In Triest (Excelsior Palast-Hotel: De la Ville, Z. von 3,50 K an; Delorme, Z. von 3 K an; Volpich zum Schwarzen Adler, ebenso; Europa, Z. 2-6 K) legen die Schiffe des Lloyd am Kai an. Die Ausfahrt gewährt ein prachtvolles Landschaftsbild. Die Westseite des Adriatischen Meeres ist flach, einförmig und arm an Buchten und Häfen; die Ostküste ist reich gegliedert, hafenreich, felsig und umsäumt von zahllosen Kalkinseln, denn das Meer ist infolge einer Senkung des Landes zwischen die parallelen Kalkzüge eingedrungen und hat diese teils in Inseln, teils in Halbinseln verwandelt. Wohl infolge des geringen Zuflusses von Süßwasser (außer Etsch und Po nur geringe Küstenflüsse) ist der Salzgehalt der Adria sehr hoch, 3,8 Proz. (sonst Mittel 3,5 Proz.). Ebbe und Flut sind schwach, wie im Mittelmeer überhaupt (1/2-1 m); die durchschnittliche Tiefe beträgt nur 300 m, erreicht jedoch zwischen Bari und Ragusa 1030 m.

Das Schiff umfährt die Halbinsel Istrien, so daß man nach und nach die Städte Capo d'Istria, Pirano mit altem Kastell, Parenzo, Rovigno und zuletzt Pola, den Hauptkriegshafen der österreich.-ungarischen Marine, meist noch am Horizont auftauchen sieht. Weiter behält man l. die Küste Dalmatiens, reich an vorgelagerten Felseninseln, darunter die weit vorgeschobene bergige Insel Lissa, die einen der besten Häfen des Adriameers (Kriegshafen) hat und bekannt ist durch die Seeschlacht zwischen der österreichischen und italienischen Flotte am 20. Juli 1866, wo der österreich. Admiral Tegetthoff mit der Panzerfregatte Ferdinand Max das italienische Admiralschiff Re d'Italia in den Grund bohrte.—Nach etwa 24 St. Fahrt läuft der Dampfer mit SO.-Kurs durch die nur 70 km breite Meerenge von Otranto, l. die Küste Albaniens mit der Landmarke des über 2000 m hohen Kaps Linguetta, des Akrokeraunischen Vorgebirges der Alten, und gelangt aus dem Adriatischen in das Ionische Meer. Weiterhin erblickt man l. die Ionischen Inseln Korfu, Kephalonia und Zante. Das Schiff durchläuft dann den Golf von Arkadia mit den Bergen Messeniens l., passiert die Westseite der Insel Kreta (Kandia) mit großartiger Gebirgskette (bis 2498 m hoch) und durchschneidet dann, außer Sicht von Land, das Levantische Meer, um am 5. Reisetag vor (1305 Seem.) Port Saïd anzukommen, dessen hoher, schlanker Leuchtturm die einzige Landmarke ist. Port Saïd und Fahrt durch den Suezkanal s. S. [25].

B. Von Brindisi nach Bombay.

Expreßdampfer der Peninsular and Oriental Steam Nav. Co. jeden Sonntag abend, sobald die englisch-indische Post eingeschifft ist, von Brindisi nach (930 Seem.) Port Saïd, wo die Reisenden auf den über (2325 Seem.) Aden nach (3989 Seem.) Bombay bestimmten Postdampfer umsteigen. Die Expreßdampfer fahren im Anschluß an den »Brindisi-Peninsular and Oriental Limited-Express«, der als Luxuszug jeden Fr. 9 Uhr abds. von London (Charing Cross) abfährt und über Calais, Dijon, Mont Cenis, Turin, Ancona So. gegen Abend ankommt. Der Zug nimmt nur Reisende für den Expreßdampfer der P. & O.-Linie auf. Fahrpreis: London-Bombay nur I. Klasse 57 £ 10 sh. 2 d; Brindisi-Bombay I. 48 £. Näheres in Cooks Reisebureau (London: Ludgate Circus; Berlin: Weltreisebureau Union; Brindisi: Strada Marina). Die Route ist für deutsche Reisende wenig geeignet.

In Brindisi (Grand Hôtel International; Europa), dem alten Brundusium, dem besten und bedeutendsten Naturhafen der Ostküste Italiens, legen die Schiffe am Kai an.—Das Schiff nimmt SO.-Kurs und folgt der unter A. beschriebenen Fahrt von Triest, um am 3. Tage in (943 Seem.) Port Saïd (S. [25]) einzutreffen. Weiterfahrt s. S. [27].

C. Von Genua und Neapel nach Bombay.

Dampfer der Società Nazionale di Servizi Marittimi am 17. jeden Monats von Genua über Neapel, Messina, Port Saïd, Massaua, Aden nach (4440 Seemeilen) Bombay in 18 Tagen. Fahrpreis I. Kl. 33,7 £ (Innenkabine 26,14 £), II. Kl. 23,7 £, III. Kl. 11 £; Wein bei Tisch frei. Für Rückfahrkarten und Familien Ermäßigungen.