Penang (Georgetown).

Ankunft zur See. Die schöne, mit Wald und Palmen bewachsene, bis 834 m hohe Insel Penang (Prince of Wales Island) umsteuert der Dampfer, um zwischen der Insel und dem Festland auf der Reede zu ankern oder, während der Sumatra-Tabakernte (Dezember bis März), am Kai festzumachen. An der Malakkaküste ist flacher Strand mit Palmenwald, dahinter erheben sich mehrere Bergketten, darunter der Kedah Peak; dieses Gebiet ist die ebenfalls englische Provinz Wellesley und der Malaienstaat Kedah. Die Dampfer halten meist nur 5 St., im Dezember bis März länger (bis 12); man erkundige sich genau nach der Abfahrtszeit, ehe man mit dem Tender des Nordd. Lloyd (Überfahrt frei) oder mit Sampan an Land fährt (einfache Fahrt 10 cents). Penang ist Freihafen, daher keine Zollbelästigung; Spirituosen einzuführen ist verboten.
Gasthöfe: Eastern and Oriental Hotel, in guter Lage am Strande, Farqhar Street 10.—Raffles Hotel, mit Restaurant;—Crag Hotel;Sea View Hotel;Hôtel de l'Europe;Runnymede Hotel; in allen Pens. von 8 Rup. an.—Post u. Tel.—Kabel nach Medan, Madras, Bangkok und Singapore.— Wagen: Tikka gharries oder Hackney Carriages.—Rikschas.Elektrische Straßenbahn.
Dampfer (vgl. S. [155]): Norddeutscher Lloyd (Agent: Behn, Meyer & Co. Ltd., Tel.-Adresse: Nordlloyd Penang). —Österreichischer Lloyd (Agent: Schmidt, Küstermann & Co., Tel.-Adr.: »Lloydiano Penang«).—Stoomvaart Mij. Nederland und Koninkl. Paketvaart Mij. (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.); Messageries Maritimes (Agent: Boustead & Co.); Peninsular & Oriental Co. (Agent: Gilfillan, Wood & Co.); British India Steam Nav. Co. (Agent: Hüttenbach, Liebert & Co.). —Ortszeit. Penang rechnet nach der Zeit von Singapore.
Eisenbahn s. S. [161].
Geld: vgl. S. [167].—Banken: Hongkong & Shanghai Banking Corporation;Nederlandsche Handels-Maatschappij. Beide Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft. —Chartered Bank of India, Australia & China. Beide letztere Korrespondenten der Deutschen Bank.—Sprache: vgl. S. [167].— Konsulate: Deutsches Reich, Vizekonsulat (Behn, Meyer & Co.) in der Office des Nordd. Lloyd.—Zeitungen: »Pinang Gazette«; »Straits Echo«.
Das Klima ist tropisch heiß, im Mittel etwa 27° C, doch bis 33° und mehr, morgens kühl bis 16°; auf den Bergen im Mittel 21° C. Der Niederschlag ist groß, Dezember bis März sind verhältnismäßig trocken, im Sommer zwei Regenzeiten, die kleinere im Mai, die Hauptregenzeit von August bis Oktober.

Penang (Pulu Pinang = Insel der Betelpalme), von den Engländern Georgetown getauft, Stadt mit etwa 150000 Einw. (meist Chinesen, Klings [Arbeiter aus Vorderindien] und Malaien), gehört seit 1785 den Engländern, liegt auf 5° 25' nördl. Br., hat saubere Straßen, auch im Chinesenviertel, und ein feines europäisches Villenviertel mit prächtigen Gärten am Race Course und am Hafen; dort liegt das Postamt mit großer Halle sowie das alte Fort mit Signalstation. Sehenswert sind die Markthallen und Beach Street; in Chulia Street und Campbell Street sind Teehäuser und ein chinesisches Theater. Penang hat lebhaften Handel und starke Zinn-und Sago-Ausfuhr. 1910 liefen 2355 Schiffe mit 2956000 Reg.-Ton. in den Hafen ein.— Rundfahrt nach dem *Botanischen Garten mit Wagen von Downing Street l. an der Schule vorbei durch schattige Straßen des Villenviertels zur Northam Road, dann am Rennplatz vorbei, durch M'calister Road, Sepoy Lines zum Eingang des Gartens, der zwar klein, aber vorzüglich gepflegt und mit seltenen, üppigen Pflanzen bestellt ist. Er liegt etwa 5 km vom Hafen in einem von hohen Felsen umgebenen Talkessel; ein hoher Wasserfall bewässert ihn. In reizvollen Gruppen findet man zahlreiche seltene Tropenpflanzen, insbesondere prächtige Orchideen, Gewürznelkenbäume (Caryophyllus aromaticus), Farne, Ravenala (Baum der Reisenden aus Madagaskar) u. a.—Neben dem Eingange zum Garten führt ein teilweise steiler Weg auf den *Crag Hill, von dessen Gipfel (834 m) *Aussicht über die Insel, den Hafen und das Meer; der Weg ist bis zum Fuße des Hügels 5 km, der Aufstieg 7 km lang; Tragstühle erhält man am Fuß des Hügels; Auf-und Abstieg im Tragstuhl 4 St. (eine Bahn hinauf ist im Bau). Auf dem Gipfel das Crag Sanitarium (Hotel; kleine Zimmer, gute Verpflegung). Man sollte den Aufstieg, wenn man irgend Zeit hat, nicht unterlassen.—Auch ein Besuch des *Großen chinesischen Tempels in Ayer Itam (am Endpunkte der elektrischen Straßenbahn) ist sehr zu empfehlen; Führung durch den Priester, der auch Erfrischungen anbietet; man gebe Tempelspende (1 $). Ein längerer Aufenthalt (etwa eine Woche) auf der landschaftlich sehr schönen Insel Penang, die etwa halb so groß ist wie der Bodensee, ist sehr genußreich.—Fortsetzung der Route s. S. [160].

