Im Stadtpark ein Denkmal zum Andenken an den 6. Shikken von Kamakura, Hōjo Tokimune, unter dessen Regentschaft 1274 und 1281 die Angriffe des mongolischen Eroberers Kublai-Chan (japan. Koppitsu-retsu) abgeschlagen wurden. Etwa 2 km vom Park liegt der prächtige Shintōtempel Hakozaki Hachiman-gū; etwa 5 km weiter ein sehr alter Tempel, der Göttin Benzaiten geweiht, an prächtigem Aussichtsplatz; am Strand unterhalb des Tempels liegen Bruchstücke einer versteinerten Kiefer, der Sage nach die Masten der Dschunke der Kaiserin Jingō, die hier bei der Rückkehr aus dem siegreichen Feldzug gegen Korea um 200 n. Chr. Schiffbruch erlitten haben soll. Auf dem Rückwege besuche man den buddhistischen Tempel Sōfukuji.— Nach dem Besuch des Hakozaki Hachimantempels mit großem steinernen Torii und schönem Nadelwald kann man zur Weiterfahrt die Bahnstation (190 km) Hakozaki benutzen; die Bahn bietet sehr schöne Blicke aufs Meer (Genkai Nada) zwischen der Insel Ikishima und der Shimonosekistraße und steigt zwischen (218 km) Akama und (230 km) Ongagawa bis 90 m ü. M. über einen Bergkamm mit schönen Aussichten r. und gelangt dann über (250 km) Kokura, eine lebhafte Geschäftsstadt, früher Daimyōsitz (Abzweigung der Kyūshūbahn, fertig bis Usa, im Bau bis Oita [Gasthof Yaoya], einem beträchtlichen Handelsplatz und Seehafen, in dessen Nähe in schöner Landschaft die heilkräftigen heißen Bäder von Beppu [Gasthof Hinako] liegen), nach (262 km) Moji (S. [355]).
Von Nagasaki durch die Binnenlandsee nach Kōbe.
Die *Fahrt durch die Binnenlandsee ist ein Glanzpunkt der Reise in Japan.—Dampfer, vgl. S. [349]. Fahrzeit der großen Dampfer 28-32 St.; lohnender, aber zeitraubender (bis zu 6 Tagen) ist die Fahrt mit japanischen Küstendampfern, die viele Häfen der Binnenlandsee anlaufen. Fahrpläne geben die japanischen Zeitungen in Nagasaki und Kōbe sowie die Agenturen der Nippon Yūsen Kaisha und Ōsaka Shōsen Kaisha.
Aus dem Hafen von Nagasaki (S. [349]) dampft man zunächst mit nw. Kurs längs der Küste von Kyūshū an mehreren hohen Klippen und den Inseln Ikeshima und Hikishima, beide l., vorbei bis zu der mit Kiefern bestandenen und gut bebauten Insel Matsushima, die r. bleibt. Nun führt NW.-Kurs zwischen den Inseln Sakitoshima r. und Ōdateshima l. und nahe r. am Leuchtturm auf der gefährlichen Klippe Fukuse vorbei auf die Südspitze der großen Insel Hiradoshima zu, die von den Dampfern meist r. gelassen wird, trotzdem an ihrer Westküste oft heftiger Seegang steht. Aber die zwar gut geschützte Hirado- oder Spexstraße zwischen der Ostküste der Insel Hirado und der Westküste von Kyūshū hat eine sehr enge, vieler Klippen wegen gefährliche Stelle an ihrem Nordende, die nur bei hellem Tage und mit sehr erfahrenen Lotsen benutzt werden kann; die meisten Dampfer ziehen den kleinen Umweg westl. um Hiradoshima vor. Die Insel Hirado ist wegen ihres blauweißen Porzellans berühmt und war im 16. u. 17. Jahrh. der Sitz holländischer und englischer Handelsfaktoreien. Die Stadt Hirado, am Nordende der Spexstraße, zeigt noch die malerischen Ruinen eines Daimyoschlosses. An der Westküste der Insel Hirado durchläuft man die kaum 400 m breite Obreestraße (Ikutsuki no Seto), die die Südspitze der Insel Ikutsuki vom Kap Tobusaki der Insel Hirado trennt; diese nur sehr kurze Enge liegt 53 Seem. von Nagasaki. Mit NO.