Grüssau (1292 erbaut und mit Cisterziensern besetzt; nach Knie, am angeführten Ort, S. 188)[148]. Luchs, bildende Künstler, S. 25, erwähnt aus einem Briefe des Provinzialarchivs (ohne nähere Angabe) d. d. Breslau, 1562 am Pfingstmontage, an den Herzog von Brieg einen Meister Christoph den Walen, Meurer, der nach Grüssau gehen muß.
1692 legte der Abt Rosa den Grundstein zur Josephskirche, welche Michael Willmann mit Fresken ausschmückte. (Büsching, a. a. O., S. 356 ff.) Dieselbe Quelle nennt noch Gemälde der Klosterkirche von Jacob Köbel, Brandel, Scheffler.
Heinrichau (Tochterkloster von Leubus, gegründet 1222, eingeweiht 1227. Stenzel, schles. Gesch., S. 36 ff.). Das Fundationsbuch (ediert von Stenzel 1854) nennt 1304 und 1309 (S. 205. 105) den Bruder Winandus magister operis. Auch wird in einer, allerdings für unecht erklärten, aber doch noch aus dem 13. Jahrh. stammenden Urkunde von 1234 (Schles. Regesten, Nr. 433) gesagt, Herzog Heinrich habe auf Bitten des obigen Steinmetzen Jacob dem Kloster Trebnitz 200 Hufen eines Waldes bei Heinrichau geschenkt, von denen Winand die Hälfte besitzen solle; vielleicht steht dieser zu dem Baumeister W. irgendwie in Beziehungen. — Büsching a. a. O., S. 417 ff. nennt in einer dort abgedruckten Urkunde von 1325 einen Abt Wynandus von Heinrichau und unter den Zeugen einen zweiten magister operis Johannes nebst einem Winand furnarius (Bäcker). — Bei Stenzel a. a. O., S. 166, wird zum Jahre 1263 ein Johannes aurifaber angeführt. — Das zweite Schweidnitzer Schöppenbuch erwähnt 1407, ohne jede Namensbestimmung, einen moler von Heynrichau. Möglicherweise ist es der im Schweidn. Steuerregister vermerkte Jocob moler, Czinkewicz (ein zu Kloster H. gehöriges Dorf) genannt. — Auch in H. hat Willmann nach Büsching, S. 415 ff., gemalt. — Die schlesischen Provinzialblätter von 1865 thun ohne jegliche Begründung eines elfenbeinernen Cruxifixes in einer Seitenkapelle der Klosterkirche Erwähnung, das von Benvenuto Cellini herstammen soll (!).
Rauden. (Die Stiftungsurkunde datiert von 1258, cf. Regesten, 2. Bd., S. 13.) Das ehemalige Gebäude gehörte dem Uebergangsstile an, wovon noch Spuren vorhanden sein sollen; das jetzt stehende wurde 1671 errichtet. Der Architekt Melchior Werner aus Neiße baute es und erhielt außer Beköstigung 3
pro Woche und 3 Achtel Bier, der Parlier außer Kost 2
, jeder Maurer 10, jeder Handlanger 4 Sgr. und Station. (Potthast, Rauden, S. 84.) — 1775 malt Sebastiani den großen Speisesaal (ebd. 119. 137), auch die Pfarrkirche wie anderes in dem Städtchen Ober-Glogau. (ebd. 137.) — 1718, resp. 1767, sind in Rauden zur Herstellung von Gemälden und Porträten engagiert der Maler Sedleczky und der akademische Künstler’ J. H. Deppé (ebd. 262.)
Walstatt (1707–23 gebaut). Das Hochaltarbild stammt von de Baker, Maler des Fürstbischofs Franz Ludwig, Pfalzgrafen bei Rhein, und stellt dar die Auffindung der Leiche Herzog Heinrichs des Frommen auf dem Schlachtfelde. (Büsching, a. a. O., S. 69.) Für dieselbe Klosterkirche arbeiteten der Maler Brandel (cf. Grüssau) und der Bildhauer Hiernle aus Böhmen. (ebd. S. 70.)
Hiemit seien nun diese „Beiträge“ einstweilen abgeschlossen. Sofern sich mir wieder Gelegenheit bieten sollte, ein städtisches Archiv der Provinz nach dieser Richtung hin untersuchen zu können, sollen die Resultate davon an gleicher Stelle ihren Platz finden. Aus Liegnitz und Görlitz hoffe ich demnächst noch Aufschlüsse über die Renaissanceperiode zu gewinnen.