Wer die Kosten nicht scheut, mache die Reise durch Ceylon (oder einen Teil derselben) mit Automobil, durch Cook & Son oder die Hotels in Colombo (s. unten) zu beschaffen, womöglich schon von Aden aus telegraphisch zu bestellen; man benutze möglichst leichte Wagen mit besten Reifen. Benzin ist in jedem größern Ort zu haben.

Colombo.

Vgl. den Plan S. [111].

Ankunft zur See. Die Postdampfer machen an den Tonnen im Hafen von Colombo fest, der durch Wellenbrecher gut geschützt ist. Boote mit Händlern, Zauberern umschwärmen sofort das Schiff und kommen an Bord (Kabine abschließen, da die Tamulen tüchtig stehlen!). Die Landung geschieht mit Tendern der Dampfergesellschaften (frei) oder mit kleinen Booten; man achte auf sein Gepäck und weise die unverschämten Forderungen der Bootsführer zurück. 10 Min. Fahrt bis zur Landungsbrücke am Südende des Hafens kostet 1/4 Rup. = 25 cents, nach 7 Uhr Nm. 40 cents; dort liegt das Zollamt; Zolluntersuchung für Vergnügungsreisende meist ohne Schwierigkeit, die Zollbeamten sind höflich und gefällig. Beim Zollamt nehme man eine Rikscha zur Fahrt nach dem Gasthof.
Gasthöfe: Galle Face Hotel (deutscher Direktor: G. Peters), an der Galle Face Esplanade, etwa 2 km vom Landungsplatz, in schöner, ruhiger Lage am Meer, mit Garten und Seeterrasse, für längern Aufenthalt geeignet, gut geleitet; 250 Z., Pens. 10-15 Rup. (Pens. vorher vereinbaren!), Z. 4, Tiffin 11/2 Uhr 2,50 Rup., Dinner 71/2 Uhr 4 Rup.; Schwimmbad.—Grand Oriental Hotel, beim Zollamt an der Landungsbrücke bequem gelegen, Küche gerühmt; 154 Z. 4-6, Lunch 21/2, Dinner 4, Pens. 10 Rup.—Bristol Hotel.British India Hotel, schöne Lage am Meer neben dem Fort, II. Ranges, aber von einzelnen Herren viel besucht, Pens. 5 Rup.—Mount Lavinia Grand Hotel, s. S. [114]. Man beachte, daß alle Gasthöfe auf Ceylon zeitweise stark überfüllt sind, z. B. bei Rennen und Sportwochen in Nuwara Eliya (S. [122]), bei Besuch größerer Reisegesellschaften etc., daher ist stets Voraussicherung der Unterkunft im Innern Ceylons sehr zu empfehlen!
Post u. Tel.: Queen's Street, 5 Min. vom Landungsplatze.—Telephon in allen Gasthöfen und Geschäften.
Wagen und Rikschas nach Tarif (s. unten).
Straßenbahnen: Zwei Linien; eine führt vom Landungsplatz nach Kelani, die andre südl. nach Borella. Beide werden fast nur von Eingebornen und Mischlingen benutzt; Fahrpreis I. Kl. 10 cents die engl. Meile.
Kraftwagen (für 2-6 Reisende) zu Ausflügen ins Innere sind durch Cook's Office oder die Hotels und bei Walker Sons & Co., Fort, zu mieten; bei andern Unternehmern sollen die Preise sehr willkürlich sein (man kann ungefähr 11/4 Rup. für jede engl. Meile rechnen).—Postautomobilverbindungen (vgl. die Karte S. [107]), meist recht gut, bestehen auf der Insel Ceylon bereits viele Linien und werden fortwährend vermehrt; man erkundige sich bei der Postverwaltung.
Eisenbahnen. Hauptbahnhof (Maradana Junction) der Linie nach Kandy sowie über Anuradhapura nach Jaffna, etwa 2 km osö. von der Landungsbrücke.— Fort Station, am Hafen, dient der Linie über Mount Lavinia nach Point de Galle und Matara.—Eisenbahnzeit wie in Indien, S. [50]. Fahrpläne (Fare tables) auf allen Stationen für 10 cents, enthalten auch Tarife für Wagen und Rikschas für alle Orte. Europäer fahren stets nur I. Kl. So. weniger Züge als wochentags.

Colombo.

