Konsulate: Deutsches Reich, Konsul Dr. E. A. Voretzsch, Wyndham Street 8 u. 10, etwa 5 Min. von Blake Pier, mit Lesezimmer für deutsche Seeleute.—Österreich-Ungarn, Konsul Ritter v. Wiser, Princes' Buildings.— Deutscher Klub »Germania«, Kennedy Road, nahe Union Church und Drahtseilbahn; Hongkong Club (engl.), am Hafen, Connaught Road, New Praya. —Deutscher Gottesdienst (deutscher Pfarrer) in der Kapelle des Berliner Findelhauses, So. 11 Uhr.—Deutsche Schule, Kennedy Road, hinter Union Church.
Polizei: Hauptamt (Central Police Station) Old Bailey Street, südl. vom katholischen Dom.
Deutsche Ärzte: Dr. Müller; Dr. Justi, Mansion House; Dr. Hoch.— Deutsche Apotheke: Medical Hall (Inhaber E. Niedhardt & H. Kammel), Ecke Ice House Str. u. Des Voeux Road. —Krankenhäuser: Civil Hospital, Queen's Road West; Peak Hospital.
Buchhandlungen: Kelly & Walsh Ltd.—W. Brewer & Co.—Presse: Hongkong Daily Press; China Mail; Hongkong Telegraph; South China Morning Post.—Photographien: Viele Geschäfte, die auch Platten und Films in gutem Tropenverschluß liefern, z. B. Long Hing & Co., Queen's Road Central.
n der Festungswerke und Marineanlagen ist streng verboten.
Geschäftsadressen: Queen's Road ist Hauptgeschäftsstraße. Optiker: Charles J. Gaupp & Co. (deutsch), Alexandra Building.—N. Lazarus, im Hongkong Hotel.—Zigarren, Ansichtskarten: Kruse & Co. (deutsch), Mansion House.—Warenhaus Lane Crawford & Co., Ecke Ice House Street und Chater Road.— Kleider- und Wäschehändler: Tak Cheong, Queen's Road Central; Bon Ton, D'Aguilar Street 2.—Curios und japanische Waren: Kun & Komor, Hongkong Hotel Building (sehr gut); Loong Shing Co., Queen's Road Central 26.—Seidenspitzen und Grasleinen: Madame Flisch & Co.—Blackwood-Möbel: Lok-Hing; Kwong Hing. —Porzellan: Wing Hing.—Juwelier J. Ullmann & Co., Queen's Road Central 34, gegenüber Hauptpost.—Silbersachen: Wang Hing; Wing Nam, sämtlich Queen's Road Central.—Man kauft sehr preiswürdig schöne Seidenstickereien, Goldstickereien auf Seide u. Samt, Grasleinenstickereien, Blackwood-Kunstmöbel und andre Kunstschnitzarbeiten in Elfenbein, Ebenholz, Speckstein, Cloisonne-(Metallemaille-)Kunstsachen, Bronzen, Silberarbeiten verschiedenster Art, goldene Ringe etc., Eisenschmiedearbeiten, Korb-u. Strohflechtereien, mottensichere Kampferkisten, chinesische Bilder auf Reispapier und in Öl etc.
Zeiteinteilung auf 5 Tage. I. Tag: Hongkong, Fahrt auf den Peak; Queen's Road; Nachtfahrt nach Kanton. —2. Tag: Kanton.—3. Tag: Kanton.—4. Tag: Früh Rückfahrt nach Hongkong; Nm. Park und Promenade Kennedy Road oder Bowen Road (Wasserleitung).—5. Tag: Vm. Happy Valley, Nm. Einkäufe.—Auf 8 Tage: 1.-4. Tag wie vorher.— 5. Tag: Früh nach Macao.—6. Tag: Macao, Nm. Rückfahrt nach Hongkong. —7. Tag: Happy Valley, Nm. Einkäufe.—8. Tag: Fahrt auf den Peak, zu Fuß Nm. zurück.
