Plan von Saïgon.
Gasthöfe: Grand Hôtel Continental, Rue Catinat; 100 Z. 4, F. 0,75, Déj. 2, Dîn. 3, Pens. von $ 8 an; zu empfehlen. —De l'Univers, Rue Turc; 70 Z., Dîn. $ 1,50, Pens. $ 4-9.— Des Nations, Boulevard Charner, ganz bescheiden.—Des Colonies, Rue Nationale, nur als Restaurant zu benutzen. Restaurants: Grand Hôtel Restaurant de l'Hôtel de Ville, guter Mittagstisch $ 1,50.—Cafés sind viele vorhanden.
Post und Telegraph: Place de la Cathédrale.—Telephon im Stadtgebiet.
Wagen: Zweispänner und Einspänner (Malabar) nach Tarif (Fahrt nach Cholon 70 bzw. 50 c.).—Rikschas (Poussepousse) nach Cholon 40 c., hin und zurück mit 1 St. Aufenthalt 80 cents.— Sampans (Boote) mit zwei Ruderern nach Cholon 40 cents.
Dampfstraßenbahn: Nach (6 km) Cholon zwei Linien, davon eine bis (5 km) Bin-dong; eine nach (18km) Hok-mon mit Zweiglinien nach Da-kao. —Eisenbahnen: Von Saïgon über Cholon nach Mytho 71 km; von Saïgon über Bienhoa und Giaray (79 km) nach Tanh-linh, 132 km, und nach Phanthiet soll an der Küste bis Vinh (im nördl. Anam) geführt werden (dann Anschluß bis Yünnanfu in China, S. [189]).
Automobile werden bei den guten Straßen viel, auch zu Postfahrten (z. B. nach Tay-ninh [100 km nw.], nach [23 km] Bienhoa und [120 km] St.-Jacques) verwendet. Automobile zum Besuch der Umgebung sind zu mieten, einschl. Chauffeur $ 30 für den Tag.
Dampferagenturen: Messageries Maritimes: de Baillou (Tel.-Adresse: Messageries Saïgon).—Messageries fluviales de Cochinchine.—Norddeutscher Lloyd: Speidel & Co. (Tel.-Adresse: Speidel, Saïgon).
Geld. Amtlich französisches Geld: 1 Fr. =100 Centimes; im Landesverkehr ist die Hauptmünze der Dollar (Piastre genannt) zu 100 cents; vgl. S. [219]. Ein Silberdollar etwa = 2 Fr. 15 c. = 1,80 Mk.—Banken: Banc de l'Indo-Chine, Korr. der Deutschen Bank.—Hongkong & Shanghai Banking Corporation, beide am Kai des Arroyo chinois, beide Korresp. der Berliner Disconto-Gesellschaft.—Chartered Bank of India, Australia and China.
Sprache der Anamiten ist einsilbig, isolierend mit sechs Tonakzenten und stark mit chinesischen Lehnwörtern durchsetzt. Grammatik von Dignet (Paris 1897) und Dirr (Wien 1894), Wörterbuch (anamitisch-französisch) von Bonet (Paris 1899-1900). In den Gasthöfen, Bahnhöfen und Agenturen wird Französisch und Englisch gesprochen.
Theater. Théâtre municipal, französische Truppe, Spielzeit Oktober bis April, Vorstellungen am Di. Do. Sa. So., Logenplatz $ 2, Fauteuil $ 1,50.— Anamitische Theater, sehenswert!
Militärkonzerte: Mi. abds. am Boulevard Charner, So. Nm. im Jardin de Ville oder Jardin Zoologique.
Konsulate: Deutsches Reich, Konsul Reinsdorf.—Österreich-Ungarn, Konsul Franz Fischer.—Deutscher Klub.— Polizeiamt: Ecke Quai du Commerce und Boulevard Charner.
Ärzte: französische Zivil-u. Militärärzte. Großes Militärhospital.—Buchhandlungen: Schneider, im Continental Hotel; Rey & Curiol; Claude, die beiden letztern Rue Catinat.—Zeitungen; Opinion; Courrier Saïgonnais; Nam-ky. —Geschäfte in der Rue Catinat.
Zeiteinteilung: 1. Tag: Vm. Markt, Stadt und Zoologischer Garten; Nm. nach Cholon und zurück.—2. Tag: Ausflüge in die Umgebung.—3.-10. Tag (oder länger): Reise über Pnom-penh nach Angkor-Thom.
Geschichte. Die anamitische Ortschaft wurde von Chinesen besiedelt; 1789-1811 war Saïgon Hauptstadt des anamitischen Kaisers Hia-long, der, durch den Taysonsaufstand aus Hué vertrieben, erst 1811 wieder sein altes Reich eroberte. Seitdem nennen die Anamiten die Stadt Gia-dinh; 1790 befestigte Oberst Ollivier, ein Franzose im Dienste Anams, die Stadt. 1859 nahm Admiral Rigault de Genouilly Saïgon, das bis 1902 Hauptstadt Indochinas blieb und wichtiger Kriegshafen wurde.
