Rundfahrt: Bei wenig Zeit beginne man mit der Arrakanpagode, dann zum Goldenen Kloster der Königin, dann Saik Yah Theehahpagode, Fort Dufferin und Mandalayhügel mit den 729 Pagoden und dem Glasskloster. Man beachte, daß der Basar gegen 1/2-5 Uhr Nm. schließt.

Ausflüge: 1) Nach den Hügeln von Yankintaung, zu Pferde (weil schlechter Weg für Wagen), etwa 8 km östl. von Mandalay; man sieht viele Klöster und Pagoden und ein Buddhastandbild in einem tiefen Bodenspalt.—2) Nach den Hügeln von Maymyo, zunächst mit der Bahn bis (31 M) Thondaung an der Lashiozweigbahn, dann mit Reitgelegenheit in die Berge, zurück über Stat. Maymyo (42 M von Mandalay) mit der Bahn.—3) Nach **Gokteik Gorge vgl. S. [150].—4) Nach *Amarapura (mit Bahn über Myohaung [S. [150]], 10 km von Mandalay, Stationsvorsteher von Amarapura besorgt ortskundigen Führer); diese alte Hauptstadt von Birma ist voll malerischer Ruinen von Königspalästen und Pagoden, unter letztern die Shinbinkugyi-Pagode und die schöne Patawdawgyipagode auf fünf Terrassen, mit teilweise humoristischen und grotesken Marmorreliefs. Südl. vom Taungthamansee ist ein riesiger sitzender Buddha, der Mahasakyavansa.— 5) Nach Ava, 6,5 km sw. von Amarapura, am Zusammenfluß des Irawaddy mit dem Bergfluß Mjitnge, älteste Hauptstadt von Birma, mit vielen Pagoden, aber wenig alten Ruinen.— 6) Nach *Mingoon (10 km oberhalb Mandalay) mit Lokaldampfer, am r. Irawaddy-Ufer stromaufwärts. In Mingoon eine unvollendete Riesenpagode mit der größten (nicht gesprungenen) Glocke der Erde, von 81 Ton. Gewicht; sie ist 4 m hoch und hat unten 5 m Durchmesser; die Glocke ist in einem Pavillon nahe über dem Erdboden aufgehängt und muß mit schweren Balken durch neun Mann geläutet werden.

Von Mandalay nach Bhamo und zurück nach Rangoon.

Abfahrtstag ist abhängig vom Dampferfahrplan!—Burma Railway über (3 M) Myohaung Junction und (6 M) Amarapura nach (9 M) Amarapura Shore Stat., Überfahrt auf Fährdampfer über den Irawaddy nach (13 M) Sagaing, Distriktshauptstadt mit vielen sehenswerten Pagoden (Erlaubnis zum Besuch erteilt der Deputy Commissioner in Sagaing), am r. Irawaddy-Ufer. —Dann mit der Bahn durch Prärien und Dschungeln, an Hügeln vorbei über (66 M) Shwebo, (112 M) Kanbalu und (166 M) Wuntho, sämtlich mit Bahnwirtschaft, und durch die malerische Schlucht zwischen (181 M) Nankan und (197 M) Meza nach (212 M) Naba Junction (Bahnwirtschaft); von hier Zweigbahn nach (227 M) Katha, am rechten Irawaddy-Ufer in schöner Landschaft.
[Die Hauptbahnlinie führt nördl. weiter bis (344 M) Myitkyina, einem wichtigen Ort für den Karawanenverkehr mit Tibet und China, am r. Irawaddy-Ufer, von wo bei günstigem Flußwasserstand ein kleiner Dampfer durch prächtige Landschaft und die »Erste Stromenge« (First Defile) abwärts nach Bhamo läuft.]
Von Katha mit Dampfer der Irawaddy Flotilla Co. (I. Kl. sehr gute Verpflegung und gute Kammern) flußaufwärts durch die »Zweite Stromenge« (Second Defile), eine schmale Felsenstraße, nach Bhamo (107 m) am l. Ufer des Irawaddy (1180 M oberhalb seiner Mündung), einem von verfallenen Palisaden umgebenen Handelsplatz mit 14000 Einw., an der Karawanenstraße nach der chinesischen Provinz Yünnan, deren Grenze 50 km östl. liegt; auf dem Basar verkehren die Bergvölker der Schanstaaten und aus Katschin. Sehenswert ist die Theindawgyi-Pagode (spr. tenndotschi) und das reichgezierte chinesische Joß-Haus am Nordende der Hauptstraße. Ein schöner Weg (11/4 St. zu Fuß) führt auf der Landstraße nach China durch Dschungeln zu den Sojima-Pagoden; unterwegs begegnet man vielen Karawanenzügen und Schan-und Katschin-Leuten.


