Ich besitze einen Bronze- oder Messing-Stempel, dessen Abbildung ich hier gleichfalls folgen lasse, welcher in der Nähe der Oberamtsstadt Geislingen (Württemberg) aufgefunden worden sein soll. Derselbe verräth durch seine rohe Arbeit, durch seinen Stil und durch das Oehr zum Aufhängen ein sehr hohes Alter und könnte wohl auch aus dem 13. Jahrh. stammen, und zwar wegen seines Bildes und seiner Legende aus dem Kloster Steinheim, welches bekanntlich später im Kloster Königsbronn aufgegangen ist.
Auch auf diesem Stempel, wie auf so manchen mittelalterlichen, fängt die Legende unten an.
Kupferzell.
F.-K.
Ein Mysterium des 12. Jahrhunderts aus dem Stifte St. Blasii in Braunschweig.
Im herzoglichen Landeshauptarchive zu Wolfenbüttel befindet sich ein Agendarium, von einer Hand des zwölften Jahrhunderts schön und sauber geschrieben, welches früher dem Stifte St. Blasii zu Braunschweig zugehörte. Es hat auf dem Vorsetzblatte, von einer wenig jüngeren Hand wol um 1200 geschrieben, die nachfolgende Osterfeier. Oben auf der Seite steht von einer Hand des 14. Jahrhunderts „agenda ecclesie sancti Blasii.“ Das Mysterium ist durchgehends mit Notenzeichen versehen.
Maria Magdalena et alia Maria ferebant diluculo aromata[149] dominum querentes in monumento.