Hongkong, chines. Heung Kong (»Tal der reichen Wasser«), britische Insel östl. der Einfahrt in den Kantonfluß, ist 15 km lang, 7-8 km breit, 75 qkm groß mit (1905) 377850 Einw., von denen nur 17977 Nichtchinesen (Engländer, Portugiesen, Inder, etwa 300 Deutsche etc.). Dazu kommt auf der gegenüberliegenden Halbinsel Kowloon (Kaulun) ein seit 1898 gepachtetes Gebiet von 974 qkm mit 85011 Einw. Die ganz aus Granit und Basalt bestehende Insel erhebt sich im Victoria Peak 551 m ü. M. Das Klima kann mit einer mittlern Jahrestemperatur von 22° (Februar 14,3°, Juli 27,6°) noch als tropisch bezeichnet werden, wenn auch die jährliche Temperaturschwankung schon stark (absolute Extreme etwa 35° und 2°) ist. Doch hat Hongkong unter den kalten trocknen Landwinden nicht so stark zu leiden wie das benachbarte Festland. Die Regen fallen hauptsächlich im Sommerhalbjahr. Europäern ist das Klima Hongkongs nicht sehr zuträglich; die angenehmste Zeit ist November bis Januar, August und September sind wegen der feuchten Hitze sehr ungesund. Die Pflanzenwelt war auf der Felseninsel ursprünglich dürftig, trägt aber nun in den von den Engländern geschaffenen Gartenanlagen tropischen Charakter. Auch vermag Hongkong seinen Bedarf an Gemüse sowie etwas Reis, Yams, süße Kartoffeln zu erzeugen; Mango-, Birn-und Orangenbaum sind heimisch. Von Tieren finden sich die Wildkatze, Ameisenfresser, zahlreiche Vögel, Landschildkröte, einige Schlangen (auch giftige), das Holzwerk zerstörende Termiten (»weiße Ameisen«). Taifune richten zuweilen großen Schaden an. Die Hauptstadt der Insel, Victoria, an der Nordküste, ist in 7 km Länge terrassenförmig am Abhang des Gebirges aufgebaut, hat einen Palast des Gouverneurs, Stadthaus, Theater, Museum, Bibliothek, Kasernen, Marinehospital, Marinedepot, Marinedock, Sternwarte, Kohlenmagazine, ist Sitz eines anglikanischen Bischofs, des Vizeadmirals der englischen Flottenstation für China (etwa 60 Schiffe), des kommandierenden Generals der Truppen (139 Offiziere, 3659 Mann), hat eine Polizeitruppe von 1018 Mann (Engländer, Sikh, Chinesen) und 83 öffentliche und mehrere private Schulen, darunter eine deutsche Vorschule der deutschen Kirchen-und Schulgemeinde. Die Stadt ist sehr reinlich und ordentlich, unregelmäßig gebaut ist nur das westliche Chinesenviertel.— Die Industrie ist jung; Werft und Dock in Kowloon, zwei große Zuckerraffinerien, Baumwollspinnerei, Stuhl-, Hanfseil-, Zement-und Seifenfabrik; berühmt sind die Hongkongstühle aus geflochtenem Rattan (span. Rohr). Die Bedeutung der Stadt liegt in Handel und Schiffahrt; die Insel beherrscht den Zugang zur Mündung des Hsikiang, des Hauptflusses und Hauptverkehrsweges Südchinas, und hat vor Schanghai die sichere Lage voraus. Als Freihafen begünstigt, steht es mit Europa und den Seehäfen des Stillen und Indischen Ozeans in lebhaftem Verkehr. Die Einfuhr umfaßt Reis, Zucker, Baumwolle, Opium, Salz, Öl, Tee, Seide; da Hongkong Umschlagshafen ist, werden dieselben Waren auch wieder ausgeführt.