Man übernachtet und ißt auf dem Dampfer, der nach Einnahme der chinesischen Ladung seine *Talfahrt auf dem Irawaddy beginnt, die in 11/2-21/2 Tagen nach Mandalay führt, wenn niedriger Wasserstand nicht unvorhergesehenen Aufenthalt verursacht. Unter den Ortschaften, die der Dampfer anläuft, ist am l. Ufer Thabeitkyin (guter Dâk Bungalow), der Hafen für die Rubinengruben in Mogok, etwa 80 km östl. Früh gegen 6 Uhr geht ein Motoromnibus (Fahrpreis I. Kl. 30, II. 15 Rup., Europäer können II. Kl. fahren, da für Eingeborne noch III. Kl. da ist) in 6 St. nach Mogok (guter Dâk Bungalow). Besichtigung der Rubinenminen erfordert einen Tag. Meist kann man mit dem nächsten Dampfer weiter fahren.
Wer Zeit hat, kann die Irawaddyfahrt von Mandalay nach Bhamo auf Frachtdampfer machen, Verpflegung und Unterkunft ist gut; diese Dampfer halten längere Zeit an vielen Plätzen, haben auch Basar an Bord, der von den Eingebornen überall zu Einkäufen viel besucht wird. Rückfahrt wie oben mit Expreßdampfer.
In Mandalay (S. [151]) haben auch die Expreßdampfer meist einen Tag Aufenthalt; dann Weiterfahrt auf dem Irawaddy, vorbei an den Pagoden und Ruinen von Amarapura (S. [153]) und Ava (S. [153]) l. und Sagaing (S. [153]) r.—Erste Anlegestelle ist l. in Myingyan (74 m), einer großen Baumwollenhandelsstadt, die durch Zweigbahn mit der Hauptlinie Rangoon-Mandalay verbunden ist. Zwischen Myingyan und Nyaungu mündet von r. der Chindwin, der größte Nebenfluß, der ebenfalls für Dampfer schiffbar ist. In Nyaungu (Regierungs-Bungalow) schiffen sich die Reisenden für Pagan aus.
*Pagan, am l. Ufer des Irawaddy, alte heilige Hauptstadt von Birma vom 5.-13. Jahrh., mit vielen Tempelruinen, deren jetzt noch etwa tausend vorhanden sind, darunter das älteste Denkmal indischen Stils, die *Kyaukku Onhmiu-Pagode, mit reicher und sehr grotesker Ausschmückung und fast arischem Buddhabildnis. Ebenfalls aus grünlichem Sandstein ist der Maunha-Palast erbaut, der im Thronsaal feine Schnitzereien zeigt. Die zahlreichen Pagoden in Pagan weisen andre Bauart auf als in Niederbirma; sehenswert sind die *Ananda-, Sinbinthayaung-, Gaudapallin- und Thapinyu-Pagoden aus dem 11. und 12. Jahrh. Man besteige die Terrasse einer der höchsten Pagoden, um die Trümmerstadt Pagan zu überblicken. (NB. Zur Besichtigung von Pagan und Benutzung des Regierungs-Bungalows in Nyaungu ist die Erlaubnis des Deputy Commissioner in Myingyan erforderlich!)— Ungefähr 50 km wsw. von Pagan erhebt sich der Vulkan Popa etwa 1400 m über die Irawaddy-Ebene.
Beim Anlegeplatz Yenangyaung (l. Ufer) sind die wichtigen Petroleumquellen der Burma Oil Co.; das Petroleum wird durch eine Röhrenleitung direkt in die Schiffe geführt. Die Flußufer zeigen auffällige fossile Baumstämme am Grund. In hübscher Landschaft die Stadt Minbu (r.); einige Minuten vom Landungsplatz liegen Schlammvulkane. Dann folgt r. Minhla, alte befestigte Grenzstadt; von hier bis etwa 160 km weiter abwärts durchläuft der Irawaddy dicht bewaldetes Hügelland, das stellenweise an die Rheinufer erinnert. In schönster Landschaft liegt am l. Ufer, am Fuße schöner Hügel,
Prome, schon vor Christi Geburt Hauptstadt eines großen Königreichs, mit etwa 27000 Einw.; Eisenbahn nach Rangoon. Die größte Pagode in Prome, die Shwe Sando, erhebt sich auf einem Hügel etwa 300 m sw. vom Bahnhof; sie ist völlig vergoldet und etwa 55 m hoch und umgeben von 83 kleinen vergoldeten Tempeln; am Eingang zwei Löwenungeheuer. Ebenfalls sehenswert sind die Shwe Mokto- und Shwe Bongan-Pagode, letztere am rechten Ufer. Etwa 10 km östl. von Prome die Ruinen der alten Stadt Sirikhetra, jetzt Yathemyo genannt, und etwa 25 km südl. von Prome die Shwe Nattaung-Pagode auf einer Anhöhe. —Flußabwärts von Prome bei Thomboo ein hoher, senkrechter Uferfelsen, der reich mit Buddhabildern in Nischen versehen und von einer Pagode gekrönt ist.—Der Dampfer passiert die Städte Myanoung, Henzada, Donabew; bei Yandoon beginnt das Delta des Irawaddy, die Gegend ist ganz flach und reich bebaut; reichster Ort ist Maubin.