Silber . . 17665 - 1588184 "

Kupfer . . 5394 metr. Ztr. 184370 "

Blei . . . 17792 " " 220384 "

Roheisen . 1927532 " " 6563599 "

Steinkohle . 7864081 " " 3788041 "

Braunkohle . 17234396 " " 4998150 "

dazu Antimon, Nickel und Kobalt, Bleiglätte in geringern Mengen. Der Gesamtwert der Montanprodukte Ungarns repräsentierte 1887 einen Wert von 21 Mill. Guld., jener der Salzproduktion von 14 Mill. Guld. Mineralquellen zählt man in U. über 900, darunter berühmte Thermen und Mineralwässer; hervorzuheben sind außer den unter "Karpathen" (S. 558) bereits angeführten Kurorten noch die Schwefelquellen in Hárkány (Komitat Baranya), Tapolcza (Zala), Töplitz (Kroatien), Warasdin, die Thermen in Krapina (Kroatien) und die Jodquellen in Lippik (Slawonien). Die Industrie Ungarns deckt bei allem Überfluß an Rohstoffen noch nicht den inländischen Bedarf, weil die Gewerbthätigkeit sich früher meist auf die gewöhnlichen Lebensbedürfnisse beschränkte und das Fabrikwesen sich erst seit kurzem eines Aufschwungs erfreut. In Metallen arbeiten zahlreiche Eisen- und Stahlhämmer, Eisengießereien (Budapest, Krompach, Rhonitz, Salgó-Tarján, Munkács, Anina-Steierdorf, Resitza und Dernö), Blech- und Drahtwerke, Armaturfabriken etc.; den besten Stahl liefert Diós-Györ (Borsoder Komitat). Auch an Kupferschmieden, Gold- und Silberarbeitern ist kein Mangel. Die Maschinenfabrikation ist besonders in Budapest ent-

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Ungarn (Handel und Verkehr).

wickelt, wo es zahlreiche große Etablissements gibt. Von beträchtlicher Ausdehnung ist die Töpferei; man fertigt schönes Fayencegeschirr; Schemnitz, Kremnitz, Debreczin liefern irdene Pfeifenköpfe; große Porzellan- und Majolikafabriken bestehen in Budapest, Fünfkirchen, Herend. Etwa 70 Glashütten (meist in Oberungarn) erzeugen geringere und feinere Glaswaren. Die chemische Industrie liefert vorzugsweise Salpeter, Alaun, künstliche Farben, Soda, Pottasche, Stearinkerzen (Budapest und Hermannstadt), Glycerin, Seife, Zündwaren, Stärke, Leim, Tinte, Siegellack, Parfüme, Lacke, Teerprodukte, Schwefelsäure. Von besonderer Wichtigkeit sind die großen Petroleumraffinerien in Fiume, Siebenbürgen und Südungarn (Oravicza, Orsova). Der Waldreichtum des Landes hat überall eine lebhafte Holzindustrie hervorgerufen. Bauhölzer werden fabrikmäßig, Hausgeräte von der sehr ausgebreiteten Hausindustrie geliefert, welche auch Korbflechterei und in neuester Zeit auch Schnitzerei betreibt. Besonders entwickelt ist die Wagenfabrikation, ebenso auch Tischlerei, Stroh- und Rohrflechterei und der Schiffbau. Unter den Handwerkern zeichnen sich die Zischmen- (Stiefel aus Korduan) und Schnürmacher, Kürschner, Riemer und Gerber aus. Spinnerei und Weberei sind im N. Hauptgegenstand der Hausindustrie; grobes Wolltuch erzeugen unzählige Tuchmacher, feinere Tuche einige größere Fabriken; Erzeugnisse der Textilindustrie sind ferner: grobe Decken, Teppiche, Halinatücher für sogen. Halinas (Bauernmäntel) etc. Bedeutend ist die Lederfabrikation. Papier liefern über 70 Mühlen und einige große Fabriken (die größte in Fiume). Von größter Bedeutung ist die Mühlenindustrie, deren Mittelpunkt Budapest ist. Im ganzen Land gibt es über 25,000 Mühlen, darunter 500 Dampf- und Kunstmühlen. Die Rübenzuckerfabrikation hat abgenommen, gegenwärtig bestehen in U. bloß 14 Fabriken (1871: 26), neue sind jedoch im Entstehen. Nagy-Surány und Diószeg (bei Neutra) verarbeiten jährlich 308,000, bez. 454,000 metr. Ztr. Rüben. Von Wichtigkeit sind zahlreiche große Spiritusfabriken (94), Branntweinbrennereien (95,366) mit einer jährlichen Gesamtproduktion (1887) von 90 Mill. Hektolitergraden, Rosoglio- und Likörfabriken und die Bierbrauereien (110) mit einer jährlichen Produktion von 631,098 hl Bier, die größten in Steinbruch bei Budapest. Die Tabaksfabrikation ist Staatsmonopol.