487 M (784 km) East Indian Railway von Benares bis Calcutta Schnellzug in 141/2 St. für I. Kl. etwa 36, II. Kl. 18 Rup.—Die Fahrt geht durch die regenreichen, echt tropischen, äußerst fruchtbaren (vor allem Reis-, Mohn-, Indigo- und Jute-Anbau) und dicht besiedelten, aber auch cholera-und fiebergefährlichen Ebenen Bengalens bis an den Westrand des ausgedehnten Gangesdeltas.

Von Benares, Cantonment Stat., über die prächtige, fast 1,5 km lange stählerne Brücke nach (10 M) Mughal Sarai (Bahnwirtschaft; man erkundige sich, ob Umsteigen nötig); von da nach (149 M) Bankipur (52 m; Bahnwirtschaft; guter Dâk Bungalow, nahe Bahnhof), am rechten Gangesufer, mit dem Grab Schah Arganis (wo bei dem Maharremfest 100000 Menschen zusammenströmen); es ist westliche Vorstadt und Sitz der Behörden der großen Handelsstadt Patna (53 m; Dâk Bungalow) mit 136470 Einw.; Patna hat neun Geschäftsviertel mit vielen Basaren; Handel mit Opium, Indigo, Töpfer-und Baumwollwaren. Bank of Bengal, Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft in Bankipur. Patna war 450 v. Chr. die wichtigste Stadt Indiens, jetzt schmutzig und eng, ohne Sehenswürdigkeiten.

Ostindien, südl. Teil.

Seitentour nach *Buddh Gaya. Mit der Patna Gaya Railway von Bankipur südl. nach (57 M, 92 km) Stat. Gaya (Dâk Bungalow, fast 2 km vom Bahnhof, Wagen 21/2 Rup. für 1/2 Tag), Stadt mit 71288 Einw.; 5 km östl. vom Bahnhof liegt ein Hindutempel und 2,5 km von diesem der Tempel Bishn Pad (Wischnus Fußtritt) in der alten Stadt. Hauptziel für Buddhaforscher und Archäologen ist der Tempel von Buddh Gaya (11 km südl. von der Stadt Gaya), eine neunstöckige Pagode (nahebei ein Dâk Bungalow. Betten, Essen und Sodawasser mitbringen!); er ist 543 v. Chr. erbaut und ist als Wiege des Buddhismus die heiligste Stätte für einen großen Teil der Menschheit; von Pilgern viel besucht. Der Tempel ist voll von Überlieferungen aus dem Leben Buddhas. Man fährt in 2 St. bis vor den Tempel, meist durch schattige Straße; zur Besichtigung etwa 11/2 St. erforderlich. Asoka umgab den Tempel mit prächtiger Pfeilermauer (älteste indische Skulpturen: Kentauren, Lotosornamentik, Seejungfrauen, märchenhafte Krokodile mit Elefantenohren, Pferdekopfmenschen). Hinter dem Tempel auf einer Plattform der heilige Bo- oder Pippalbaum (Ficus religiosa). In der Nähe der Palast eines Maharadschah, wo Fremde um 4 Uhr empfangen werden.—Nw. ein kleiner, sehr alter Tempel mit stehendem Buddhastandbild.

Von Bankipur sö. weiter nach (305 M, 490 km) Stat. Madhupur.

Ausflüge von hier ins Parasnath-Gebirge auf tempelreicher Pilgerstraße bis 1365 m ü. M. in malerischer Landschaft mit vielen Aussichtspunkten; Eisenbahn (24 M, 39 km) bis Giridh, dann guter Fahrweg 29 km bis zum Fuß der Berge; Träger zum Aufstieg (23/4 St.) sind in Madhuban zu haben.

Dann über (366 M) Stat. Raniganj, am Ostende der großen Kohlenfelder von Bengalen (viele Fossilien, besonders Farren, ähnlich denen in den australischen und englischen Kohlenflözen, sind dort gefunden). —Bei (463 M) Hooghly Junction Station überschreitet die Eastern Bengal Railway auf schöner Brücke den Hooghly-Fluß, während unsre East Indian Railway auf dem rechten Ufer bleibt und über (466 M) Chandernagore (S. [139]) und Serampore die Endstation (487 M, 784 km) Calcutta, Howrah Terminus (S. [135]), erreicht.