In Genua (Miramare, Z. von 6 L. an; Eden Palace, ebenso; Bristol, Z. von 7 L. an; De la Ville, Z. von 4 L. an; Gr. Hôtel Savoia, ebenso; Continental, Z. 4-10 L.; Central, Z. 2-4,50 L.) gelangt man mit Boot an Bord. Die Ausfahrt gewährt prächtigen Blick auf die amphitheatralisch aufgebaute Stadt. Das Schiff läuft mit sö. Kurs durch das Ligurische Meer, l. die Insel Elba, passiert Civitavecchia, die Tibermündungen und das über 500 m hohe Vorgebirge Monte Circello (der Mythe nach Wohnsitz der Zauberin Kirke). Dann erscheint am Horizont der Vesuv und die Küste des Golfs von Neapel, in den das Schiff, unweit der (l.) Insel Ischia mit Monte Epomeo vorbeidampfend, einläuft, eins der berühmtesten Landschaftsbilder. Neben dem erdbebenreichen Ischia liegt die Insel Procida, dann folgen am Festland Bajä, Pozzuoli, mit der Vulkangruppe der Phlegräischen Felder dahinter, das Vorgebirge des Posilipp, die Stadt Neapel, beherrscht vom Castel Sant' Elmo, dann Portici, Resina, darüber der Vesuv, weiter Torre Annunziata und jenseits der Sarnoebene die Kalkberge der Halbinsel Sorrent mit den Küstenstädtchen Castellamare und Sorrent, südl. die Insel Capri. (Das Schiff wird von Führern und Händlern überschwemmt, vor denen man sich hüte.)
(340 Seem.) Neapel (Grand Hôtel Hauser, Z. von 6 L. an; Continental, Z. 3,50-7 L.; Haßler, Z. von 4 L. an; Café-Restaurant Gambrinus, Piazza S. Ferdinando), die reichste, belebteste und größte Stadt Italiens mit 596000 Einw. Man hat meist Zeit, eine Promenade an der Riviera di Chiaja (Villa Nazionale) und durch die Strada di Roma (Toledo) zu unternehmen und nach San Martino (10-4 Uhr 1 L., So. 9-2 Uhr frei) hinaufzusteigen (bzw. zu reiten), um die wundervolle *Aussicht zu genießen. (Der Norddeutsche Lloyd veranstaltet Führungen durch die Stadt.) Man benutze Taxameterdroschken.
Bei der Weiterfahrt läßt das Schiff die Insel Capri l. und steuert dann südl. Nach etwa 16 St. erscheinen die vulkanischen Liparischen Inseln, deren nördlichste, Stromboli, mit stets schwach tätigem, 920 m hohem Vulkan, man sieht. Dann taucht die Küste von Kalabrien (l.) und die von Sizilien (r.) auf, alsbald läuft das Schiff in die an ihrer schmalsten Stelle nur 3150 m breite *Straße von Messina ein, ein prachtvolles Landschaftsbild! Die Meerenge ist erst in geologisch junger Vergangenheit durch einen Einbruch entstanden, der noch jetzt fortdauert, wie die häufigen und starken Erdbeben beweisen. L. das Städtchen Scilla, das antike Scyllaeum, am Abhang des hohen Felsens Scilla, an den die Phantasie der Alten den Mythus von dem allen Schiffen Verderben bringenden Seeungeheuer Scylla knüpfte, überragt vom Granitmassiv des Aspromonte (im Montalto 1964 m), bekannt durch den Angriff der Italiener auf den Nationalhelden Garibaldi am 27. Aug. 1862. Vor Scilla, Torre di Faro und an andern Stellen der Straße liegen Stromwirbel, von denen der durch die Gezeitenströmung erzeugte Charybdis-Strudel einer der gefährlichsten für kleinere Fahrzeuge ist; auch Dampfer meiden dessen Nähe. R. das flache Capo di Faro (oder Peloro) mit Leuchtturm, die NO.-Spitze Siziliens; im Hintergrund die Trümmer des vom Erdbeben 29. Dez. 1908 zerstörten Messina, Provinzhauptstadt Siziliens, in reizender Lage. Gegenüber zeigt sich weiter l. Reggio, die Hauptstadt von Kalabrien, wie in einem großen Garten gelegen, doch von Erdbeben besonders arg heimgesucht. L. folgt Kap Pellaro, r. die Küste Siziliens, vom 3313 m hohen Ätna beherrscht; dann steuert der Dampfer östl. in die offene See, man behält noch lange den Ätna in Sicht und erblickt nach 24 St. l. die Berge der Insel Kreta, überragt vom Psiloriti (2498 m), dem Ida des Altertums. Dann nimmt das Schiff Kurs auf (1410 Seem.) Port Saïd (S. [25]). Weiterfahrt s. S. [27].
