Für Reisen auf Sumatra ist Erlaubniskarte nötig, die vom Justizdepartement ausgestellt wird und durch das deutsche Konsulat zu beschaffen ist.

Belawan-Deli, der Hafen von Deli, liegt Penang gegenüber an der flachen Nordküste Sumatras, an der Mündung des Koeala Belawan, dessen Ufer mit Mangroven bewachsen sind. Nur kleine Dampfer können über die Barre und ankern dicht beim Bahnhof der Delibahn; Zollamt auf der Landungsbrücke. Übernachten in Belawan ist wegen Malariagefahr ungesund; man fahre 1/2 St. mit der Bahn nach Kampong Besar, wo der Agent des Norddeutschen Lloyd zuvorkommend für Unterkunft sorgt. Die Europäer wohnen meist in Laboean Deli und Medan. Der Zug fährt bald nach Ankunft des Dampfers in etwa 2 St. über die 380 m lange Brücke über den Fluß und durch Tabakfelder hindurch nach (etwa 20 km)

Medan (Orange Hotel; Medan Hotel; PT; Klub: De Witte Sociëteit), Hauptstadt des Residenten der Ostküste von Sumatra und eines eingebornen Sultans, mit etwa 15000 Einw. Große chinesische und andre Geschäfte, Hauptort der Tabakausfuhr. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Deutschen Bank und der Berliner Disconto-Gesellschaft. Deutsches Konsulat (Konsul Karl Hick). Mehrere Bahnlinien führen ins Innere des Ostküstengebiets von Sumatra. Sehenswert ist der Palast des Sultans und der chinesische Tempel. Die sehenswerten Tabakpflanzungen der Deli-Maatschappij werden meist mit chinesischen Kulis bearbeitet. Die Tabakblätter erfahren eine außerordentlich umständliche und sorgfältige Behandlung, bis aus ihnen die vortrefflichen Delideckblätter entstanden sind. Im Gebirge kann man die Batak-Stämme (s. oben) kennen lernen und hat Gelegenheit zu Jagden auf Elefanten, Tiger etc.

2) Dampfer des Rotterdamsche Lloyd fahren alle 14 Tage über Marseille, Port Said, Suez in 20 Tagen direkt nach Padang.—Die Stoomvaart Maatschappij Nederland alle 14 Tage von Genua in 20 Tagen direkt nach Sabang, Singapore, Batavia. In Sabang direkter Anschluß an die Dampfer der Koninklijke Paketvaart Maatschappij, die alle 14 Tage im Anschluß an die Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd von Penang über Sabang nach Padang in 7 Tagen fahren.

Der Dampfer fährt von Sabang (S. [155]) längs der gebirgigen, landschaftlich sehr schönen Westküste Sumatras, läuft unterwegs mehrere unbedeutende Hafenplätze an, passiert nun den Äquator (S. [191]) und steuert dann in die von felsigen Hügeln umgebene Koninginnen-Bai (unter etwa 1° südl. Breite), deren Ufer dicht bewaldet sind und malerische Dörfer (Kampongs) zeigen. Dann legt der Dampfer an den schönen Kais im Emmahaven dicht am Bahnhof (mit Bahnwirtschaft) an; alle 2 St. fährt ein Zug in 17 Min. für 1/4 Fl. auf 100 m langer Brücke über den Padangfluß nach

Padang (Oranje Hotel, Pens. 5-6 Fl.), Hauptstadt des niederländischen Gouvernements Westküste von Sumatra, in flacher Gegend an der Mündung des Padangflusses. Diese älteste Niederlassung der Niederländer auf der Insel (seit 1666) ist Sitz der obersten Zivil- und Militärbehörden, eines deutschen Konsuls (Joh. Schild) und vornehmster Ausfuhrplatz für die reichen Produkte (Kaffee, Stuhlrohr, Zimt, Muskatnüsse, Gummi, Benzoe, Häute, Kopra, Tabak, Gambir) der Westhälfte von Sumatra, mit 47607 Einw., darunter 5103 Chinesen, 1784 Europäer. Bank: Nederlandsche Handels-Maatschappij, Korr. der Berliner Disconto-Gesellschaft und der Deutschen Bank. Padang ist mit den Hafenplätzen Emmahaven und Pulu Ajer sowie mit dem Hochlande durch Staatsbahn verbunden. Das Europäerviertel ist eine ruhige, anmutige Gartenstadt mit angenehmem Klubleben (zwei Sociëteiten). Die Besteigung des nahen Affenbergs (Goenoeng' Monjet) bietet schöne *Aussicht auf die Stadt und das Meer.

Ausflug ins Padangsche Oberland mit dem »Staats Spoorweg« (teilweise Zahnradbahn) zunächst durch reich mit Reisfeldern, Bananenpflanzungen und Kokospalmen bebaute Ebene (zuletzt ansteigend) bis Kajoe-Tanam (143 m), von da (mit Zahnradhilfe) durch die prachtvolle Schlucht Anei-Kloof von 15 km Länge (das tropische Gegenstück zur Gotthardstraße von Göschenen nach Andermatt!); l. Ausblick auf die Vulkanriesen Tandikat (2438 m) und Singgalang (2877 m), r. auf den Ambatjang (959 m); l. der 25 m hohe Ajer-Mantjoer-Wasserfall. Auf dem Hochland sieht man den Merapi (s. unten) vor sich; vorbei an vielen Kampongs, mit zierlichen Reisscheunen (rankiang) seltsamer Bauart, gelangt man nach 4 St. Fahrt nach
Padang-Pandjang (Hotel Merapi, klein, aber gut) am Knotenpunkt der Bahn (man lasse sich in den sehr angenehmen Militärklub einführen).
Von Padang-Pandjang führt die Zahnradbahn, 19 km, in 11/4 St. am Vulkan Merapi (s. unten) vorbei nach Fort de Kock (921 m; Sawah-Hotel, 2 Min. vom Bahnhof), Hauptort des Padangschen Oberlands; von hier beste Gelegenheit zu vielen lohnenden Ausflügen: zum interessanten Malaiendorf Kota-Gedang; zum Wasserfall von Soengei-Poear, am Hange des Merapi; zu den Grotten von Kamang, 12 km vom Fort de Kock; mit Karre nach dem frischen Schwimmbad (41/2 km) Soengei Tanang.—*Schöner Tagesausflug vom Fort de Kock über Simpang nach (18 km) Matoer (Rasthaus), von da mit Karre nach Padang-Galanggang, hier prächtiger Ausblick auf den *Manindjau-See. Zurück durch das seltsame *Karbouwengat nach (15 km) Fort de Kock.—Zur Besteigung des noch tätigen Vulkans *Merapi (2891 m) fährt man mit Karre (bendy) am besten von Fort de Kock 1 Uhr Nm. in 4 St. über Soengei-Poear zum Rasthaus Pagolèan (1800 m), dort übernachten. Früh 5 Uhr Aufstieg steil in 21/2 St. zum Krater (Kapoendan). Oben kalter Wind! Prächtige *Aussicht frühmorgens, sonst meist bewölkt.
Von Fort de Kock mit der Bahn oder durch schönere Landschaft mit Karre (7 Fl.) nach Paja-Kombo (kleiner, guter Gasthof, Ankunft telephonisch von Fort de Kock melden!); der *Markt hier So. früh ist berühmt (malaiische Waffen, Kleider, Schmucksachen), noch berühmter die Schönheit der Frauen des Ortes. Von hier mit Karre für 3 Fl. in etwa 2 St. zu dem riesigen Wasserfall *Batang-Harau. Schöne Wege auch nach Fort van der Capellen.