Plan von Osaka.


Im J. 1909 zerstörte ein Brand mehrere Stadtviertel zwischen Nakanoshima und Umeda-Bahnhof. Ein großer Hafen ist fertig, muß aber wegen Versandung jährlich gebaggert werden und wird vorläufig meist nur von kleinen Dampfern angelaufen. Die Stadt ist wegen ihres Sumpfgrundes nicht gesund, Epidemien sind nicht selten.—Rundfahrt. Vom Gasthof fahre man mit Rikscha über die große Naniwa-bashi Brücke (r. schwimmende Teehäuser im Fluß) zum *Temmangū (Tempel des Gottes Tenjin), im 10. Jahrh. erbaut, dessen kleiner Heiligentempel Taishi schöne Bronzen und Schnitzereien enthält, auch eine fünfstöckige Pagode und ein Tempel der Kwannon (Göttin der Gnade), ein Teich mit Schildkröten und Störchen. Tempelfeste am 25. Juli und 25. Okt.—Eine andre große Tempelanlage, Sakura-no-miya, ist gegenüber der großen Kaiserlichen Münze (Zōheikyoku; Besuch interessant).—Sö. davon liegt die Hauptsehenswürdigkeit, die große Daimyōburg *O-shiro (Erlaubnis zum Besuch erteilt das Ōsaka Fu, Stadtamt, 1/4 St. vom Gasthof; So. geschlossen, Sa. nur bis mittags), ein mächtiges, finsteres, fünfstöckiges Schloß (tenshu) mit gewaltigen Granitmauern, jetzt Riesenkaserne, früher Shōgunsitz, 1538 von Hideyoshi erbaut, zugänglich durch ein einziges Bronzetor; von der obersten Plattform schöne *Aussicht über Stadt und Umgebung.— Von der Burg fährt man mit 2 Kulis durch Tee-und Maulbeerpflanzungen zur Tempelanlage von *Tennōji, im SO. der Stadt, um 600 begründet; durch das Südtor eintretend, liegt r. der Taishi-dō (Schrein des Gründers, des Kronprinzen Shōtoku-taishi, der sich in der Regierungsära der Kaiserin Suiko um Einführung des Buddhismus und der chinesischen Kultur hochverdient machte), gegenüber l. der Schrein mit der Seelengeleitglocke (Indō no kane), weiterhin eine Halle mit Steinbecken, in das aus steinerner Schildkröte Wasser fließt; dahinter ein Teich mit Schildkröten, daneben eine Tanzbühne, die zum Rokuji-dō-Tempel führt. In der Nähe eine fünfstöckige Pagode mit sehr urwüchsigen Holzschnitzereien, ebensolche im Bethaus daneben.—Rückfahrt durch das Vergnügungsviertel Dōtombori, das nachts besonders belebt ist; Schaustellungen aller Art, Seiltänzer, Schießbuden, Zuckerbäckerbuden, Affenbuden, eine Straße voller Theater etc. (das St. Pauli von Ōsaka!).—Nicht weit davon liegen in Shinsai-bashi-suji zwei Tempel der buddhistischen Hongwanji-Sekte: Higashi Hongwanji, 1615 erbaut, und Nishi Hongwanji, mit schönem Torweg (Chrysanthemumarabesken!) und Amida-Altar. Unterwegs besichtige man eine Werkstätte der Satsuma-Porzellanmaler und besteige den siebenstöckigen Turm Ryō-un Kaku. Sehenswert sind auch die Shintōtempel Kōzu-no-miya und Ikudama Jinja sowie der Blumengarten von Kichisuke, besonders im November zur Chrysanthemumausstellung (Kwangiku-en, Chrysanthemumschaugarten).

Ausflüge mit der Nankaibahn vom Bahnhof Namba nach (5 km) Sumiyoshi mit berühmtem, den drei Meergöttern geweihtem und besonders von Seeleuten und Fischern aufgesuchtem Tempel; ferner nach (10 km) Sakai mit schönem Seestrand (Teehäuser) und (63 km, 21/2 St. Fahrt von Ōsaka) Wakayama (Gasthof Fujigen; europ. Speisehaus Shugatei) mit schöner *Daimyōburg (Eintrittsgeld), dem Tempel von *Kimii-dera, 770 erbaut, mit prächtiger Aussicht auf den Strand von *Waka-no-ura, ein nach japanischem Geschmack, der sich mehr für das Sanftliebliche als für das Wildromantische u. Gewaltige entscheidet, idealschönes Landschaftsbild; man fährt mit Rikscha dahin zunächst nach Ashibe-no-ura (Gasthof); andre Lieblingspunkte von Waka-no-ura sind: Imose-yama, Shio-gama, Tamatsu-shima, Tengu-yama (*Aussicht), der Hügel von Dejima und Gongen-yama (*Aussicht).

