Man fährt etwa 11/2 St. bis zu dem dreistöckigen Teehause Sangenya-Arashiyama (gute Küche). Von hier Rückfahrt mit Rikscha (zwei Kulis) in 1 St. nach Kyōto oder in 1/4 St. zum Bahnhof Saga, von da mit Bahn nach Nijōbahnhof oder mit der Elektrischen zum Westende der Stadt. Wenn Zeit, lasse man sich mit dem Boot zur Bergseite hinübersetzen, wo hübsche Teehäuser liegen.
3) Zum kaiserlichen Sommerpalast *Katsura no Rikyū, nahe dem untern Hōzugawa, fährt man in etwa 1 St. von Kyōto auf der Straße westl. vom Nishi Hongwanjitempel (S. [373]; Erlaubnis wie für den Kaiserpalast erforderlich!), mit prachtvollem Landschaftspark, umgeben von uralten Bäumen und Bambuswald. Die Sommerhäuser im Park sind im vornehmsten Cha-no-yu-Stil (Teezeremoniell) ausgeführt. Durch drei Tore gelangt man in die Empfangshalle Okuruma-yose, dann zur alten Halle Kosho-in, dann zur Mittelhalle Chūsho-in, mit feinstem Bilderschmuck in drei Räumen. Unter den Pavillons sind der des »glitzernden Mondes« (Geppa-rō), der der »Blumenbewunderung« (Shōkwa-tei), der der »Harfe in der Kiefer« (Shōkin-tei), dann die Wartehalle Machiai und der Inselpavillon Enrin-dō sowie die Villa Shōiken zu bewundern. Der Park gilt als schönste Zieranlage Japans, er enthält 7 Pavillons, 16 Brücken, 25 Steinlaternen.
4) Zum Momoyama fährt man von Kyōto, Shichijōbahnhof (B 6), in 1/2 St. nach Fushimi, der Flußhafenvorstadt von Kyōto, oder besser bis zum Bahnhof Momoyama; noch besser benutzt man die Elektrische, die von der Gojobrücke nach Ōsaka fährt. Man besteigt den kleinen Hügel, auf dem früher ein großes Kaiserschloß lag; Kinjō-Kaku (Pavillon des Goldenen Schlosses) auf dem Gipfel des Momoyama ist noch teilweise erhalten, von hier *Aussicht. In der Nähe nw. der Grabhügel des Kaisers Kwammu, Gründers von Kyōto.
5) Vom Bahnhof Nijō (A 3) in 3 St. nach Maizuru (Photographieren verboten!), Marinestation am Japanischen Meer, von da mit Dampfer in 1 St. (Fahrpreis 50 sen), oder mit Rikscha in 21/2 St. auf schönen (der Riviera ähnlich) Wegen nach Miyazu (Hotel Araki), gutem Seehafen, in dessen Nähe (2 km) eins der drei berühmtesten Landschaftsbilder Japans liegt, die *Ama no Hashidate, »Himmelsbrücke«, eine schmale, mit Bäumen bewachsene felsige Riffbrücke; man fahre mit Boot (60 sen) von Miyazu nach Ichinomiya und steige 10 Min. nach Ipponmatsu hinauf, dort beste *Aussicht.
Eisenbahn von Kyōto nach Yokohama.
Die Bahn Kyōto-Nagoya kreuzt das Becken des Biwasees, übersteigt sodann den Bergzug, der die nur 90 km breite Einschnürung Hondos zwischen der Wakasa-und der Owaribai nordsüdl. durchzieht und erreicht die Deltaebene des Kisogawa, in der Nagoya liegt. —Mit der Tōkaidōstaatsbahn fährt man (l. sitzen!) vom Kyōtohauptbahnhof Shichijō (Bahnwirtschaft) über (3 km) Inari (S. [376]), (8 km) Yamashina nach (16 km) Baba, Bahnhof für Ōtsu (S. [378]), dann über das Südende des Biwasees, wobei man r. die alte berühmte lange Brücke (Seta no Nagahashi) bei Seta sieht, dann nordöstl. nahe dem Seeufer über (26 km) Kusatsu und (66 km) Hikone (Gasthof Rakuraku-tei, mit europäischem Essen) mit Daimyōburg l. auf bewaldetem Hügel, weiter durch schöne Berglandschaft mit vielen Ausblicken auf den Biwasee nach (72 km) Maibara, wo die Bahn den See verläßt, sich östl. ins Gebirge wendend.
Zweigbahn: Von Maibara nördl. in 2 St. nach (67 km) Tsuruga (Tsuruga Hôtel), einem sehr lebhaften, wichtigen Seehandelshafen, von wo dreimal wöchentlich Dampfer der Ōsaka Shōsen Kaisha und der Russischen Freiwilligen Flotte (Agentur N. Federoff, Tel.-Adr. »Flot«) nach Wladiwostok laufen, mit Anschluß an die Sibirischen Luxuszüge (S. [301]); Fahrkarten für alle europäischen Hauptstädte sind in der Agentur Tsuruga zu bekommen.
(Fahrzeit bis Wladiwostok zwei Nächte und einen Tag.) Sehenswert ist in Tsuruga der große Shintōtempel Kebi-jinja mit schönem Torii; Ausflüge zum Kanagasaki-jinja und zur Insel Bentenjima (4 km).
Von Maibara weiterfahrend, sieht man l. öfter den Gipfel des Ibuki-yama (etwa 1300 m), eines der »Sieben hohen Berge« Mitteljapans. Starke Steigung bis (83 km) Nagaoka, dann bergab bis (94 km) Seki-ga-hara (altes Schlachtfeld und Sperrfeste der Heerstraße) und weiter in ebenem, gut bebautem Lande über (108 km) Ogaki, mit Daimyōburg r. und Blick auf den fernen Hakusan (2680 m) l., nach
(122 km) Gifu (Gasthöfe: Tamaiya; Tsu-no-kuni-ya, beide 20 Min. vom Bahnbof), Hauptstadt der Provinz Gifu mit 40168 Einw., berühmt durch seine Fabrikation von Papierlaternen und Papier (Minogami); vom Hügel nö. der Stadt *Aussicht; in der Umgegend viel Seidenraupenzucht. In der Nähe, auf dem Nagarafluß, *Fischfang mit Kormoranen.—Hinter Gifu kreuzt die Bahn den Kisogawa und läuft durch fruchtbare Reisfelder nach
(153 km) Nagoya (Nagoya Hôtel, 30 Z., Pens. 6-10 Yen tägl., europ., gut; jap. Gasthof Shinachū; schöne Teehäuser: Tōyō-kwan; Shin Kimpa; Theater: Misono-za, Suehiro-za; Porzellan: Tashiroya, Suzuki, Katō; Cloisonnéarbeiten: Hayashi, Kumeno, Andō, Kawaguchi; Curios: Nakarin, Asahina), Hauptort des Aichi Ken und der Provinz Owari, an der seichten Bucht von Owari, Bahnknotenpunkt, in der Tokugawazeit Sitz der Daimyō von Owari. Die Stadt hat ein großes Schloß des frühern Daimyō (jetzt Kaserne), Präfektur, Hospital, Postamt in europäischem Baustil, großen Tempel und nahezu 400000 Einw., die Rohseide, schöne Stickereien, Emaillierung von Kupfer und Porzellan anfertigen, auch das Porzellan von Seto vertreiben.