Saïgon, Hauptstadt von Cochinchina, liegt nahe dem Ostrande des Mekongdeltas, 55 km vom Meer entfernt, am r. Ufer des Saïgonflusses, der im Gegensatz zu den verschlammten Mündungsarmen des Mekong für Dampfer befahrbar ist, auf 10° 40' nördl. Br. und hat etwa 51000 Einw., darunter 5500 Franzosen, 300 andre Europäer und 12000 Chinesen. Die Stadt ist sorgfältig und geschmackvoll gebaut mit reinlichen Straßen, der Sumpfboden ist durch Kanäle trockengelegt. Als Hafen dient der Fluß; Warenschuppen und Kohlenlager der Messageries Maritimes (BC5) liegen am Südende, die Marinewerft mit großem Trockendock am Nordende der Stadt. An die Marinewerft grenzt der Zoologische und Botanische Garten (BC1, 2); letzterer reicht bis zu der großen Zitadelle (mit europäischen Kasernen; B2). Von der Ostseite der Zitadelle führt der breite Boulevard Norodom (AB2, 3[see above]) zu dem mitten in großem Park gelegenen Palast des Gouverneurs (A3), hinter dem sich der Volkspark (A4; Jardin de Ville) anschließt. Saïgon hat eine große Kathedrale (A3) in romanischem Stil, eine Sternwarte, mehrere Schulen und verschiedene Denkmäler. Das Klima ist für Europäer nicht gesund. Hauptausfuhr: Reis, gesalzene Fische, Baumwolle, Pfeffer, Gummi, Kopra, Häute, Felle, Hörner und Kautschuk. Einfuhr: Textilwaren, Maschinen, Chemikalien u. a.—Rundfahrt. Um das Volksleben kennen zu lernen, fahre man frühmorgens auf den Markt (B4; Marché) in der Nähe des Arroyo chinois, dann durch die hübschen Anlagen des Jardin de Ville; nördl. von diesem Volkspark liegt das Collège Chasseloup-Laubat (A3), wo Eingeborne als Dolmetscher ausgebildet werden; dann nach r. um den Park des Gouverneurs herum durch den Boulevard Norodom, vorbei r. am Denkmal Gambettas (A3) und der Kathedrale, l. der Zitadelle, zum Botanischen Garten (Jardin Botanique), der reich an tropischen Zier-und Nutzpflanzen ist (mit Baumschule und botanischer Versuchsstation); im daranschließenden Zoologischen Garten (Jardin Zoologique) sind sehr große Königstiger, Leoparden, Bären, Elefanten, Pelikane sowie Schlangen. Nm. besuche man die Promenaden in der Umgebung (A1; Tour de l'Inspection), wenn man das Villenviertel und die vornehme Welt Saïgons sehen will.
Ausflüge: 1) Nach der Eingebornenstadt Cholon, 5 km sw. Dampfstraßenbahn (2 Linien) alle 20 und 30 Min. in 14 Min.; Eisenbahn in 9 Min.; oder mit Wagen auf verschiedenen Wegen. Man fährt am Arroyo chinois entlang durch die anamitischen Vororte, vorher am Hospital von Choquan über mehrere Brücken über den mit Sampans und Dschunken besetzten Arroyo (Kanal). —Ein andrer Weg, die »Route stratégique«, führt vorbei an europäischen Gärten sowie an chinesischen und anamitischen Gemüsegärten; dann vorüber an den Trümmern einer Königspagode bei der Ferme des Mares (einem Landgut) und über die Gräberebene (Plaine des tombeaux) mit vielen Grabhügeln.
Cholon (Bahnwirtschaft; Café de Paris, Avenue Jaccareo.—Juweliere: Chan Binh, Rue Gia-long 78; Ngo Phuoc, Rue des Jardins 47; Taquang Thanh, Rue de Canton 80; Holzschnitzereien, Möbel mit Perlmuttereinlagen; Stickereien: Duyet-hoa Xuong, genannt O-chau, Rue de Canton 73), Stadt von 138000 Einw., die wichtigste Gewerbe-und Handelsstadt von Cochinchina und Hauptstapelplatz für den Reishandel; von Chinesen 1780 gegründet, sieht Cholon ganz chinesisch aus, mit chinesischen und anamitischen Theatern und buntem Straßenleben sowie mehreren Pagoden. Das Drachenfest wird jährlich wie in China sehr gefeiert.— In der Nähe von Cholon liegt die Tonwarenfabrik Caï-maï.
2) Eisenbahn über (23 km nö.) Bienhoa (am Donnai) nach dem 800 m hohen, prächtig bewaldeten Berge Nui-Chuachan, mit Observatorium und landwirtschaftlicher Versuchsstation, unweit des derzeitigen Endpunktes der Bahn (Giaray). Man nehme Verpflegung mit.
3) Mit Automobil: a) Über Bienhoa nach den Wasserfällen des Donnai, oberhalb Trian, 48 km; Mundvorrat mitnehmen.—b) Über Bienhoa und Baria (Gasthof) nach Kap St.-Jacques (S. [177]), 120 km.—c) Nach (30 km nördl.) Thudau mot (Gasthof, gute Küche) am Saïgonfluß, Hauptstadt der wegen intensiver Tropenkulturen bekannten Provinz gleichen Namens.