1875, Sp. 74. An der Pfarrkirche haben um 1456 gebaut die Maurer Nic. Hoferichter und Nic. Fischer. (Zeitschr. X, 134.) — Ueber die bei den fürstlichen Grabdenkmälern betheiligten Künstler gibt Lübke, Gesch. der deutschen Renaissance, Luchs, schles. Fürstenbilder, A. Schultz, Schlesiens Kunstleben, Aufschluß. Von dem herzoglichen Schloßbau aber kennt man bisher die ausführenden Künstler nicht; ich habe im Anzeiger unter Brieg die Vermuthung ausgesprochen, daß der Steinmetzmeister Kaspar Khune einer derselben gewesen.

Ohlau (b. Brieg). Das herzogliche Schloß wurde durch italienische Baumeister 1654 wiederhergestellt; sein Erbauer war Georg II. von Brieg gewesen. (Kunstleben, S. 17.) Das Rathhaus, vielfach (zuletzt 1823) umgebaut, hat von dem ursprünglichen nichts Besonderes übrig behalten. Aus einem undatierten Contract über seinen Bau (im Brieger Archiv) ersieht man, daß es zwei Thürme mit einer, resp. zwei, Durchsichten, den größeren von einem Kranz mit eichenen Säulen umgeben, haben sollte. Der Baumeister — wahrscheinlich war es der 1585 in Brieg gestorbene Hans Seiler — sollte 300

bekommen. (Schles. Vorz., 39. Ber.) — 3 Uhrmacher, Sallat, Kraut und Riebe, verfertigten bis 1718 das Wahrzeichen von Ohlau, die künstliche Uhr am Rathsthurme: man sah auf der Seite im NW. den Mondlauf, im NO. beim Stundenschlage eine Henne, gejagt vom Hahn, im SO. den Tod, der beim Viertelstundenschlage die Sense bewegt, und im SW. den Herrscher der Zeit, der bei jedem Stundenschlage das Zepter neigt und den Mund bewegt.[142] (Knie, a. a. O., S. 889.) Schließlich sei hiebei als Nachtrag zu den Italienern von Brieg bemerkt, daß die Herzoge Joachim Friedrich und Johann Georg, Gebrüder, durch eine Urkunde d. d. Ohlau, 1588, 6. Aug. ihren Baumeister Bernd Niuron frei machten „aller Beschwerung, es sei an Wachen, Geschoß, Ungelden, Steuern etc.“ (Brieg. Mittelspriv., S. 181.) Er mag auch in dieser Stadt thätig gewesen sein.[143]

Reichenbach (Regb. Breslau). Paul Juch, Maler, nennt sich unter Anbringung seines Monogramms 1586 am Schülerchor der alten Pfarrkirche. (Schles. Vorz. 24. Ber. S. 255.)[144] — Der südliche Kapellenanbau rührt her von Balthasar Jentsch, „Meurer und kunstreichem Tischler“ aus Liegnitz (1585) (ebenda S. 253). Dieselbe Kirche besitzt das Grabmal des Maurers Melchior Friedrich († 1589) mit Monogramm (ebenda S. 255).

Sagan. Meister Hans von Sagan malte 1506 die Orgel in der Klosterkirche der Franziskaner zu Bautzen und erhielt dafür 14 Mark. (Wirthschaftsbericht des Klosters, abgedr. im N. Laus. Magaz., Bd. 49, S. 43.) Wahrscheinlich ist dieser Künstler identisch mit dem bei Schultz, Breslauer Malerinnung, S. 88, angeführten Hans Schöneiche pictor in Sagano 1509. — Der 1518 in Görlitz Bürger gewordene Maler Caspar Wittich nahm um 1530 seinen Wohnsitz in Sagan. (Vgl. die Maler von Görlitz im 52. Bande des N. Laus. Magazins.)[145] — Die Decken der Stiftsbibliothek sind al fresco von einem Maler Neunherz 1736 gemalt. (Büsching, a. a. O., S. 122.)

Strehlen (Regb. Breslau). Den Steinmetzmeistern Stephan und Georg von Strehlen wird 1405 die Behauung der Steine „zum obersten Werke“ an der Nicolaikirche zu Brieg verdingt, pro Elle 3 Groschen weniger 2 Heller. (Brieg. Stadtb. I, 121.) — 1383 bekennen die Rathmanne von Strehlen vor denen von Schweidnitz, daß Hensil Friberg, Seigermeister daselbst, ihnen verkauft habe einen Seiger nebst allem Zubehör, wie Glocke etc. Diesen soll er nach Strehlen zu schicken und einzurichten veranlaßt werden, auch „waz die czwee iar deme seiger abegeet, daz sol er fulkomen ferrechin.“ (Schweidn. Stadtb. I, 102.)

VII. Schlesische Klöster.

Leubus (1175 gegründet). Die noch vor 1300 vollendete Klosterkirche mag von dem Bruder Fridericus magister operis monasterii Lubensis, welcher 1307 genannt wird, herrühren. (Abhandl. d. Ges. f. vaterl. Kultur, Arch. Sect. 1870.) Im 17. u. 18. Jahrh. arbeiteten in Leubus die Maler Willmann, „der schlesische Apelles,“[146] Anton Scheffler (auch an der Lorettokirche des Prager Hradschin und dem Breslauer Universitätsgebäude beschäftigt) und Philipp Christian Benton, welcher die Fresken der Kirche in Städtel Leubus malte und auch 1746 für den Abt der Prämonstratenser zu St. Vincenz in Breslau Arbeiten übernahm. (Zeitschr. X, 142.)

Trebnitz (gegründet von Herzog Heinrich I. 1203 auf Anliegen seiner Gemahlin, der h. Hedwig). Muthmaßlicher Baumeister der Klosterkirche ist der in Urkunden von 1208 u. 1218 erwähnte Laie magister Jacobus lapicida (Zeitschr. IX, S. 308.) Der im Kloster befindliche Grabstein des Herzogs Konrad II. von Oels († 1403)[147], ohne jedes Bildwerk, nur mit einer Randinschrift, war 1409 dem Maurermeister Heinrich Frankenstein verdingt worden. (Zeitschr. X, 132.)