4. Von Bombay nach Madras.
Vgl. die Karte S. [96].
Eisenbahn von Bombay nach (793 M, 1278 km) Madras: Great Indian Peninsula Railway und Madras and Southern Mahratta Railway nächster Weg; Schnellzüge (mail trains) mit durchgehenden Wagen I. und II. Kl. in 32 St. für I. Kl. etwa 59, II. Kl. 291/2 Rup.
Die Bahnstrecke führt in sö. Richtung quer durch das südl. Dekhan, dessen Aufbau man gut verfolgen kann: die schmale westl. Küstenebene, den hohen gebirgsartigen Westrand, das langsam gegen O. sich senkende Hochland, das keinen eigentlichen Gebirgscharakter trägt, und den im Verhältnis zu den Westghats niedrigen Ostrand, dem aber eine breite Küstenebene vorgelagert ist.—Der Einfluß der wechselnden Niederschlagshöhen macht sich in der Vegetation geltend, die am üppigsten an den feuchten Westghats, auf dem Hochland aber streckenweise beinahe steppenartig ist.
Von Bombay (S. [53]), Victoria Stat., bis (34 M) Kalyan s. S. [61]; hier zweigt die Madraslinie sö. ab, erreicht (54 M) Neral (gute Bahnwirtschaft mit Bädern etc.).
Kleinbahn von Neral in 2 St. nach (13 M) *Matheran (Gasthöfe: Rugby Hotel, in freier Lage; Gymkhana Hotel, mit schöner Aussicht; Granville Hotel; Reitpferde zu haben), 800-1100 m ü. M.; sehr lohnender und beliebter Ausflug von Bombay, vgl. S. [63] (im Sommer Sa. bis Mo. stark besucht), bewaldetes Hochland mit prachtvollen Ausblicken auf wilde Felspartien, in die Ebene und bis zum Meer. Schönste Punkte: *Panorama Point im N., *Chaux Point im S.; außerdem lohnend zu besuchen: Louisa Point und Alexandra Point.
Nun steigt die Bahn nach Maschinenwechsel bei (62 M) Karjat das Bore Ghat (550 m; Wasserscheide) steil (1:42 bis 1:37) hinauf durch schöne Gebirgslandschaft (bei Tage fahren!). Bei 410 m ü. M. hält der Zug, um die Maschine ans andre Ende zu setzen, und erreicht dann (78 M) Stat. Khandala (550 m; Dâk Bungalow am Rande der Schlucht; Glendale Hotel, gut; Khandala Hotel; Convalescent Hospital der All Saints-Schwestern), schöne Sommerfrische (Wasserfall von 90 m Höhe, sehr schön in der Regenzeit) der reichen Bewohner Bombays. Nahebei liegt (80 M) Lonauli (Lanauli oder Lonavla; Bahnwirtschaft; zwei Gasthöfe 5 Min. vom Bahnhof), der Platz, von wo man nach dem Höhlentempel von Karli in Tonga fährt.
Der *Höhlentempel (Karli Cave), einer der größten und besterhaltenen Indiens, ist in eine fast senkrechte, über 250 m hohe Felswand 38 m tief hineingearbeitet; er liegt etwa 3,5 km nw. vom Dâk Bungalow und 11 km vom Bahnhof Karli (ebenso weit vom Bahnhof Lonauli). Der Bau erinnert sehr an frühchristliche Kirchen mit Chor etc.; er ist wahrscheinlich um 200 v. Chr. errichtet und künstlerisch ausgeschmückt.— 5 km südl. vom Karli-Bahnhof liegen die alten Hügelfestungen Lohogarh und Visapur.—Andre sehr alte Höhlentempel liegen 3 km südl. von Karli in Bhaja und in Bedsa, 9 km östl. von Bhaja.
Von Lonauli mit der Hauptbahnlinie über (85 M) Karli (Dâk Bungalow) durch malerische Landschaft mit blühenden Dörfern.— (119 M) Poona, Puna (554 m; Connaught Hotel, bestes; Royal Family Hotel; Napier Hotel und Poona Hotel; Bombay Bank; Droschken nach Tarif; Automobile nach Mahabaleshwar der West India Motor Co., 3 Pers. 75 Rup., 6 Pers. 120 Rup.; Zeitung: »Deccan Herald«; Photographen: Metzker, Stewart; europäische Geschäfte; Western India Club u. a.), ein Hauptsitz der Brahmanenkaste, mit Angehörigen über ein Drittel der einheimischen Bevölkerung), alte Mahrattenhauptstadt, jetzt Residenz des Gouverneurs von Bombay während der Regenzeit und das größte Militärkantonnement für die Bombay-Armee, seitdem die Pest in Bombay herrscht (ist aber auch nicht pestfrei), hat 157666 Einw., berühmte Gold-und Silberarbeiten; auch Fächer und Tonfiguren sind zu kaufen.