Sunderbands (Sunderbans), Name für das sumpfige, von unzähligen Kanälen durchzogene Inselgewirr des untersten Gangesdelta, zwischen Hugli, Meghna und Bengalischem Meerbusen, an dem es sich 264 km lang hinzieht, 15,477 qkm (281 QM.) groß. Bewohnt sind nur die höhern westlichen und östlichen Teile, wo die Einwohner in kleinen Weilern leben und namentlich Reis, aber auch Zuckerrohr und Jute bauen. Das durchaus ebene Land ist namentlich nach der Meeresseite zu von undurchdringlichem Dschangelwald bedeckt, ein vorzüglicher Schutz gegen die häufigen Sturmfluten, die dennoch zuweilen große Verheerungen anrichten. Der Wald, meist Staatseigentum, liefert große Mengen von Nutz- und Brennholz (jährlich für 590,000 Pfd. Sterl.).
Sünderhanf, die männliche Hanfpflanze.
Sunderland (spr. ssonderländ), Seestadt in der engl. Grafschaft Durham, an der Mündung des Wear in die Nordsee, hat mit den Vorstädten Bishop's Wearmouth, Monk Wearmouth und Southwick (1881) 116,542 Einw. Eine eiserne Brücke von 30 m Höhe verbindet die beiden von großartigen Docks eingefaßten Flußufer. Der Eingang zum Hafen wird durch zwei Dämme (594 und 539 m lang) gebildet und durch Batterien geschützt. Die neuern Stadtteile sind meist geschmackvoll gebaut; die Altstadt aber, besonders nach dem Hafen zu, ist eng und winkelig. S. hat eine Börse, ein theologisches Methodistenseminar, Athenäum mit Museum, Theater, einen Park mit Statue des hier gebornen Generals Havelock, großartige Schiffswerften (2600 Arbeiter), Maschinenbauwerkstätten, Glashütten, Töpfereien, Eisengießereien etc. Zum Hafen gehörten 1887: 329 Schiffe von 227,301 Ton. Gehalt und 52 Fischerboote. 1887 wurden Waren im Wert von 633,691 Pfd. Sterl. nach dem Ausland ausgeführt und für 441,281 Psd. Sterl. von dort eingeführt. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls. Dicht dabei liegt Southwick (8178 Einw.) mit Kohlengruben und Eisenwerken.
Sundewitt, Halbinsel in der preuß. Provinz Schleswig-Holstein, durch den Alsener Sund von der Insel Alsen geschieden, hat fruchtbaren Boden und eine hügelige Oberfläche; sie war in den deutsch-dänischen Kriegen von 1848 bis 1849 und 1864 wiederholt Kriegsschauplatz (s. Düppel). Vgl. Döring, Führer durch Alsen und S. (Sonderb. 1877).
Sündflut, s. Sintflut.
Sundgau (Südgau), ehemals s.v.w. Oberelsaß, im Gegensatz zum Nordgau (Unterelsaß); insbesondere die Umgegend von Mülhausen.
Sundsvall, Hafenstadt im schwed. Län Westernorrland, nahe der Mündung des Indalself, Ausgangspunkt der Eisenbahn S.-Drontheim, in welche bei Ange die von Stockholm kommende Nordbahn mündet, hat Eisenindustrie, Sägemühlen, bedeutende Ausfuhr von Holz und Eisen und (1887) 10,726 Einw. 1887 sind im Zollbezirk von S. vom Ausland angekommen 1139 Schiffe von 413,695 Ton., abgegangen 1453 Schiffe von 544,827 T. Im Juni 1888 wurde S. durch eine Feuersbrunst fast ganz eingeäschert. S. ist Sitz eines deutschen Konsuls.
Sundwig, Dorf im preuß. Regierungsbezirk Arnsberg, Kreis Iserlohn, hat Eisengießerei, ein Messingwalzwerk, Drahtzieherei, Fabrikation von Drahtstif-
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Sundzoll - Superga.