Vereine: Deutscher Verein.—Colombo Club, Galle Face Esplanade.— Golf Club.
Zeiteinteilung. 1. Tag: Vm. Fahrt durch die Stadt nach Kelani; Nm. nach Mount Lavinia.—2. Tag: Victoria Park und Museum. Längern Aufenthalt benutze man zum Ausflug ins Gebirge.
Geschichtliches. Colombo wurde 1505 von den Portugiesen zur Handelsniederlassung gemacht, dann 1518 befestigt. Nach langer Belagerung eroberten die Holländer 1658 den Platz und befestigten ihn stark. 1796 bemächtigten sich die Engländer des guten Seehafens, der erst seit den 70er Jahren des 19. Jahrh. an Stelle von Point de Galle zu Bedeutung gelangte.
Klima (vgl. S. [108]). Die Sonnenwärme in der freien Sonne ist in Colombo fast stets so groß, daß Europäer sich durch Tropenhelm und Tropenkleidung, Sonnenschirm und Sonnenbrille etc. dagegen schützen müssen. Man meide es, ohne dringende Ursache zwischen 10 Uhr Vm. und 4 Uhr Nm. auszugehen! Sonnenstich und andre Schäden sind besonders bei frisch aus Europa gekommenen Fremden nicht selten; Alkoholgenuß ist vor Sonnenuntergang zu meiden. Man richte sich bei längerm Aufenthalt nach der Lebensweise gebildeter, am Orte akklimatisierter Europäer!
Colombo, von den Engländern zur Hauptstadt Ceylons gemacht, hat etwa 180000 Einw., meist Singhalesen (S. [106]), dann Tamulen (von der Malabarküste), die kräftiger und arbeitsamer sind, und Mauren; ferner Parsen, Juden, Malaien und Mischlinge. Das Volksleben ist bunt und sehr interessant.—Die Stadt liegt unter 6° 56' nördl. Br. an einer Bucht, die durch einen 1,5 km langen Hafendamm nach W. und einen Wellenbrecher nach N. gegen Seegang geschützt wird. Ein großes Trockendock sowie andre Einrichtungen zur Ausbesserung von Seeschiffen sind vorhanden. Nördl. von der Hafenbucht mündet der Fluß Kelani (Kelaniya Ganga). Das europäische Viertel am SW.-Ende des Hafens hat ein Fort, neben dem der hohe Leuchtturm, zugleich Uhrturm, steht; dicht dabei die Zeitsignalstation und südl. davon ein freier Platz, die Esplanade, an der die Residenz des Gouverneurs, Queen's House (Pl. 1), mit der Vorderseite nach See liegt. Kasernen liegen südl. vom Palast. Colombo besitzt mehrere Kirchen, Buddha-und Schiwatempel, ein Museum, zwei Bibliotheken und große Wasserwerke, die das Wasser 48 km weit herleiten. Die Eingebornenstadt Pettah mit engen Straßen liegt nö. vom Europäerviertel längs der Ostküste des Hafens.—Der Handel von Colombo ist sehr bedeutend, da fast die ganze Einfuhr (Reis, Kohlen, Baumwollwaren, gesalzene Fische etc.) sowie die Ausfuhr (Tee, Zimt, Kokosöl, Kokosnüsse, Kaffee, Graphit, Chinarinde, Kopra, Kautschuk etc.) für Ceylon über Colombo geht. Er befindet sich fast ganz in englischen Händen.
