Gasthöfe gibt es jetzt auch in den kleinern Städten, sie sind meist recht gut, mit luftigen Zimmern, vorzüglichen Betten, Moskitonetzen. Empfohlen wird telegraphische Bestellung der Zimmer (nach kurzem Code des Touristenbureaus).—Die über das Land verteilten staatlichen Rasthäuser (ähnlich den brit.-ind. Dâk Bungalows), die sogen. Pesanggráhans, dienen nur den niederländ. Staatsbeamten und sind von Reisenden nur mit Erlaubnis der Provinzregierung zu benutzen.
Eisenbahnen (staatlich) sind in I. Klasse bequem und sauber, größere Bahnhöfe mit guten Wirtschaften, auf kleinern sind stets Früchte zu haben. (Man reist viel angenehmer als in Indien!) Nachts fahren keine Züge. Europäer benutzen auf Java auch die II. Klasse; in einigen Zügen Speisewagen. Freigepäck 30 kg, Handgepäck darf nur 20 kg wiegen.
Führer für Niederländisch-Indien: »Guide through Netherlands India of the Royal Packet Company«, herausgegeben von der Koninklijke Paketvaart Maatschappij (Amsterdam 1903).
Touristenbureau in Weltevreden (Batavia) und Rijswijk, Gang Pool, gibt freie Auskunft, verschafft Karten und Fahrpläne (Sprechzeit 71/2-1 u. 41/2-71/2 Uhr), gibt auch den Reiseführer »Trips in the Isle of Java« heraus.
Paß. Zum Reisen auf Java ist eine vom Residenten auszustellende »Toelatingskaart« erforderlich. Das Touristenbureau (s. oben) soll ermächtigt sein, diese Karte sofort auf Wunsch auszustellen. Für Reisen auf Sumatra, Borneo, Molukken, Celebes ist Reiseerlaubnis nötig, die vom Justizdepartement ausgestellt wird und durch das deutsche Generalkonsulat zu beschaffen ist.
Batavia.
Vgl. den Lageplan S. [196] und den [beifolgenden Stadtplan].
Ankunft zur See. Die meisten Dampfer laufen in den durch zwei lange Molen geschützten Hafen von Tandjong-Priok ein, der etwa 9 km östl. vom alten Hafenkanal vor der Stadt Batavia liegt. Aber auch die Bai von Batavia, in der die größten Dampfer und Segler mit feuergefährlicher Ladung ankern, ist durch Riffe und Inseln gut gegen Seegang geschützt; von den Dampfern auf der Reede gelangt man mit Dampfbarkassen zum Hafen. Die Dampfer der Koninklijke Paketvaart-Maatschappij, überhaupt alle Passagierdampfer, machen stets dicht am Kai im Hafen fest. Gepäck-Kulis erhalten 10 cents für jedes Stück; zunächst etwas umständliche (aber loyale) Zolluntersuchung im Zollamt (Zoll 6 Proz. vom Wert). Zur Einfuhr von Waffen bedarf es einer vorherigen Erlaubnis des Residenten. Gezogene Gewehre unter 91/2 mm Kaliber und ebensolche Repetierpistolen dürfen nur mit Erlaubnis des Generalgouverneurs eingeführt werden, deshalb empfiehlt es sich, solche größern Kalibers mitzunehmen. —Der Bahnhof zur Fahrt nach Batavia liegt neben dem Zollamt. Man kann sich telephonisch Gasthofswagen zum Bahnhof Noordwijk in Weltevreden bestellen; dann nehme man Fahrkarte bis dahin; nach 20 Min. umsteigen in Stat. Batavia, in der Unterstadt. Wer in Alt-Batavia zunächst Geschäfte hat (Geldwechseln), steige schon da aus. Neuerdings ist Weltevreden direkt mit Tandjong-Priok durch Bahn verbunden; man nimmt Fahrkarten bis Stat. Kemajoran in Weltevreden.
Gasthöfe liegen in Weltevreden; Hôtel der Nederlanden (deutscher Bes. Merten) in Rijswijk, in bester Lage (Pl. 1, B4), empfohlen; 100 Z., Pens. 6-10 Fl.; stellt Auto.—Hôtel des Indes (Pl. 2, B4), Molenvliet; 150 Z., gut, gelobt, Pens. von 6 Fl. an.—Grand Hôtel Java (G. G. Lion), Rijswijk (Pl. 3, B4) bei Stat. Noordwijk; 70 Z., F. 1, Lunch 1,50, Din. 2, Pens. 6 Fl.—Hôtel Wisse (Pl. 4, B4), Noordwijk, Ecke Molenvliet. —Bescheidener: Hôtel Ort (Pl. 5, B4), Molenvliet; Z. 2,50-4 Fl. Überall Pension tägl. von 6 Fl. an, bei längerm Aufenthalt billiger; Deutsch wird meist gesprochen. Neben europäischem Gabelfrühstück die gute »Reistafel«, Curryreis mit vielen scharfen Zutaten: Huhn, Fisch, Gemüse, Früchte etc., sehr gesund und nahrhaft.
Pensionen: Tramzicht; Weltevreden; Molenvliet; alle in Molenvliet Ost.