Ausflüge: 1) Mit Wagen (sehr anstrengend) nach (24 km sw.) Sinhgarh, einer berühmten Hügelfeste in schöner Landschaft.—2) Nach *Mahabaleshwar. Mit Auto (s. unter Poona) oder der »Southern Mahratta Railway«, die bei Poona abzweigt, bis (109 km) Stat. Wathar (Bahnwirtsch., Mittagessen vorausbestellen!); von da mit vorausbestelltem Wagen (beim Postagenten in Mahabaleshwar für 20-30 Rup.) in 5 St., schöner, doch sehr anstrengender Bergweg; durch (29 km) Wai (guter Dâk Bungalow), schönes Landstädtchen mit riesigem Banyanbaum in 13 km Entfernung am Fuße des Hügels Wairatgarh (der 30 Ar Schatten wirft); dann ins Gebirge steigend durch das große, von Europäern viel bewohnte Dorf Panchganni nach
(64 km) *Mahabaleshwar (1438 m; Race View Hotel, Pens. 7 Rup.; Fountain Hotel, ebenso, beide gut, *Aussicht; Mahabaleshwar Hotel; Ripon Hotel; Klub mit Schlafgelegenheit; Postagent [Mail Contractor] Ardeshir Framjee, in Poona Civil Lines), eine gesunde und regenreiche Sommerfrische; in der Nähe die Yena-Wasserfälle und die *Aussichtspunkte Lodwick Point und Elphinstone Point. An letzterm stürzt der Felsen etwa 600 m sehr steil zum Tiefland ab. Prachtvoller Ausblick gegen Sonnenuntergang auf die wilde Felslandschaft und das Meer.
Ausflug von Mahabaleshwar nach Pratabgarh; hübsche Fahrt 10 km zum Fuß des Felsenhügels, dann steiler und schwieriger Aufstieg zu der malerischen Burg des Mahrattenkönigs Shivaji; Pratabgarh ist um 1656 erbaut.

Von Poona führt die Eisenbahn weiter durch bergige Gegend über (283 M) Stat. Sholapur (483 m; Dâk Bungalow), Stadt mit 55212 Einw., nach (292 M) Hotgi Junction Station.

Seitentour mit der »Southern Mahratta Railway« nach (59 M, 95 km) Stat. *Bijapur, Vidjajapura im Sanskrit = Siegesstadt (510 m; Dâk Bungalow, in der Stadt; Bahnwirtsch.; Tongas 2 Rup. für 1 Tag), Distriktshauptort mit 17000 Einw. Bijapur, eine uralte Siedelung, gelangte erst unter den Fürsten der Adil Shahi-Dynastie (1489-1686) zu hoher Blüte als Millionenhauptstadt, die in ihren hohen Steinmauern einst 1600 Moscheen und viele prächtige Paläste einschloß; begründet 1489 vom Adil Shah Jusaf Khan, verlor sie die Selbständigkeit durch den Mogulkaiser Aurangzeb. Sehenswert der runde Dom Gol Gumbaz dicht beim Bahnhof (innerhalb der Stadtmauer; seine Grundfläche ist größer als die des Pantheon in Rom); die Hauptmoschee Jama Masjid; ferner das Schloß Gagan Mahal und das Mausoleum (Ibrahim Roza) von Ibrahim II. Adil Shah nebst Königin Taj Sultana, ein großes Fort mit 109 Türmen innerhalb der Ringmauer, u. a. Die Umgebung der Stadt ist sehenswert.

Hinter Hotgi tritt die Bahn in das Gebiet des größten Vasallenstaats des britisch-indischen Kaiserreichs, in das Reich des Nizam von Hyderabad (111/2 Mill. Einw., 82000 engl. QM.; die Dynastie regiert seit 1740), und führt durch gutbewässerte Ebenen über die Stadt (353 M) Gulbarga (Dâk Bungalow) nach (376 M) Wadi Junction Station (427 m; Bahnwirtsch.); Umsteigen in die »Nizam's State Railway« und über (420 M) Stat. Tandur (Bahnwirtsch.) nach