Rundfahrt (mit Rikscha) durch die Stadt kann fast planlos geschehen, weil Colombo reich an malerischen Wegen ist; man beachte, daß das Geschäftsleben sich nahe dem Hafen abspielt. Von der Landungsbrücke der Boote gelangt man in die York Street; l. Marmorstandbild der Königin Viktoria, r. Grand Oriental Hotel und l. Victoria Arcades. Dann am Postamt (Pl. 2) vorbei über die Esplanade zum Galle Face Hotel. Weiter am Strand entlang an den Kasernen vorbei zum Standbild von Sir E. Barnes, dann r. an einem alten holländischen Glockenturm (Pl. 4) vorbei über den Marktplatz mit dem Rathaus (Town Hall, Pl. 5). Dort führt l. die Sea Street zu zwei malerischen kleinen Hindutempeln, während nach r. die Wolfendahl Street zu der alten hochgelegenen holländischen Wolfendahl-Kirche führt (*Aussicht auf Stadt und Hafen). Dann nö. weiter nach der katholischen Kathedrale St. Lucia und an andern Kirchen vorbei zu dem (r.) schönen Hause Uplands und weiter durch die malerische Fischervorstadt Mutwal bis zum Fluß und zurück durch Grand Pass Road bis Skinners Road, nun l. diese Allee entlang bis zum Maradanabahnhof; von hier westl. bis zum Süßwassersee und an diesem entlang zum Gasthof zurück.—Ein andrer Rundweg führt vom Galle Face Hotel über die Brücke, dicht hinter dem Hotel, nach Slave Island und dann am Rande des malerischen Sees vorbei an dem hübschen Wohnsitz des kommandierenden Generals für Ceylon in den Victoria Park. Man beachte vorher den kleinen malerischen Buddhatempel über dem See, ungefähr gegenüber vom Generalshaus. Der Park liegt auf dem Platz alter Zimtgärten (Cinnamon Gardens) und ist reich ausgeschmückt. Im Park das *Museum (1877 erbaut), das wertvolle historische, kultur-und naturhistorische Sammlungen für Ceylon und eine Bibliothek enthält; originelle Sammlung Kandy-pottery (wunderliche Tonfiguren), ferner Teufelstänzermasken gegen jede Krankheit; Inschriftensteine aus Anuradhapura (von den deutschen Gelehrten Dr. Goldschmidt und Dr. Müller entziffert); ein Buddhazahn. Auf dem Flur ein Riesenlöwe aus Pollonarua, der als Königsthron diente, und ein *Fenster aus den Ruinen von Yapahoo. Vor dem Museum ein Standbild des Gouverneurs Gregory.
Ausflüge: 1) Kelaniya. Wagenfahrt (etwa 1 St. hin) zunächst durch die enge, heiße und staubige Eingebornenstadt Pettah (etwa 6 km), dann über den Kelanifluß und durch Kokospalmenpflanzungen bis (10 km) zu einem alten Buddhatempel (1240 erbaut über einem 306 v. Chr. errichteten Reliquienschrein des Prinzen Yatalatissa) mit im Nirwana weltfernen Buddha, dem die weißen Blüten des Sakakibaums dargebracht werden. Beim Maivollmond hier großes Tempelfest. Auf der Rückfahrt kann man gegen SO. einen Umweg machen (2 St. Fahrt).
2) *Mount Lavinia mit der Sea Coast Railway, deren sechs Bahnhöfe in Colombo sind: Pettah, The Fort (beim Hafen), Slave Island (etwa 1/2 km vom Galle Face Hotel), Kollapitiya, Bambalapitya und Wellawatta; die Bahn fährt teils durch Palmenwald, teils am Strand nach (11 km) *Mount Lavinia (Grand Hotel, Z. von 3 R. an, Tiffin 21/2, Dinn. 3, Pens. von 7 Rup. an), in entzückender Lage am Meer auf malerischem Vorgebirge. In der Nähe ein Buddhatempel. Sehr beliebter Ausflugsort, auch für längern Aufenthalt. Die Fahrt dahin im Wagen (Einsp. 10 Rup.) vom Galle Face Hotel an der Kollapitiya (Colpatty) Road entlang durch reizende Eingebornenvororte und Palmenhaine, fortgesetzt im Schatten, ist sehr lohnend.—Die Bahnlinie führt weiter über Point de Galle (S. [125]) nach Matara.
3) *Negombo, 37 km nördl. von Colombo, lohnender Automobilausflug (Eisenbahn von Colombo über Ragama, außerdem zweimal tägl. Coach service (Autobus), etwa früh 7 Uhr und 2 Uhr Nm. ab Colombo, Fahrzeit 31/2 St., ab Negombo etwa früh 7 Uhr und 33/4 Uhr Nm. Fahrpreis 3 Rup.) an der Westküste Ceylons durch malerische Dörfer, Kokospalmenwälder und Zimtgärten, für Künstler und Liebhaberphotographen eine Fülle landschaftlicher Schönheit bietend; die kleine Hafenstadt Negombo mit vorzüglichem Rasthaus hat 20000 Einw.; sie liegt zwischen Meer und Lagune, zeigt altholländischen Charakter mit Kanälen und verschiedenen Bauten (altes Tor, sehr malerisch).
Mittel-Ceylon.