-Kurs wird das Nordende von Hirado umsteuert, wobei die Inseln Dōshima und Atsushi no Ōshima l. bleiben. Man gelangt nun in den mit vielen Inseln besetzten östl. Teil der Koreastraße, den Schauplatz der Seeschlacht bei Tsushima am 27. und 28. Mai 1905, in der die russische Flotte unter Admiral Roshestwenski vom japanischen Admiral Tōgō nahezu vernichtet wurde; dann dampft das Schiff durch die Ikistraße zwischen Ikishima l. und Madarashima und andern Inseln r. längs der NW.-Küste von Kyūshū, allmählich östl. Kurs aufnehmend; viele Fischerfahrzeuge beleben die See. Im NO. erhebt sich eine dunkle Bergkette, man sieht weiße Leuchttürme auf den Inseln Rokuren, Takenoko und Manaita Iwa, das Fahrwasser zwischen den Inseln wird enger, große Leuchttonnen bezeichnen die Fahrrinne zwischen Sandbänken; man nähert sich der Meerenge von Shimonoseki, die zwischen den Inseln Kyūshū und dem Westende von Nippon oder Hondo die stark befestigte Westeinfahrt zur Binnenlandsee bildet. Über die entzückende Landschaft dieser Straße schreibt Hans Meyer: »Allmählich löste sich die scheinbare Landmauer in einen Haufen von Inseln auf, die sich wie Kulissen hintereinanderschoben und durch die Aufeinanderfolge von bunten, niedlichen See-und Küstenbildern, von kleinen lachenden Buchten, netten Dörfchen und Wäldchen ganz den Eindruck gelungener Theaterdekorationen machten; eine Miniaturlandschaft, wie sie naiver und freundlicher nur vorgestellt werden konnte, wenn man sommerliche Farben aufgetragen dachte. Nach einer weitern halben Stunde erreichten wir die Einfahrt zur Inlandsee, einen Meereskanal, der völlig einer bewaldeten Bergpartie der Mosel oder des Neckars gleicht. Und von nun ab folgte eine Menge unbeschreiblich schöner Landschaftsbilder so schnell, daß man nur immer zu schauen und wieder zu schauen hatte und doch nicht müde wurde, denn alles ist wie aus Einem Guß, nichts ist unverständlich, nichts düster.«—Bald öffnet sich die Enge zu einer breitern Bucht, der Dampfer ankert mitten zwischen den Hafenstädten Moji und Shimonoseki, 150 Seem. von Nagasaki.
Moji (Gasthof Ishidaya; man suche lieber das Sanyō-Hotel in Shimonoseki zu erreichen), rasch aufblühende Hafenstadt am Nordende der Kyūshū-Eisenbahnen (Nagasaki-Moji, s. S. [353]), in der Nähe große Kohlenlager; Ausfuhr von Kohlen. Die Umgegend ist stark befestigt, um die Binnenlandsee zu sperren. Von der Reede von Moji aus beschoß 1864 die Flotte der verbündeten Engländer, Nordamerikaner, Franzosen und Niederländer das Dorf Dan-no-ura und Fort Maeda (jetzt englisches Konsulat auf einem Berg) an der Binnenlandsee bei Shimonoseki als Strafe für die Zerstörung eines amerikanischen Handelsschiffs und zur Erzwingung von Handelsverträgen.
Shimonoseki (Photographieren verboten!), auch Bakan genannt (Gasthöfe: Sanyō Railway Hotel, europ., gelobt; Daikichi, Shumpanrō), am Nordufer der Meerenge, mit starken Küstenbefestigungen. Deutsches Konsulat, Konsul Dr. W. Müller. Eisenbahnfährdampfer in 15 Min. nach Moji. Die Umgegend bietet hübsche Waldspaziergänge. Hier wurde 17. April 1895 der Friede zwischen Japan und China geschlossen.—Shimonoseki ist westl. Endpunkt der Sanyōeisenbahn, die auf der Hauptinsel Hondo meist längs der Nordküste der Binnenlandsee bis Kōbe läuft; Bahnfahrt Shimonoseki-Kōbe vgl. S. [358].