Torónto, Hauptstadt der britisch-amerikan. Provinz Ontario, an der westlichen Nordküste des Ontariosees und an einem vortrefflichen, durch ein Fort beschützten Hafen gelegen, ward 1794 (unter dem Namen York) angelegt und nahm 1834 den jetzigen indianischen Namen an, der "Versammlungsort" bedeutet. T. ist jetzt eine der blühendsten Städte Nordamerikas, mit stattlichen öffentlichen Gebäuden und Privathäusern, aber flacher, reizloser Umgebung. Es ist Hauptsitz der höhern Bildungsanstalten Kanadas. Es hat eine 1827 gegründete Universität mit Sternwarte und Museum, 3 theologische Colleges, 2 Arznei- und eine Tierarzneischule, eine Lehrerbildungsanstalt, ein Gymnasium und 2 Museen. Unter den zahlreichen Kirchen zeichnen sich die anglikanische und katholische Kathedralen aus. Andre öffentliche Gebäude sind: der oberste Gerichtshof Kanadas (Osgoode hall), das Stadthaus, Zollamt, die Börse, eine große Markthalle, ein Kristallpalast für landwirtschaftliche Ausstellungen, ein Krankenhaus und eine Irrenanstalt. Der Handel blüht ungemein, indem Torontos günstige Lage es zum Haupthafen der westlichen Distrikte Kanadas gemacht hat (Wert der Einfuhr 1887: 21 Mill., der Ausfuhr 3,2 Mill. Doll.). Die Stadt hat Möbelfabriken, Gießereien, Brennereien, Brauereien, Korn- und Papiermühlen. Die Bevölkerung wuchs 1817-81 von 1200 auf 86,415 Seelen. T. ist Sitz eines deutschen Konsuls.
Toropez, Kreisstadt im russ. Gouvernement Pskow, an der Toropa, mit vielen griechisch-russ. Kirchen, 2 Klöstern, zahlreichen Gerbereien u. (1887) 6811 Einw.
Torossen, s. Eis, S. 399.
Torpeder, der Mann, welcher den Torpedo handhabt; s. Torpedo, S. 768.
Torpedo, Zitterroche, s. Rochen.
Torpedo (hierzu Tafel "Torpedos"), ein mit Explosivstoff gefüllter, namentlich zum Zerstören feindlicher Schiffe dienender Apparat, nach dem Zitterrochen benannt. David Bushnell (geb. 1742 zu Connecticut, gest. 1826 in Georgia) baute 1776 ein steuerbares submarines Boot, mit dessen Hilfe man eine Holzschraube in den Rumpf des feindlichen Schiffs schrauben und an diese ein mit Pulver gefülltes Gefaß hängen konnte, das in bestimmter Zeit durch ein Uhrwerk zur Explosion gebracht wurde. Diese Erfindung hatte aber so wenig Erfolg wie die Bushnellschen Treibtorpedos, welche, mit dem Strom gegen die feindlichen Schiffe treibend, durch den Anstoß an dieselben explodieren sollten. Robert Fulton konstruierte 1797 ebenfalls ein unterseeisches Boot, machte mit demselben 1801 im Hafen von Brest gelungene Sprengungsversuche, wandte sich aber, da er keine Anerkennung fand, 1804 nach England und begleitete eine Expedition nach Boulogne, um die dort liegende französische Flotte durch Seeminen, die man Catamaran ("Floß", daher "Catamaran-expedition") nannte, zu zerstören. Die mit 40 Fässern Pulver gefüllten Catamarans sollten durch ein Uhrwerk zu bestimmter Zeit entzündet und durch den Strom gegen die feindlichen Schiffe geführt werden, hatten aber nur einen sehr geringen Erfolg. 1806 nach Amerika zurückgekehrt, veröffentlichte Fulton in seinem Buch "T. war, or submarine explosions" (1807) noch viele Projekte, welche zum Teil erst in neuerer Zeit verwirklicht wurden. Samuel Colt (Erfinder des Revolvers) sprengte 1842 mehrere verankerte Schiffe und 1843 ein solches, das mit 5 Seemeilen Fahrt lief, mittels elektrischer Zündung aus einer Entfernung von 5 Seemeilen in die Luft. In dem T. wurde durch eine Vorrichtung bei der Berüh-
Torpedos.
Fig. 4. Torpedoboot mit Stangen-Torpedo.
Fig. 1. Kontakt-Torpedo.
Fig. 8. Auslegen von Kontakt-Torpedos.