Dampfer (vgl. S. [347]) nach Schanghai wöchentl. einigemal;—Ōsaka Shōsen Kaisha und Nippon Yūsen Kaisha nach Moji, Kōbe und Yokohama wöchentl. einigemal; nach Formosa (Kilung) 14tägig; nach Korea (Fusan, Tschimulpo, Gensan), Dairen (Dalny), Port Arthur (Ryōjunkō) monatl. 4mal; nach Tschifu, Taku etwa 14tägig; nach Niutschwang 2mal wöchentlich; nach Wladiwostok wöchentlich. Außerdem kleine Dampfer mit wechselndem Fahrplan nach den Nachbarhäfen und Inseln, z. B. nach den Gotōinseln wöchentl., nach Sasebo tägl.; nach Kagoshima 2mal wöchentlich etc.— Dampferagenturen: Norddeutscher Lloyd: H. Ahrens & Co. Nachf. (Tel.-Adr.: »Nordlloyd«);—Hamburg-Amerika Linie: C. E. Boeddinghaus (Tel.- Adr.: »Paketline«); außerdem mehrere englische, amerikanische, russische und japanische Linien.—Abfahrt und Ankunft aller Dampfer werden in der »Nagasaki Press« tägl. angezeigt.
Banken: Deutsch-Asiatische Bank, —Hongkong-Shanghai-Bank; beide Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Allg. Deutschen Creditanstalt in Leipzig.—Yokohama Specie Bank (Shōkin-Ginkō), Korresp. der Deutschen Bank.
Theater: Maizuru-za, Shin-Daikumachi.
Fremdenführer durch Vermittelung der Gasthöfe; sie erhalten etwa 21/2 Yen tägl. für 1-2 Pers., 1/2 Yen für jede Person mehr, dazu Verpflegung und freie Fahrt. Wer etwas Japanisch versteht, tut besser, einen Diener (Boy), der kochen kann, auf Reisen ins Innere mitzunehmen.
Konsulate: Deutsches Reich, Amt am Bund, Konsul Dr. Ohrt; ferner britisches, amerikanisches und russisches Konsulat.
Vereine: Nagasaki Club, am Bund; International Club in Deshima.
Ärzte: Ein amerikanischer Arzt. Von den japanischen haben einige in Deutschland studiert.—Katholisches Krankenhaus St. Bernard.
Zeitung: »Nagasaki Press«, täglich.
Photographen: Tamemasa, Moto Kago-machi; Ueno in Deshima; Tenyōkwan in Shikkui Machi.
Geschäftsadressen: Hauptgeschäftsstraßen sind die Moto Kago-machi und deren Verlängerung bis zur Moto Shikkui Machi sowie deren Querstraßen Hamano Machi, wo alle Spezialitäten Nagasakis käuflich sind: Schildpattwaren bei Yesaki in Imauwono Machi und Sakata in Moto Kago-machi u. a. (man hüte sich vor Nachahmungen aus Kuhhorn!); Lackrahmen bei Yamamoto in Moto Kago-machi; Porzellan bei Koransha in Deshima; japanische Curios (Raritäten) bei Sato in Moto Kago-machi und Ikeshima in Togiya Machi. Es empfiehlt sich aber, mit Einkäufen bis Kōbe, Kyōto, Yokohama und Tōkyō zu warten, wo Auswahl reicher und Preise häufig billiger.

Photographieren ist in Nagasaki streng verboten! Vgl. S. [347].

Nagasaki (Nangasaki), Hauptstadt der Provinz Hizen und des Regierungsbezirks (ken) Nagasaki, dem Fremdenverkehr geöffneter Hafen an der Westküste der Insel Kyūshū, unter 32° 43' nördl. Br. (etwa wie Jerusalem), am Ende einer langen, schmalen Bucht prächtig gelegen, einer der tiefsten und sichersten Häfen von Japan, auf drei Seiten von 300-400 m hohen Hügeln, auf der vierten, westlichen, durch die Insel Takaboko geschützt, von deren steiler Höhe nach einer Legende einst viele hundert Christen hinabgestürzt worden sein sollen, von den Holländern deshalb Papenberg (»Pfaffenberg«) genannt. Die Stadt hat (1909) 177000 Einw., darunter 300 Europäer und Amerikaner und 700 Chinesen; die Straßen sind eng, auch im Chinesenviertel, doch ist das Fremdenviertel an der Küste und auf den Hügelabhängen geräumig und sauber. Öffentliche Anstalten: Hospital, medizinische Schule, zwei Handelsschulen, Taubstummen-und Blindenanstalt, Schiffswerft (drei große Trockendocks der Mitsubishi-Gesellschaft), Gefängnis, Land-und Oberlandesgericht, mehrere Missionsgesellschaften. Der Handel tritt jetzt