Das Südchinesische Meer (Nanhai) erstreckt sich von der Halbinsel Malakka bis zur Formosa-Straße (vgl. beifolgende Karte). Der südliche Teil wie auch die Golfe von Siam und Tonkin haben weniger als 200 m Tiefe, während im nordöstlichen Teil, zwischen den Philippinen und Hongkong, mehr als 4000 m Wassertiefe gefunden sind. Sehr gefährliche Korallenriffe findet man an vielen Stellen, besonders ausgedehnt westl. von der Insel Palawan bis 110° östl. L. Im nördlichen Teile liegen die Paracel-Inseln, umgeben von Riffen und Bänken; östl. davon die große Macclesfield-Bank u. a. Die Strömungen im Südchinesischen Meere sind von den herrschenden Winden abhängig: während des SW.-Monsuns setzt der Strom zwischen Singapore und Hongkong sowie unter der Küste von Annam nnö., während des NO.-Monsuns ssw. Der SW.-Monsun beginnt im Golf von Tonkin Mitte April und weht im Juni, Juli und August überall zwischen Singapore und Hongkong. Der NO.-Monsun ist am stärksten und gleichmäßigsten im Januar, Februar und März. In der zweiten Hälfte des SW.-Monsuns treten vor dem Golf von Siam, der Küste von Indochina und dem Golf von Tonkin häufig heftige Gewitterböen mit dunklem Gewölk auf. Taifune kommen im Mai bis November, doch meist nur im August, September und Oktober vor; bei westlichem Sturm ist die Gefahr, in die Mitte des Taifuns zu geraten, für Schiffe, die von Singapore nach Hongkong fahren, nicht groß, weil man sich wahrscheinlich an der linken Seite der Sturmbahn befindet und nur beizudrehen braucht, bis das Wetter besser und der Wind sw. geworden ist. Wenn der Barometerstand sich wenig ändert, kann das Sturmgebiet an seiner Südseite umsteuert werden, mit südlichen und östlichen Kursen. Bei südlichem Wind kann man den Kurs beibehalten, muß sich aber hüten, der Sturmmitte zu nahe zu kommen. Am unsichersten ist die Lage des Schiffes, wenn der Sturm aus Richtungen zwischen NO. über N. bis NNW. weht. Nur wenn der Wind dann nach l. dreht, oder wenn er gleich aus NNW. beginnt, kann man mit SW.-Kurs abhaltend sicher sein, der gefährlichen Sturmmitte zu entgehen.
Hongkong.
Vgl. die beifolgenden Pläne.
Ankunft zur See. Der Hafen ist stark belebt mit großen Dampfern, deren täglich bis zu 60 ein-und auslaufen (vgl. S. [223]). Die Hafenstadt Victoria baut sich am Fuße des Pik der Insel Hongkong stufenweise auf, ihre weißen, palastartigen Häuser liegen zwischen schönen Gärten mit grauem Felsenhintergrund. Alle großen Dampferlinien haben Festmachetonnen für Dampfer; die deutschen Reichspostdampfer legen an dem Pier von Kowloon an; Ausschiffung erfolgt mit Dampfbarkassen der Gasthöfe oder mit Sampan (1/2 St. Fahrt, 10 cents jede Person). Da Hongkong Freihafen ist, findet keine Zolluntersuchung statt.
Gasthöfe: Hongkong Hotel, 170 Z., Pens. $ 6-12.—Grand Hotel (deutscher Besitzer), Pens. von $ 5 an.— King Edward Hotel, Ice House Street, sehr mäßig (indischer Manager); 85 Z., F. 1, Lunch 1,25, Dinn. 1,25, Sup. 1, Pens. $ 6-12.—Astor House Hotel, Queen's Road Central.
—Peak Hotel, nahe dem Endpunkte der Drahtseilbahn auf dem Pik, für Fremde zu empfehlen, die Zeit haben, außerhalb der Stadt zu wohnen; Pens. von $ 5 an.—Connaught Hotel, Main Street; 90 Z., Pens. $ 5-15, monatl. $ 90-100.— Grand Carlton Hotel (Familienpension), Ice House Road 8 u. 10, Pens. von $ 4 an.—Thomas Hotel.—Kowloon Hotel. —Privatpension Kingsclerc, Kennedy Road, gelobt (deutsche Besitzerin G. Sachse).
Cafés (mit kalter Küche): Weismann, Des Voeux Road.—Wiener Café, Queen's Road.
Post: Queen's Road, beim Uhrturm; Briefe nach Deutschland 10 cents, Postkarten 4 cents.—Telegraph: New Praya, Connaught Road. Die Preise für Telegramme schwanken nach dem Dollarkurs.—Kabel nach Saïgon, Labuan, Manila, Schanghai und Macao. —Telephon.
