C. Von Agra über Cawnpore, Lucknow und Allahabad nach Benares.

Eisenbahn: Agra-Cawnpore in 51/2 St.; Cawnpore-Lucknow in 2 St.; Lucknow-Allahabad in 51/2 St.; Allahabad-Benares in 31/2 St.; Agra-Allahabad in 9 St.

Von Agra Fort Station (S. [83]) mit der East Indian Railway (am besten mit Nachtzug, der etwa 3/4-12 Uhr abfährt) über die prächtige Jumna-Brücke mit 16 Bogen nach (15 M) Tundla; dort meist umsteigen in den von Delhi kommenden Zug, dann östl. weiter über Ferozabad nach (72 M) Stat. Etawah, Itawah (Bahnwirtschaft mit Gastzimmer; Dâk Bungalow, 1 km vom Bahnhof), Stadt mit 40000 Einw. in malerischer Lage zwischen Schluchten und Abhängen am Nordufer der Jumna, mit schöner Hauptmoschee; *Aussicht vom teilweise zerstörten Fort auf dem Hügel über der Stadt; unterhalb vom *Fort Bathing Gats am Flußufer.—Die Bahn erreicht im weitern Verlaufe das rechte Gangesufer bei

(158 M, 254 km) Stat. Cawnpore, Khanpur (Bahnwirtsch., gut; Civil and Military Hotel, gut; Empress Hotel, Pens. 7-9 Rup.; Victoria Hotel; die Bank of Bengal und die National Bank of India Ltd. sind Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft, letztere auch der Deutschen Bank; Droschken nach Tarif), Knotenpunkt von fünf Bahnlinien und an der untern Einmündungsstelle des östl. Gangeskanals in den Ganges gelegen, mit enger, schmutziger Eingebornenstadt von 197170 Einw. (1/4 Mohammedaner), wo auf den Basaren gute Früchte, Leder-und Juwelierarbeiten feilgehalten werden und interessantes Leben und Treiben herrscht. Die Stadt ist ohne andre Sehenswürdigkeiten als solche, die an den Aufstand erinnern; in Cawnpore ließ Nana-Sahib im Mai und Juni 1857: 446 englische Soldaten, Frauen und Kinder hinmorden, wofür die Engländer im November weit blutigere Rache nahmen. Wo General Wheeler sich gegen Nana-Sahib verschanzt hatte, steht die Memorial Church; etwa 3 km nördl. liegt nahe dem Gangesufer der Memorial Garden mit Gedächtnisbrunnen, in dessen Mitte ein Friedensengel (von Marochetti) aus Marmor.

Seitentour. Von Cawnpore mit der Indian Midland Railway oder mit einer Zweiglinie der Oudh and Rohilkhand Railway über die Ganges-Eisenbahnbrücke durch die reichbebaute Ebene von Audh nach (44 M, 71 km) Stat. Lucknow oder Lakhnau (122 m; Bahnwirtschaft; Wutzler's Royal Hotel [Bes. Deutscher], eins der besten in Indien, 21/4 km vom Bahnhof; Savoy and Imperial Hotel, Abbott Road, Pens. 7 Rup.; Civil and Military Hotel; Prince of Wales Hotel; mehrere Klubs; Bank of Bengal, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft; Droschken nach Tarif), Knotenpunkt von 6 Bahnlinien, Stadt mit 264049 Einw. (1/3 Mohammedaner), am Gumti, einem schiffbaren l. Nebenflusse des Ganges; großstädtisches Leben, aber weniger sehenswert als Delhi und Agra. Auch die großen Prachtbauten von Lucknow sind architektonisch dürftig; von Engländern ebenso wie Cawnpore nur wegen der Ruinen und Gedächtnisstellen aus der Aufstandszeit (es wurden hier 2000 Engländer getötet) besucht.


Rundfahrt: Nw. von der Residency, den Regierungsgebäuden, liegt im Machhi Bhawan Fort die interessante große Halle Great Imambarah in altem Palast, jetzt Zeughaus; man gelangt dann über die Iron Bridge zum Lichttempel Hussainabad, der nur von außen sehenswert ist. In der Nähe der interessante Kaisar Bagh (Kaisergarten mit Palästen). In der Stadt sind die Basare, besonders der Nakhkhas oder Vogelbasar, sehenswert. Filigran-und Goldschmiedearbeiten, Pfeifenmacher, Tonfiguren. Auch die Elefantenställe der Regierung sind sehenswert sowie das Museum (bis 31/2 Uhr offen; Fr. geschlossen) mit buddhistischen Reliquien aus Muttra (S. [83]) etc., und viele schöne Gärten.

Von Cawnpore weiter mit der »East Indian Railway« sö. nach

(277 M, 445 km) Allahabad (61 m; Kellner's Rooms, am Bahnhof, mit guter Schlafgelegenheit, Chota-hazri im Zimmer, andre Mahlzeiten in der Bahnwirtsch.; Laurie's Great Northern Hotel, Pens. 6 Rup.; Central Hotel; Bank of Bengal, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft; Droschken nach Tarif; die Zeitung »Pioneer« ist eine der wichtigsten in Indien, »Pioneer Mail« Wochenausgabe für Europa). Besuch von Allahabad ist nur bei reichlicher Zeit zu empfehlen; Benares, Agra und Delhi bieten weit mehr indische Kulturbilder.