Vom Bahnhof Minatomachi in Ōsaka fährt man durch liebliche Landschaft (an Thüringen erinnernd) über (11 km) Yao (mit berühmtem Tempel auf dem Hügel Shigi-sen) nach (24 km) Ōji (Zweigbahn nach Takada und Sakurai); dann folgt

(41 km) Nara (Nara Hôtel, 75 Z., prächtig gelegen, im Winter geschlossen; halbeurop. Gasthof: Kikusui-rō, am Park, recht gelobt; Teehaus Musashino, mit europ. Küche), jetzt eine stille Stadt, altertümlich und idyllisch, mit 34000 Einw., die rote Lacksachen, Tusche und Waffen anfertigen; früher, von 709-784 Hauptstadt Japans, während der Glanzzeit des japanischen Buddhismus, daher die prächtigen, gut erhaltenen Tempel.—Zahllose Läden mit Reiseandenken, da Nara von Japanern sehr viel besucht wird.—Rundfahrt vom Gasthof in den riesigen Naturpark, in dem die Hügel Mikasa und Wakakusa liegen und vorzügliche Wege von Tempel zu Tempel führen. An der Südseite des Mikasayama führt ein Weg in urwaldähnlichen Forst. Tausendjährige Baumriesen säumen die Wege ein und beschatten die Tempelanlagen; Kryptomerien, andre Kiefern, Kampferbäume, Steineichen, Glyzinien in prächtigen Formen; Rudel von kleinen Hirschen folgen der Rikscha und lassen sich mit flachen Kuchen, die Verkäufer feilbieten, füttern. Zahlreiche Bronze-und Steinlaternen bezeichnen die Tempelanlagen, deren Bauten alle rot lackiert sind. Zuerst besucht man den 767 erbauten Tempel *Kasuga-jinja, am obern Ende einer romantischen Schlucht (Tempelfest am 17. Dez.); r. vom Haupttempel, am Ende einer langen Laternenallee, steht der *Wakamiyatempel, wo stets junge Mädchen bereit sind, unter Aufsicht und Musikbegleitung alter Priester (für 1,50 Yen »Opfergeld«) den uralten *Tempeltanz »Kagura« in seltsamer Tracht zu tanzen. Auf dem Hofe des Haupttempels verschiedene Heiligtümer, darunter ein Wunderbaum, der an einem Stamme sieben Pflanzen, Kamelien, Kirschen, eine Wistaria u. a., dicht verwachsen miteinander, trägt. (Wer Zeit hat, steige [180 m Steigung] auf den Gipfel des Mikasa-yama hinter dem Kasugatempel, oben bei einem Stein schöne *Aussicht.) Vom Kasugatempel gelangt man zu dem halbverfallenen Tempel Tamuke-yama no Hachiman und zu dem schönen Tempel Ni-gwatsu-dō, schon 752 erbaut und der Göttin Kwannon geweiht, 1898 erneuert; in der Nähe im Tempelhof Tōdaiji die 732 gegossene *Riesenglocke von 37 Tonnen Gewicht (das Anschlagen kostet 5 sen). Hügelabwärts gelangt man dann zu einer Tempelanlage, in deren Haupthalle große Buddhafigur aus Bronze, Daibutsu, von über 16 m Höhe, 749 erbaut (der älteste in Japan), der Kopf im 16. Jahrh. erneuert, die Göttin Roshana (Skr. Vairochana) darstellend; im Vorhof schöne Bronzelaterne. Hinter dem Daibutsu im Gehölz das frühere kaiserliche Vorratshaus *Shōsō-in, jetzt durch sein Alter zum Archäologischen Museum geworden (Besichtigung nur ausnahmsweise gestattet). Man gelangt vom Daibutsu durch die Tore Nitenmon und Niō-mon (mit Riesenfiguren der Ni-ō, der beiden Tempelwachtgötter Indra und Brahma, gegen 1095 vom Künstler Kwaikei geschnitzt) zum *Museum (Hakubutsu-kwan) mit vielen wertvollen Altertümern. Dahinter liegt am Wege l. der Tempel *Kōfukuji, 710 begründet, doch 1717 zum Teil verbrannt.