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Tornberg - Torpedo.

Schiffe. Die T. werden von einem sehr kräftigen aufsteigenden Luftstrom gebildet, welcher in der Höhe seine Wasserdämpfe verdichtet. Auf diese Weise entsteht über den T. regelmäßig die Sturmwolke, eine kleine schwarze Wolke, das sogen. Ochsenauge, welche rasch zunimmt und sich nach oben hin trichterförmig erweitert. Sie bilden einerseits den Übergang zu den Tromben oder Windhosen (s. Trombe), anderseits zu den Cyklonen oder eigentlichen Wirbelstürmen (s. Wind). Vgl. Reye, Die Wirbelstürme, T. und Wettersäulen (Hamb. 1872).

Tornberg, Karl Johan, schwed. Orientalist, geb. 23. Okt. 1807 zu Linköping in Ostgotland, studierte von 1826 an zu Upsala Theologie und orientalische Sprachen, habilitierte sich 1835 daselbst als Dozent des Arabischen, setzte 1836-38 seine Sprachstudien noch in Paris unter Sacy, Jaubert und Quatremère fort und wurde 1844 außerordentlicher, 1850 ordentlicher Professor der morgenländischen Sprachen an der Universität zu Lund, wo er 6. Sept. 1877 starb. Er gab heraus: Ibn el Vardis "Fragmenta libri Margarita mirabilium" (mit lat. Übersetzung, Ups. 1835-45, 2 Bde.); "Primordia dominationis Murabitorum" (aus dem "Kartas" genannten Buch, das. 1839); Ibn Chaldunis "Narratio de expeditionibus Francorum in terras Islamismo subjectas" (das. 1840); Ibn abi Zer' Fesanos "Annales regum Mauritaniae" (im Arabischen "Roudh el Kartas", mit lateinischer Übersetzung und Noten, das. 1843-1846, 2 Bde.) und Ibn al Athirs umfangreiches "Chronicon, quod perfectissimum dicitur" (im Arabischen: "Kamil Ette warikh", Leid. 1851-74, 13 Bde.). T. schrieb außerdem: "De linguae Aramaeae dialectis" (Ups. 1842), beschrieb die "Codices arabici, persici et turcici bibliothecae Upsaliensis" (das. 1849) und die "Codices orientales bibliothecae Lundensis" (Lund 1850) und lieferte wichtige Beiträge zur arabischen Münzenkunde in "Symbolae ad rem numariam Muhammedanorum" (Ups. 1846-1856, 3 Tle.) und "Numi cufici" (das. 1848).

Torneà (spr. tórneo), Stadt im finn. Gouvernement Uleaborg, am linken Ufer des hier in den Bottnischen Meerbusen mündenden Torne-Elf, der schwedischen Stadt Haparanda gegenüber, mit (1885) 1015 Einw. 75 km nördlicher liegt der Berg Awasaksa (s. d.). T. ist Sitz eines deutschen Konsuls.

Torneutik (griech.), Dreher-, Drechslerkunst.

Tornister (im mittelalterlichen Latein turnicella), Hauptbestandteil des Gepäcks der Fußsoldaten, meist viereckiger Behälter, aus einem Holzgestell mit wasserdichtem Überzug von Fellen oder präpariertem Segeltuch bestehend, wird an zwei Riemen oben auf dem Rücken getragen, dient nebst dem Brotbeutel zum Fortschaffen der nicht am Körper befindlichen Ausrüstungsstücke des Soldaten.

Toro (Bocas del T.), Bezirk des Staats Panama, s. Chiriqui.

Toro, Bezirksstadt in der span. Provinz Zamora, rechts am Duero (mit schöner Brücke) und an der Eisenbahn Medina-Zamora, mit (1878) 7754 Einw.

Torontál, ungar. Komitat, längs der Maros und Theiß, wird von diesen Flüssen, der Donau und vom Komitat Temes begrenzt, umfaßt 949 qkm (172,4 QM.), ist eben, sehr fruchtbar, hat viele Sümpfe und Moräste und (1881) 530,988 Einw. (Deutsche, Serben, Ungarn und Rumänen), welche Ackerbau und Viehzucht, lebhaften Handel und Schiffahrt treiben, und wird von der Szegedin-Temesvárer Bahnlinie sowie vom Begakanal durchschnitten. Komitatssitz ist die Stadt Groß-Becskerek.