Dampfer: Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd (Agentur Freudenberg & Co., Tel.-Adresse: Nordlloyd-Colombo) alle 2 Wochen nach Ostasien über Penang und Singapore bzw. nach Europa, alle 4 Wochen nach Australien.—Österreichischer Lloyd (Agentur Darley, Butler & Co.), nach Bombay, Calcutta, Ostasien und Europa. —Messageries Maritimes (Agent P. de Bure, Telegrammadresse: Messageries-Colombo), nach Indochina, Ostasien, Australien, Europa; Zweiglinie nach Pondichéry und Calcutta.—Außerdem zahlreiche englische Linien (Peninsular & Oriental Co., Orient Line, British India Line, Bibby Line etc.) nach allen europäischen, indischen und ostasiatischen Häfen. Fahrpreise und Fahrpläne sind häufig Änderungen unterworfen.
Geld. Landesmünze für Ceylon ist die Rupie (S. [49]), geteilt in 100 cents. Im Umlauf sind folgende Geldstücke: Pfund Sterling englisch in Gold = 15 Rup.; Silbermünzen zu 1 Rup., 50, 25 und 10 cts.; Nickel zu 5 cts.; Kupfer zu 1, 1/2 und 1/4 cts. Papiergeld: 1000, 100, 50, 10 und 5 Rup.-Scheine. Schecks werden nur solche auf Ceylon-Bankhäuser in Zahlung genommen. Kreditbriefe, vgl. S. [7]. Indisches Papiergeld ist nur mit Verlust anzubringen, dagegen wird indisches Silbergeld genommen, nur nicht die Zwei-Annasmünzen.
Banken: Freudenberg & Co., Korr. der Deutschen Bank, Dresdner Bank, Disconto-Gesellschaft und Deutsch-Asiatischen Bank;—National Bank of India, Korr. der Allg. Deutschen Creditanstalt in Leipzig;—Chartered Bank of India, Australia & China;Hongkong & Shanghai Bank;Mercantile Bank of India Ltd.; sämtlich Korrespondenten der Berliner Disconto-Gesellschaft.—Größere Beträge lasse man sich hauptsächlich in 50 und 100 Rup.-Scheinen, nicht nur kleinen (5 und 10), zahlen.
Sprache. Das Singhalesische (Elu) ist mit Indisch durchsetzt, daneben ist auch das Tamul (Sprache der Tamulen) vorherrschend, außerdem Hindostani. Die Nachkommen der Portugiesen sprechen verdorbenes Portugiesisch, die Mauren verdorbenes Arabisch. Die kirchlichen und philosophischen Schriften der (buddhistischen) Singhalesen sind in Pâlisprache abgefaßt.
Tempelgelder. In buddhistischen Klöstern und Tempeln liegt meist ein Fremdenbuch aus; man trage sich ein und gebe dabei (für 1-2 Personen) 1 Rup., weise dann andre Gabenforderungen ab.
Reisebureau: Thos. Cook & Son, 1 Victoria Arcades, York Street; besorgt auch Automobile (womöglich schon von Aden aus telegraphisch zu bestellen); hier sind Reisehandbücher (Cook's Handbook Ceylon) zu haben.— Führer tragen dunkelblaue Röcke mit grünen Aufschlägen und müssen Zeugnis und Tarif (pocket register) vorzeigen; Lohn für die erste Stunde 50 cts., jede Stunde mehr 25 cts. Man sehe sich vor bei der Wahl des Führers.
Literatur: Henry W. Cave, The Book of Ceylon, reich illustriert (Lond. 1908); Norddeutscher Lloyd, Automobiltouren auf Ceylon (Bremen 1910).
Konsulate: Deutsches Reich, Konsul Reinhart Freudenberg.—Österreich-Ungarn, beauftragter Konsul R. Freudenberg.
Polizeiamt: Belästigungen und unverschämte Forderungen von Kutschern, Kulis etc. melde man sofort dem nächsten Polizisten; die Polizei ist streng und gefürchtet.
Ärzte: Prof. Castellani u. Dr. Gordon im Galle Face Hotel; Llewellyn Thomas; Jas. Craik; J. Rockwood; Zahnarzt Dr. Sidney Same.—Apotheke im Warenhaus Cargill's & Apothecaries Co.
Buchhandlungen: H. W. Cave & Co. (Reisehandbücher für Ceylon) und im Warenhaus Apothecaries Co.
Photographien: Plate (Deutscher), hat hübscheste Ansichten, verkauft Films etc. und entwickelt; Colonial Photographic Co., Victoria Arcade, Fort (gegenüber Grand Oriental Hotel), auch Films und Platten etc.—Colombo Apothecaries Co., neben Grand Oriental Hotel; stellen Reisenden Dunkelkammer frei und haben Ansichten, Volkstypenbilder etc.—Skeen & Co., Chatham Street.
Geschäftsadressen: In der Geschäftsstraße an der Landungsbrücke Basare mit Teppichen, Ebenholzschnitzereien, Sandelholzsachen, Gold-und Silbersachen, geschliffene Steine; beim Einkauf besonders von Steinen ist Vorsicht geboten, da vieles unecht ist, und man stets stark herunterhandeln muß. Schildpattschmucksachen, Mondsteine, Katzenaugen, Kuriositäten, Ebenholzsachen etc. bei D. F. de Silva, Chatham Street 7, und Don Theodori & Co., Chatham Street 40. Steine gut und reell (aber handeln!) bei Caffoore im Bristol Hotel.