Rundfahrt (in den untern Straßen mit Rikscha, in den obern mit Tragstuhl). Vom Landungsplatz bei der Ice House Street in die große Geschäftsstraße Queen's Road Central, vorbei am Stadthaus (City Hall), neben dem mehrere Bankgebäude stehen, weiterhin der Uhrturm neben dem Postamt und vorbei an der Zentralmarkthalle bis zur Queen's Road West im Chinesenviertel; von da am Hafen längs Connaught Road oder durch eine der obern Straßen, z. B. Holywood Road, zurück zum Park (Public Gardens), an dessen Nordseite in schönem Garten der Palast des Gouverneurs liegt. In der Nähe ist der Bahnhof der Drahtseilbahn (S. [221]), die hinaufführt nach *Victoria Peak (551 m); Auffahrt sehr malerisch mit prächtigen Ausblicken; vom obern Bahnhof führt eine Treppe zum Peak Hotel; der Weg r. führt an Kasernen vorbei zum Gipfel mit Signalstation (20 Min.), wo herrliche *Aussicht auf das Meer im S. mit den Inseln und auf den Hafen. Zurück gehe man die steile Peak Road bergab, oder wende sich vom obern Bahnhof nach l. um die kleine Bergkuppe nach O. und kehre auf Bowen Road zur Stadt zurück. Oder man steigt sw. hinab vorbei am Wasserbehälter und dem französischen Kloster Pok Fulum (Erholungsstation) und wendet sich um die SW.-Ecke der Insel, erreicht nach etwa 3 St. anstrengendem Marsche die Chinesenstadt und kehrt auf der Game Road oder Bonham Road zurück. Man beachte, daß alle diese Wege, da sie viele Windungen und Zickzacklinien machen, länger sind, als man sie vom Gipfel des Peak schätzen kann. Den Peak besuche man öfters, lasse sich nicht durch trübes Wetter abhalten, da man oben stets reine, frischere Luft (und gute Verpflegung im Hotel) findet. Auf allen Wegen kann man sich ohne Führer auf den Zickzackwegen leicht verlaufen und zu sehr großen Umwegen gezwungen sehen. Auch hüte man sich, einen photographischen Apparat zu zeigen.—Schöne Spaziergänge bieten Kennedy Road und Bowen Road.—Ausflug nach Happy Valley mit Rikscha oder elektrischer Straßenbahn bis Stat. »Bowen Road«, bis Robinson Road, dann l. auf der schönen Bowen Road 6 km; oder (event. im Tragstuhl) vom Uhrturm am stattlichen Army Hospital vorbei bis zum Rennplatz (Race course), an dessen Westseite nebeneinander der mohammedanische, katholische, protestantische, parsische und hindustanische Friedhof liegen. An Renntagen im Frühjahr versammelt sich ganz Hongkong auf dem Rennplatze; die Gasthöfe und Klubs haben Tribünen dort. In der Nähe liegt der Spielplatz (Recreation Ground) des Golf Club und östl. davon der hübsche East Point Hill. Rückfahrt am bequemsten durch das östliche Chinesenviertel (Wanshai), vorbei am Royal Naval Hospital, und durch die Queen's Road East, an der r. die englische Marinewerft mit Werkstätten, Vorratslagern und Trockendock liegt.—Mit Fährdampfer (S. [221]) in 9 Min. hinüber nach Kaulun (Kowloon); Rikschas sind zu haben; dort liegen die großen Waren-und Kohlenlager, Werftanlagen mit Docks und Kasernen für englisch-indische Truppen. Der Ort ist ohne Sehenswürdigkeiten, aber wichtig für den Seehandel. Etwa 3 km nördl. liegt der chinesische Fischereihafen Yaumati, wo auch Dschunken gebaut werden.
Eisenbahn Kaulun-Kanton (170km; I. Kl. $ 5,40, II. 2,70; Fahrzeit des Schnellzugs 5 St.). Die 1910 fertiggestellte Bahn beginnt im Nordzipfel der östl. an Kowloon grenzenden Hongham Bay. Um Raum für die Bahnhofsanlagen und Kais zu gewinnen, mußte ein Teil der Bucht zugeschüttet werden. Die vorgelagerte Bergkette durchschneidet die Bahn in dem 2198 m langen Beacon Hill-Tunnel und läuft am Tolohafen entlang in NW.-Richtung über Lofa, wo das chinesische Gebiet beginnt, und Schaklung (der einzigen Station des Schnellzugs) nach Kanton (S. [225]).
1. Seitentour: Hongkong-Kanton.
Dampfer, s. S. [221] (die französischen Schiffe haben bessere Küche, die englischen bessere Kabinen); 90 Seem.; Fahrzeit etwa 7 St. bei Tage, 12 St. nachts. Für die Nachtfahrt Schlafkoje vorausbestellen. Eilige fahren am besten nachts nach Kanton, verbringen hier den Tag und kehren 5 Uhr abds. mit dem gleichen Dampfer nach Hongkong zurück, da Nachtlager in Kanton nicht zu empfehlen. Ankunft Mitternacht, man schlafe auf dem Dampfer bis früh.—Cook & Son geben Fahrkarten für Kanton einschl. Dampferfahrt und Führung aus; zu empfehlen.—Eisenbahn s. oben.