gegen den von Yokohama, Moji und Kōbe weit zurück. Die Einfuhr besteht hauptsächlich aus Ölkuchen und Knochen (als Dungmittel), Rohbaumwolle, Reis, Maschinen, Schiffbaumaterial und Petroleum (über 8 Mill. Yen). Die Ausfuhr umfaßt Meereserzeugnisse (ohne Fische) und Pilze nach China, Kohle und Holzkohle, Kartoffeln und Gemüse sowie Papier. Der Hafen war zuerst den Portugiesen, seit 1639, und bis 1859 nur den Holländern und Chinesen geöffnet. Die erstern hatten auf der künstlichen, jetzt infolge Aufschüttungen im Innern der Stadt liegenden ehemaligen Insel Deshima ihre Warenlager nebst Gefängnis, während die chinesische Faktorei, von einer Mauer umschlossen, im Innern der Stadt lag.—Rundfahrt. Von der Landestelle oder vom Gasthof fahre man mit Rikscha am Bund (Hafenstraße) entlang, wo europäische Häuser (Konsulate, Geschäftshäuser etc.) stehen, nach Deshima oder durch die Hauptgeschäftsstraße Moto Kago-machi, entweder gleich zum Ō-Suwa-Tempel oder, wenn hinreichend Zeit, zunächst nach der nahen Tera Machi (Tempelstraße), an der eine Reihe buddhistischer Tempel liegen, dahinter am Hang des Kasagashirabergs malerische alte Friedhöfe. Der Aufstieg durch die Grabanlagen bis zum Berggipfel (schönster *Ausblick in Nähe der Stadt) ist außerordentlich lohnend; er liegt auf dem Weg zum berühmtem, viel besuchten *Ō-Suwa-Tempel und Park. Dieser Shintōtempel, der gegenüber Kasagashira über den Terrassenstraßen der Stadt am Hange des Kompiraberges im Hintergrund des Hafens liegt, wird auf mächtiger Freitreppe unter prächtigen Torii (Tempeltoren) aus Stein und Bronze erreicht; man steigt hinauf zum Tempelgarten, der wie der untere Tempelhain durch sehr alte Kampferbäume und Kiefern beschattet ist.—Von der ersten Terrasse gelangt man r. zum Matsunomoritempel (mit berühmten Holzschnitzereien).—Bei weiterm Aufstieg über die Freitreppe sieht man auf dem Tempelhof vor dem Ō-Suwa-Tempel ein großes bronzenes Pferd, Weihgeschenk eines Daimyō, dabei allerhand Kriegstrophäen; die Tempelanlage zeigt verschiedene Hallen und Nebengebäude, Priesterwohnungen, Opferplätze etc. Das letzte Tor führt zu einem einfachen Hauptgebäude nach Art eines Shintötempels; dahinter und l. liegt der Ō-Suwa-Park mit guter *Aussicht über den Hafen. Unterhalb des Parks liegt das sehenswerte Handelsmuseum. Tempelfeste, die in Nagasaki durch feierliche Umzüge besonders prunkvoll begangen werden, sind: das Suwa no Matsuri oder Kunichi, am 7., 8. und 9. Okt., mit Tänzen von Kindern und Geishas; das Bon Matsuri, ein Totenfest (Allerseelen) auf den Kirchhöfen an den Berghängen im August mit charakteristischen Laternenprozessionen; das Gion Matsuri im Juli. Interessant ist auch das nicht religiöse Drachenfest im April auf dem Gipfel des Kompira-yama, zu dem man vom Ō-Suwa-Tempel in 3/4 St. hinaufsteigt; *Rundblick oben noch schöner und umfassender.

Ausflüge: 1) Mit Rikscha (2 Kulis, 2 Yen) in etwa 11/2 St. nach (8 km sö.) *Mogi (Gasthof Katsutaro, F. 1, Lunch u. Dinn. je 1,50, Z. 3,50 Yen, und Nagasaki-Hotel), einem malerischen Fischerdorf am Golf von Obama. Der Weg führt über einen Bergsattel (oben Teehaus) mit schöner Aussicht auf den Hafen, dann bergab durch ein schönes Tal. Von Mogi fährt ein kleiner Dampfer tägl. in 3 St. nach Obama (Hotel Ikkaku-rō, Pens. 3 Yen; Obama Hotel), einem hübscheu Fischerort an der Ostküste des Obamagolfs. Von Obama Besteigung des Unzen-dake (oder Onsenga-take, 1483 m); zuerst 11/2 St. steil bergan zu einem Teehaus, dann in 11/2 St. auf ebenerm Wege nach Shinyu-Unzen (Yumei-u. Shinyu-Hotel, Pens. 3 Yen), einem kleinen Badeort mit heißen Schwefelquellen, umgeben von Wald.