Seitentour Penang-Sumatra.

1) Anschlußdampfer des Norddeutschen Lloyd von Penang dreimal in 14 Tagen, sw. die Malakkastraße querend, nach Belawan (Deli) in 16 St.—Außerdem Dampfer der Koninklijke Paketvaart Maatschappij (Fahrpläne veränderlich).

Sumatra ist die zweitgrößte der Sundainseln. Bei einer Längserstreckung von 1650 km (= Kopenhagen-Neapel) ist es mit den benachbarten kleinern Inseln etwa so groß wie die vier deutschen Königreiche zusammengenommen. Den Westteil der Insel durchzieht ein landschaftlich schönes Gebirge, das als die Fortsetzung des westbirmanischen Küstengebirges und des Inselbogens der Andamanen und Nikobaren gilt und von einer Anzahl zum Teil noch tätiger Vulkankegel überragt wird. Der Ostteil der Insel wird von einem vielfach sumpfigen und ungesunden Flachland eingenommen. —Das Klima ist rein tropisch (der Äquator durchschneidet die Mitte der Insel), die Temperatur äußerst gleichmäßig, die Westseite noch bedeutend regenreicher als die Ostseite. Keine Jahreszeit kann als trocken bezeichnet werden, doch hat die Nord-und Ostküste vorwiegend Herbst-und Winterregen, während an der Westküste Höhepunkte des Niederschlags auf den April und den Oktober bis November fallen; Februar und Juli sind auf der ganzen Insel relativ trocken.—Die Vegetation ist von echt tropischer Üppigkeit, doch ist das Waldkleid des Gebirges bei weitem nicht so lückenlos, wie man es bei den hohen Niederschlägen erwarten sollte; große Flächen sind von Savannen eingenommen, die zum Teil vielleicht erst dem Menschen, der den Urwald rodete, ihre Entstehung verdanken. Das östl. Tiefland ist dagegen, soweit nicht sumpfig, großenteils von Urwald eingenommen, da das ungesunde Klima eine stärkere Besiedelung nicht gestattet.—Die Tierwelt ist sehr reich und der des hinterindischen Festlands so nahe verwandt, daß die Abtrennung von ihm erst in ganz junger geologischer Vergangenheit erfolgt sein kann. Nashorn, Elefant und Tiger sind vorhanden, dazu der Orang-Utan und zwei andre große Affenarten (Gibbons), Halbaffen (Makis), Tapir, Argusfasan und viele andre, weniger hervortretende. —Bewohner der Insel sind die Malaien, deren auf Pfählen errichtete Dörfer (Kampongs) überall zwischen Reis-und Baumwollfeldern sich verstecken.


Daneben gibt es noch Reste älterer Bevölkerungsschichten, wie die Bataker, die noch ein reines Naturvolk sind.—Die wichtigsten Welthandelsprodukte sind Tabak und Kaffee, von denen der erstere im östl. Flachlande, der letztere im westl. Gebirgsland am besten gedeiht. Die beiden unten beschriebenen Routen führen nach dem Bezirke des besten Tabaks (Delideckblattabak) und des besten Kaffees (um Medan in den Padangschen Hochlanden). Daneben liefert die Insel noch zahlreiche wertvolle Wald-und Bodenprodukte, vor allem Kohle und Petroleum. Sumatra beginnt erst seit kurzer Zeit einen raschen wirtschaftlichen Aufschwung zu nehmen, da die Holländer, denen es gehört, lange Zeit ihre Haupttätigkeit dem benachbarten Java zuwandten und bis in die letzte Zeit hinein sich mit den ungebärdigen Gebirgsstämmen des Nordteils der Insel, des Malaienstaates Atjeh, in blutigen und kostspieligen Guerillakämpfen herumschlagen mußten. Nachdem Atjeh jetzt unterworfen ist, wird es rasch ein wertvolles Plantagengebiet werden, doch ist die Insel dem Touristenverkehr noch fast nicht erschlossen.