(491 M) Hyderabad, Haidarabad (620 m; Bahnwirtsch.; Montgomery Hotel, gegenüber dem Bahnhof, gut, Pens. 7 Rup.; Brind's Hotel, Pens. 7 Rup.; wegen Hotelwagen vorher vereinbaren; Droschken nach Secunderabad I. Kl. 1 Rup. die Stunde, 9 Rup. den Tag, II. Kl. 41/2 Rup. den Tag), Hauptstadt des Nizam mit 499840 Einw. sehr verschiedener Völkerschaften (Hauptsprachen: Telugu und Mahratti, außerdem hört man Kanaresisch, Hindustani, Hindi, Marwori, Gondi u. a.) und dem buntesten *Straßenleben von malerischstem Reiz, mit beachtenswerten *Basaren (Bidriwork, d. h. Silbereinlegearbeit aus Bidri). Die Bevölkerung trägt noch Waffen. Die Stadt liegt am Musi-Flusse zwischen Gärten und ist mit einer bastionierten Mauer umgeben. Im Herbst 1908 wurde die Stadt durch Überschwemmung des Flusses infolge von Dammbrüchen der oberhalb gelegenen Stauseen schwer geschädigt. Baumwoll-und Papierfabrikation bedeutend. Bank of Bengal (Korrespondent der Berliner Disconto-Gesellschaft).—Rundfahrt. Zum Besuche der Sehenswürdigkeiten in Hyderabad und Golkonda hole man (vor der Rundfahrt morgens im gewöhnlichen Anzug) bei der Palastwache am Palast des Nizam einen Erlaubnisschein der Adjutantur Sr. Hoheit des Nizam; der Besuch gilt dem Flügeladjutanten (Empfehlungen sind wertvoll); gewöhnlich schickt der Adjutant den Paß durch einen Soldaten; man kann auch durch die Hotels Erlaubnisscheine auswirken. Die englische Residency liegt außerhalb der Stadtmauern in Chadar Ghat; zwischen ihr und der Stadt ist eine 180 m lange Granitbrücke, die Oliphant Bridge. Man kreuze den Fluß über die nächste nach W., die Afzal Ganj Bridge, dann gelangt man durch das Afzal Ganj Gate in eine breite Straße, die fast durch die ganze Stadt führt. In der Nähe des Tores liegt die Afzal Ganj-Moschee mit vier Minarets neben dem städtischen Hospital; etwa 100 m innerhalb des Tores ist der Palast des berühmten Ministers Sir Salar Jang Bahadur (gest. 1883), der dem Lande viel genützt hat.—Weiter in der Hauptstraße trifft man an einer Straßenkreuzung, wo jede Straße mit einem 15 m hohen Bogen überwölbt ist, auf den Char Minar, eine alte Gelehrtenschule mit vier schlanken Minarets, 1591 erbaut.—Östl. davon liegt die Mecca-Moschee, groß und finster, mit vier Minarets und sechs Bogen.—Der Nizam's Palast liegt westl. vom Char Minar; er ist modern eingerichtet und reichlich mit unzugänglichen, durch sechsfache konzentrische Einfriedigung von der Stadt getrennten Harems versehen, und noch reichlicher mit Dienerschaft. Man besuche den Elefantenhof, wo meist etwa 60 Elefanten angefesselt stehen. Am 5. Muharreni (erster Monat des mohammedanischen Jahres) findet der Langar, ein Umzug der gesamten Truppen des Nizam um den Palast, statt (der Nizam und gegen 100000 Einw. der Hauptstadt sind Mohammedaner). —Sehenswerter ist der Felikan-Palast (Falak Numa), 1 km südl. von der Stadt, mit reizendem Terrassengarten, auf einem Hügel mit *Aussicht; es ist ein moderner Prunkbau zur Aufnahme fürstlicher Besucher (im Innern ein Saal mit Lachspiegeln).—Öffentlicher Garten mit kleinem Zoologischen Garten (Fr. Abend Konzert).

10 km nördl. von Hyderabad (Bahn dahin) liegt Secunderabad, Sikanderabad (Montgomery Hotel, sehr gut, Pens. 7 Rup.; Brind's Parade Hotel; Wagen 10 Rup. für 1 Tag, nach Golkonda und zurück 12 Rup.), das stärkste Militärlager der Engländer im mittlern Indien, weitläufig auf 50 qkm angelegt; mehrere Kantonnements sind in der Nähe in Bolaram und Trimalgiri (mit befestigtem Rückzugslager). Hier stehen etwa 10000 Mann englische Truppen. Der Parade Ground liegt südl. vom Bahnhof.

Ausflug nach Golkonda, 11 km nw. von Hyderabad. (Man besorge sich vorher Erlaubnisschein, s. oben.) Von Secunderabad 11/2 St. Wagenfahrt durch eine Gegend voller einzelner, oft seltsam geformter Granitblöcke. Ein Granithügel trägt das alte Königsschloß von Golkonda, durch eine 4850 m lange Mauer mit über 80 Basteien aus Granitblöcken und 2, früher 8 Toren, von breitem Graben umschlossen. Im Granittor prüft die Wache den Erlaubnisschein, dann führt eine steile, zum Teil zerfallene Treppe zwischen Ruinen von Palästen und Moscheen zum 130 m hohen Gipfel, auf dem der Königspalast mit flachem Dach (Aussicht) liegt.—In der Ebene nördl. und östl. vom Schloß liegen 18 gut erhaltene, granitene Mausoleen der Kutab Shahi-Dynastie mit stattlichen Kuppeln; eins der höchsten ist das der Sultanin Haiyat Baksh Begum (gest. 1617). Schöner ist das Grab ihres Mannes, des Sultans Muhammad Kuli Kutab Shah (gest. 1612).

Von Hyderabad Rückfahrt mit »Nizam's State Railway« nach (121 M) Wadi (S. [98]), dort umsteigen in den Madraszug der »Great Indian Peninsula Railway«. Man fährt dann durch eine weite Ebene mit Granitblöcken über (385 M von Bombay) Nalwar und auf 1170 m langer Brücke über den Fluß Kistna, südl. von (427 M) Krishna, nach (443 M) Raichur (400 m; Bahnwirtsch., Dâk Bungalow), Stadt aus dem 14. Jahrh., mit sehenswertem Nord-und Westtor; von der hohen Zitadelle *Aussicht. Hier beginnt die »Madras Railway«; sie führt über (486 M) Stat. Adoni, uralte Stadt aus dem 10. Jahrh. v. Chr., mit dem größten Baumwollenmarkt im Dekhan, und über den wichtigen Bahnknotenpunkt (518 M) Guntakal (Bahnwirtschaft), dann vorbei an der Hügelfestung südl. (r.) von (536 M) Gooty (Bahnwirtschaft), ferner über die Stationen (566 M) Tadpatri und (632 M) Cuddapah (beide mit Bahnwirtschaft) nach

(710 M) Renigunta (im Bahnhof Wirtschaft und Schlafzimmer, vorher brieflich beim Station-Master anzumelden!).