Von da in etwa 4 St. beschwerlicher Aufstieg auf meist schlechtem Wege auf einen der drei Gipfel des Unzen-dake, mit Vorliebe auf den Fugen-dake. Die Besteigung fordert 2 Tage Zeit: 1. Tag bis Shinyu-Unzen, 2. Tag Aufstieg und zurück nach Obama.—2) Fahrt nach (9 km) Aba über den Bergpaß des *Himitoge, etwa 5 km östl. von Nagasaki, mit schöner Aussicht über den Golf von Obama (11/2 St. Spaziergang dorthin schon lohnend). Vom Fischerdorf Aba gelangt man in 1 St. über Yagami zum Kwannontempel, mit einem durch seine Azaleenblüte berühmten Park und Wasserfall. Ein schöner, aber beschwerlicher Weg führt in 3 St. nach Mogi.
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Eisenbahn Nagasaki-Moji (und Kagoshima) 262 km in 7 St.—Der Bahnhof in Nagasaki liegt am innersten Ende des Hafens. Man fährt über (5 km) Michinoo (in der Nähe das Solbad Urakami no Onsen in hübscher Gegend, wo in Narutaki der Japanforscher v. Siebold lebte) nach (29 km) Isahaya am SO.-Zipfel der Ōmurabucht, dann an deren Ostküste entlang über (42 km) Ōmura, das früher Sitz eines Daimyō war und noch dessen Schloß zeigt, ferner über (77 km) Haiki (von hier Zweigbahn nach [9 km] Sasebo, wichtigem Kriegshafen mit Marinewerft), dann (96 km) Arita (alte Porzellanindustrie mit Verkaufsläden, deren Erzeugnisse, Arita-yaki, vom 13 km entfernten Hafen Imari ausgeführt werden, daher Imari-Porzellan genannt) nach (104 km) Takeo (Gasthöfe: Tōkyō-ya; Tōyōkwan; Hill-side Hotel), Stadt mit heißen Quellen und öffentlichen Bädern, von schönen Bergen umgeben. Dann über (123 km) Ushizu (Zweigbahn zum Kohlenausfuhrhafen Karatsu [Gasthof Hakataya; tägl. Dampfer nach Fusan, Korea] mit heißen Seebädern) nach (132 km) Saga (Gasthof Matsukawaya), alte Stadt mit Ahnenschloß des Nabeshimageschlechts und dem schönen Shimbabapark mit Mausoleen und Lotosteichen. —(156 km) Tosu.
Zweigbahn (Kyūshū-Südbahn) von Tosu über Kumamoto (Gasthof Togiya; 60000 Einw., Hauptstadt einer Präfektur; östl. der 1500 m hohe Vulkan Aso-take mit 20 km langem Ringwall nach (200 km) Kagoshima (Gasthöfe: Okabe; Ikebata; europ. Speisehaus Kakumeikwan), Hauptstadt eines Ken und der japan. Provinz Satsuma, an der SW.-Küste der schönen Bai von Kagoshima gelegen, Sitz eines Gerichtshofs; Fabriken für weltberühmte Fayence und Waffen, Baumwollspinnerei und 63700 Einw. Früher Residenz des mächtigen Daimyō von Satsuma, Shimazu, wurde es 1864 durch eine englische Flotte beschossen und fast ganz zerstört. Die Umgebung der Stadt bietet schöne Spaziergänge. Die Umgebung des Kagoshimagolfs ist ein ganz vulkanisches Gebiet und als das Nordende des vulkanischen »Kurilenbogens« zu betrachten. Nö. des Golfs, von der Bahn durchschnitten, erhebt sich das Vulkangebirge des Kirishima-yama (1688 m) mit Kratern, Solfataren usw.; im Golfe selbst, der Stadt gegenüber, liegt die aus einem Vulkan bestehende Insel Sakura (900 m), und am Westausgange des Golfs der Vulkan Kaimon (920 m). Südl. der Bucht das sogen. Satsumameer, in dem eine Anzahl z. T. erst zwischen 1780 und 1800 entstandener Vulkaninseln liegt. Heiße Quellen nahebei.
Hauptbahn. Von Tosu nordwärts durch Hügelland nach (171 km) Futsukaichi, Station für die historisch berühmte Pilgerstadt *Dazaifu, 2 km nördl. vom Bahnhof, mit alten Shintō-Tempelanlagen, Temmangū (sehenswerte Bronzefiguren), früher Hauptstadt der Generalstatthalter der Insel Kyūshū, deren berühmtester, Sugawara-no-Michizane, hier 903 als exilierter Kanzler gestorben, noch jetzt als Gott der Kalligraphie unter dem Namen Tenjin verehrt wird. (Sein Bild auf den Zehn-Yen-Scheinen.) Die Bahn erreicht dann wieder die Küste bei—(186 km) Hakata (Gasthof Matsushimaya, mit europ. Essen), Hafenstadt der alten Stadt Fukuoka mit schönem alten Schloß und Stadtpark sowie berühmten Seidenwebereien (für Hakata-ori und E-ori-komi, Bild-Einweberei), Takatoriporzellan, Tonfiguren Hakata ningyō; Medizinschule.