D. Von Marseille nach Bombay.
Dampfer der Peninsular and Oriental Steam Nav. Co. jeden Fr. von Marseille über Port Saïd (Anschluß von Brindisi, S. [23]) und Aden nach (4545 Seem.) Bombay. Umschiffung in Aden mit jedem 2. Dampfer, Fahrzeit etwa 16 Tage, Fahrpreis Marseille-Bombay I. 48 u. 42 £, II. 36 u. 30 £. Anschluß an den Bombay-Marseille-Expreßzug, der Do. von London (Victoria-Holborn) abfährt.
Dampfer der Messageries Maritimes alle 4 Wochen Mi. von Marseille über Port Saïd, Suez, Aden nach (4545 Seem.) Bombay (und weiter über Colombo nach Australien). Fahrzeit etwa 15 Tage.— Über auswechselbare Rückfahrkarten mit dem Österreichischen Lloyd s. S. [22]. —Direktion der Messageries Maritimes in Marseille, Quai de la Juliette 2, Bureau des Passages, Rue Cannebière 16 (Telegrammadr. »Sicorne Marseille«).
In Marseille (Grand Hôtel Noailles; De Russie et d'Angleterre, Z. 5-12 Fr.; De Genève, Z. 3,50-5 Fr.) legen die Schiffe am Kai an. Bald nach Ausfahrt nimmt der Dampfer SO.-Kurs, den er behält, bis nach etwa 20 St. die Inseln Korsika (l.) und Sardinien (r.) auftauchen, getrennt durch die 12 km breite, flache, klippenreiche und daher nicht ungefährliche Straße von Bonifacio, die das Schiff nun passiert. L. auf 60 m hohem Kalkfelsen, an der Südspitze von Korsika, liegt die Stadt Bonifacio, mit alten Befestigungen und Leuchtturm.—Der Dampfer nimmt dann Kurs zwischen Sardinien, dessen mäßig hohe Berge mit niedrigem Gestrüpp bewachsen sind, und kleinen Eilanden (l.): erst Isola della Maddalena, dann die kahle Felseninsel Caprera (Ziegeninsel), Wohnsitz (1854-82) Garibaldis, der auch dort begraben ist. Das weiße Haus Garibaldis ist im Hintergrund einer kleinen Bucht sichtbar. Das Schiff durchfurcht dann sö. das Tyrrhenische Meer; dabei erscheinen die vulkanischen Liparischen Inseln (S. [24]). Dann taucht die Küste von Kalabrien (l.) und die von Sizilien (r.) auf, alsbald läuft das Schiff durch die *Straße von Messina (S. [24]) und folgt dem S. [24] beschriebenen Kurs; nach 5 Tagen erreicht man (1516 Seem.) Port Saïd (s. unten). Weiterfahrt durch den Suezkanal s. S. [27].
Wer Ägypten: Alexandrien, Kairo und die Pyramiden besuchen will, findet Näheres in Meyers »Ägypten«.