Tereus, nach griech. Mythus König von Daulis, Gemahl der Prokne und Schwager der Philomela, die von ihm geschändet ward (s. Philomela), wurde schließlich in einen Wiedehopf (oder Habicht) verwandelt.

Tergeste, Stadt, s. Trieft.

Tergiversieren (lat.), Ausflüchte, Winkelzüge machen; eine Sache hinausziehen.

Terglou (Triglaw), Gebirgsstock im nördlichen Teil der Julischen Alpen (s. d.), mit der höchsten der drei zuckerhutartigen Spitzen bis zu 2865 m emporsteigend. Von ihm fließen die Gewässer drei Flüssen zu: der Drau (Gailitz), Isonzo und Save; er teilt auch drei Sprach- und Völkergebiete: Deutsche, Slawen, Italiener. Erstiegen wurde er zuerst 1778 vom Arzt Willonitzer, seitdem insbesondere 1822 von Hauptmann Bosio behufs Vermessungsarbeiten. Gegenwärtig ist die Besteigung durch einen verbesserten Weg und eine Unterkunftshütte erleichtert.

Tergnier (spr. ternjeh), Dorf imfranz. Departement Aisne, Arrondissement Laon, wichtiger Knotenpunkt der Nordbahn (Linie Paris-Jeumont mit Abzweigungen nach Amiens und Laon), mit Eisenbahnwerkstätten, Zuckerfabrik und (1881) 3536 Einw.

Terlan, Dorf in Südtirol, Bezirkshauptmannschaft Bozen, an der Etsch und der Bozen-Meraner Bahn, mit gotischer restaurierter Kirche, berühmtem Weinbau und (1880) 1315 Einw. In der Nähe die Ruinen der Burg Maultasch.

Terlizzi, Stadt in der ital. Provinz. Bari, Kreis Barletta, 12 km vom Adriatischen Meer, mit Ringmauern und Kastell, Wein- und starkem Mandelbau und (1881) 20,442 Einw.

Terme (franz.), Grenzstein; viereckiger schlanker Pfeiler, der oben oft in eine Büste ausläuft; auch s. v. w. Ausdruck, Kunstwort (terminus). Hermes, Termite.

Termin (v. lat. terminus "Grenze", Tagfahrt), Zeitpunkt, zu welchem eine bestimmte Handlung, namentlich eine Rechtshandlung, vorgenommen werden muß, im Gegensatz zur Frist, binnen welcher dies zu geschehen hat. Die Folgen der Versäumnis eines Termins, welche den Ungehorsamen (contumax) treffen, richten sich nach dem in der Ladung angedrohten Rechtsnachteil.

Terminaliia L., Gattung aus der Familie der Kombretaceen, Bäume und Sträucher mit wechsel-, selten fast gegenständigen Blättern, kleinen, meist grünen oder weißen Blüten in lockern Ähren, selten in Köpfchen, und eiförmiger, kantig zusammengedrückter oder zwei- bis fünfflügeliger Steinfrucht. 80-90 Arten. T. Catappa L., in Ostindien, dort und in Westindien kultiviert, liefert Samen, die wie Mandeln benutzt werden. T. Chebula Retz (Myrobalanus Chebula Gärtn., s. Tafel "Gerbmaterialien liefernde Pflanzen"), in Ostindien, liefert die gerbsäurehaltigen Myrobalanen (s. d.). Auch die Früchte von T. citrina Roxb., T. belerica Roxb. und andern Arten kommen als Myrobalanen in den Handel.