Die Umgangssprache zerfällt in zahlreiche Dialekte, die in Aussprache und Artikulation so voneinander abweichen, daß sich die Angehörigen verschiedener Provinzen oft kaum verstehen. Allgemein verbreitet ist dagegen das sogen. Kwānhoá (Hochchinesisch) als Sprache der Gebildeten und als Verkehrssprache. Die chinesische Schrift ist aus einer Bilderschrift hervorgegangen.—Über Namenschreibung vgl. S. [281].
Für Erlernung der wichtigsten hochchinesischen Worte und Redewendungen zu empfehlen: »Konversationsbuch für die Reise und den Selbstunterricht« von Hsüeh Chi Tschong.
11. Von Singapore nach Hongkong. Kanton. Macao. Philippinen: Manila.
Vgl. die Karte S. [155] und die beifolgende Karte.
Reichspostdampfer des Nordd. Lloyd (S. [166]) von Singapore alle 14 Tage Fr. oder Sa. in 5 Tagen nach (1437 Seem.) Hongkong, für I. Kl. 8 £ 16 sh., II. Kl. 6 £ 12 sh. Rückfahrkarte 11/2facher Preis.—Österreich. Lloyd monatl. einmal von Singapore nach (1448 Seem.) Hongkong in 6 Tagen.—Messageries Maritimes alle 14 Tage von Singapore über (648 Seem.) Saïgon (S. [179]) in 7 Tagen nach (1582 Seem.) Hongkong.— Peninsular and Oriental Co. von Singapore alle 14 Tage in 6 Tagen nach (1440 Seem.) Hongkong.
Von Singapore führt der kürzeste Seeweg mit NNO.-Kurs etwas westl. an den holländischen Anambas-Inseln vorbei, dann in Sicht der französischen Inseln Great Catwick und Cécir de Mer, weiter während des SW.-Monsuns mit nördlichem Kurs unter der Küste von Annam entlang, wobei Kap Padaran mit Leuchtfeuer eine gute Ansteuerungsmarke bildet, und westl. von den Paracel-Inseln vorbei, dann vom 17.° nördl. Br. ab mit NO.-Kurs nach Hongkong. Dieser Weg ist der beste für die Monate April bis September; trotzdem laufen viele Dampfer während des ganzen Jahres von Cécir de Mer mit nordöstl. Kurs zwischen den Paracel-Inseln und Riffen und der großen, mit gefährlichen Riffen besetzten Macclesfield-Bank hindurch, obwohl dieser mittlere Seeweg etwas länger ist. Bei starkem NO.-Monsun macht der Dampfer gewöhnlich einen östlichen Umweg, weil dann im östlichen Teile des Südchinesischen Meeres schwächerer Gegenwind als nahe vor der Küste von Annam vorgefunden wird. Bei der Annäherung an Hongkong kommen kleine Inseln, dann die schön geformte hohe Felseninsel Hongkong (S. [222]) in Sicht. Von den vorgelagerten Ladronen und Kaipong-Inseln ist die 448 m hohe Große Ladronen-Insel an ihrer Bergkuppe zu erkennen; die Insel Paktsim (Kaipong-Inseln) zeigt die auffälligen Eselsohren, zwei fast senkrechte, 286 m hohe spitze Gipfel. Die vorgelagerte, 30 m hohe Gap-Klippe trägt einen weißen Leuchtturm (mit Blinkfeuer von 18 Seem. Sichtweite), von dem aus ankommende Dampfer telegraphisch nach Hongkong gemeldet werden. Bei der Annäherung an den Tschukiang (Perlfluß) oder Kantonfluß, dem die Insel Hongkong inmitten einer Gruppe kleiner Felseninseln östl. vorgelagert ist, trifft man meist auf große Flottillen kleiner Fischerdschunken. Die Gap-Klippe r. lassend, steuert der Dampfer mit nördlichem Kurs östl. von der Lingting-Insel auf die West-Lamma-Durchfahrt zu und dann r. drehend durch die Sulphur-Durchfahrt zwischen Green Island und der Insel Hongkong auf die Reede von Hongkong, die einen geschützten Hafen bildet.