Wagen gibt es nicht.
Elektr. Straßenbahn von Westpoint bis Shankiwan am Meeresufer entlang, in 60 Min. für 40 cents, Teilstrecken 5 cents. Umsteigen bei Happy Valley.
Tragstühle (chair) mit 2 Trägern, nach Tarif: in der Stadt 1/2 St. 20 cents, 1 St. 30 cents, 3 St. 70 cents; für den Tag $ 1; außerhalb der Stadt mit 4 Trägern: 1 St. 60 cents, 3 St. $ 1, für den Tag $ 2. Im Bergdistrikt die Hälfte höher.
Rikschas: 1/4 St. 5 cents, 1/2 St. 10 cents, 1 St. 15 cents, jede Stunde mehr 10 cents.—Drahtseilbahn (Peak tramway) von Garden Road zum Pik in 7 Min., einfache Fahrt 30 cents, Hin-u. Rückfahrt 50 cents; von 71/2 Uhr früh bis 8 Uhr abds. alle 10 u. 15 Min.; von 8-111/4 Uhr abds. jede 1/2 St.—Fahrräder: Verleihgeschäft in Queen's Road Central, westl. von New Praya.— Pferde zu mieten in Kennedy Stables.
Flußdampfer. 1) Nach Kanton: Hongkong, Canton and Macao Steamboat Co. 3mal tägl. (außer So.), 8 Uhr Vm. und 9 u. 10,30 Uhr Nm.; Fahrpreis $ 8, jede Mahlzeit $ 11/2, F. 9 Uhr, Tiffin 1 Uhr, Dinner 71/2 Uhr. Schlafkabine, wenn frei. Französische Dampfer (vorzuziehen!) jeden Abend 51/2 Uhr (außer So.), Fahrpreis $ 5, Mahlzeit $ 11/2; Schlafkabine.—2) Nach Macao: H. C. & M. S. Co. tägl. (außer So.) abds., Fahrpreis $ 4; Wing-on Steamship Co. jeden Morgen 8 Uhr, Fahrpreis $ 3; Sonntags Sonderschiffe hin und zurück $ 2, Aufenthalt ca. 4 St.
Fährdampfer (Ferry launch) von Hongkong, Ice House Street, nach dem nördl. gegenüberliegenden Kowloon, Godown Wharf, in 9 Min. für 15 cents; von 51/2 Uhr früh bis 73/4 Uhr abds. alle 10 Min., bis 91/4 Uhr jede 1/4 St., bis Mitternacht jede 1/2 St.
Seedampfer: Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd (Agentur: Melchers & Co., Queen's Building I., Tel.-Adresse »Nordlloyd-Hongkong«) alle 14 Tage nach Schanghai und Japan, ebenso nach Singapore und Europa; Anschlußdampfer über Manila, Angaur, Jap, Friedrich-Wilhelmshafen, Rabaul und Brisbane nach Sydney.— Österreichischer Lloyd (Agentur: Sander, Wieler & Co., Tel.-Adr.: »Lloydiano Hongkong«) monatlich nach Schanghai, Yokohama, Kobe sowie über Singapore nach Europa.—Messageries Maritimes (Agentur: de Champeaux, Tel.-Adr.: »Messagerie-Hongkong«) alle 14 Tage über Schanghai, Kobe nach Yokohama, ebenso über Saïgon, Singapore nach Europa.—Peninsular and Oriental Co. alle 14 Tage nach Europa und über Schanghai nach Japan.— Pacific Mail Steamship Co., Great Northern S. S. Co., Toyo Kisen Kaisha und Nippon Yusen Kaisha etwa alle 10 Tage über Japan nach San Francisco.—Nach den Philippinen (Manila) vgl. S. [234].
Banken: Deutsch-Asiatische Bank, Tel.-Adr. »Teutonia«, Queen's Road Central Nr. 7, Korr. sämtlicher deutschen Großbanken;—Hongkong-Shanghai Bank und Banque de l'Indochine, beide Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft.
Theater: Im Winter zuweilen eine europäische Truppe; außerdem chinesische, eins (Koshing in Queen's Road West), wo stets gespielt wird, auch Singspielhallen; mitunter Promenadenkonzerte am Drahtseilbahnhof.
Reisebureau: Thos. Cook & Son, Des Voeux Road Central 16, gibt gratis: »Information for Travellers landing at Hongkong«; liefert Fahrkarten für Führung und Fahrt nach Kanton, empfehlenswert.